Schweich: Traglufthalle für 500000 Euro soll Ausfall der Andres-Halle kompensieren

Kommunalpolitik : Bescherung kurz vor Weihnachten: Schweich bekommt Traglufthalle

Turnhallen-Ersatz für 500.000 Euro: Sportvereine und Schulen können damit die Sanierung der Stefan-Andres-Halle überbrücken.

Kurz vor Weihnachten zeichnet sich eine schöne Bescherung für die Sportvereine und Schulen in der Stadt Schweich ab: Die Verbandsgemeinde Schweich stellt 500 000 Euro für eine sogenannte Traglufthalle in den Haushalt ein. Dadurch soll der Engpass aufgefangen werden, der durch die Sanierung der Stefan-Andres-Sporthalle entsteht. Wie berichtet, soll die Großraumhalle am Schulzentrum ab dem Sommer 2019 saniert werden. Sie steht für voraussichtlich anderthalb bis zwei Jahre nicht für den Vereins- und Schulsport zur Verfügung.

In einem Schreiben, das dem Verbandsgemeinderat am Mittwochabend bei der Haushaltssitzung in der Mehrzweckhalle Kenn vorlag, hatten der Handballsportclub Schweich (HSC), der TuS Mosella Schweich und der TuS Issel noch einmal eindringlich auf die drohenden Konsequenzen bei einem längeren Ausfall der Andres-Halle hingewiesen: „Für die Sport treibenden Vereine in Schweich als Repräsentanten von circa 3000 Sportlerinnen und Sportlern aus Stadt, Verbandsgemeinde und Kreis ist diese Situation bedrohlich.”

Insbesondere die Handballer mit ihren vielen Jugendmannschaften befürchten das Aus für ihren Verein. Auch die Schüler des Stefan-Andres-Schulzentrums sind durch die bevorstehende Hallensanierung stark betroffen. Bis nach Wittlich und Hermeskeil müssten die Schüler für den Sportunterricht gefahren werden – dieser „Schulsport-Tourismus” sei schlichtweg nicht sinnvoll zu ermöglichen, heißt es in dem Schreiben der Sportvereine an die Mitglieder von Stadtrat und Verbandsgemeinderat Schweich.

Im Sommer 2019 wird mit der Generalsanierung der Stefan-Andres-Halle im Schulzentrum Schweich begonnen. Foto: Albert Follmann

Nun soll also eine Traglufthalle als Interimslösung kommen. Die Zeit dränge, sagte Bürgermeisterin Christiane Horsch. Die Sanierung der Andres-Halle sei aus Zuschussgründen nicht verschiebbar. Ein vorläufiges Angebot für eine Halle mit aufblasbarer, elastischer Hülle liege bereits vor, ein geeigneter Standort in Schweich werde geprüft. Der Kreis sehe sich nicht in der Pflicht, eine solche Halle zu bauen und zu planen. „Wir trauen uns das zu und werden das federführend machen”, versprach die Verwaltungschefin. Die dafür benötigten 500 000 Euro sollen über Kredite finanziert werden. Mit der Stadt Schweich und dem Kreis will die Bürgermeisterin wegen einer finanziellen Beteiligung verhandeln.

Der Verbandsgemeinderat zeigte sich erleichtert, dass eine Übergangslösung für den Schul- und Vereinssport in Schweich gefunden wurde. Dem Antrag von CDU-Fraktionschef Wolfgang Sauer, eine halbe Million Euro für eine Dreifeld-Tragluft-Sporthalle im neuen Doppelhaushalt bereitzustellen, wurde einhellig zugestimmt.

Der Vorschlag von Ratsmitglied Achim Schmitt (SPD), der Verbandsgemeinderat möge eine Resolution beschließen, in der eine 50-prozentige Kostenbeteiligung des Kreises an der Halle gefordert wird, fand keine Mehrheit. Hier Druck aufzubauen, sei nicht nötig, so der Tenor. Der Landrat habe bereits grundsätzlich eine Zustimmung signalisiert, bemerkte Kreisbeigeordneter Arnold Schmitt (CDU).

Ein Bericht zum einstimmig beschlossenen Doppelhaushalt 2019/2020 folgt. Weitere Beschlüsse des VG-Rats lesen Sie in der Infobox.