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Schweicher denken über Freifunk in Innenstadt nach

Infrastruktur : Grenzenlos surfen dank netter Nachbarn

Mobiles Surfen gehört heutzutage für viele Menschen einfach dazu. In Schweich soll nun ein Dienstleister prüfen, was möglich ist. Im benachbarten Longuich ist man da schon weiter.

Einfach so draufslossurfen. Das geht in Deutschland bisher nicht. Störerhaftung nennt sich dieser juristische Begriff. Der bedeutet vereinfacht ausgedrückt, dass man dafür haftbar gemacht werden kann, wenn beispielsweise jemand illegal Lieder herunterlädt. Egal ob man das selbst tut oder ob jemand die Internetverbindung nur mitnutzt.  Deshalb sind normalerweise W-Lan-Netze so gesichert, dass da niemand profitieren kann, der die Zugangsdaten nicht kennt. In Newel-Beßlich beispielsweise darf jedermann kostenlos in den Weiten des Internets surfen, da dort ein sogenanntes Freifunk-Netz (siehe Info) aufgebaut worden ist (der TV berichtete). Andere Orte ziehen nun nach. Und gehen dabei ganz unterschiedliche Wege.

In Longuich funktioniert das Netz schon so gut, dass Einheimische und Gäste im Bereich der Maximinstraße kostenlos surfen können. Die Ortsgemeinde hat das Projekt initiiert. Nach Auskunft von Ortsbürgermeisterin Kathrin Schlöder sind bisher rund 5000 Euro  für die Schaffung der notwendigen Infrastruktur ausgegeben worden. Unter anderem wird aus der Grundschule, vom Feuerwehrgerätehaus aus, an der römischen Villa und aus der Kirche gesendet. Die Ortsbürgermeisterin hofft, dass noch mehr Longuicher sich an dem Projekt beteiligen und einen Teil ihrer Bandbreite zur Verfügung stellen. Schlöder sagt, dass der Trierer Verein Maschinendeck die Longuicher beim Aufbau des Netzes unterstützt hat.

Einen anderen Weg gehen die Schweicher. Dort gibt es bereits einige Stellen, an denen jedermann kostenlos einchecken kann. Doch dabei soll es nicht bleiben. Der Stadtrat hat sich grundsätzlich für die Schaffung eines öffentlichen WLan-Netzes ausgesprochen. Ob dieses frei zugänglich, reglementiert oder eine Mischung aus beiden sein soll, ist noch offen. Ein Mitarbeiter von Innogy (früher RWE) hat im Stadtrat infrage kommende Möglichkeiten vorgestellt. Er hat die Erstellung eines kostenlosen Grobkonzepts angeboten.

Der Stadtrat möchte sich bis Januar darüber im Klaren werden, welche Gebiete in Schweich abgedeckt werden sollen. Laut Stadtbürgermeister Lars Rieger sollte auf jeden Fall der Synagogenvorplatz berücksichtigt werden. Dort findet unter anderem das Stadtfest statt. Das passt im Grunde genommen gut zu den bereits bestehenden Freifunkstationen in der Stadt. Die befinden sich an der Rettungswache, der VG-Verwaltung, an der Touristinfo sowie am City-Reisebüro.

 Wohin die Reise gehen könnte, zeigen die Konzer. Dort soll in einem ersten Schritt der Marktplatz vernetzt werden. Neben der Stadt Konz sollen auch einzelne Punkte in den Dörfern der Verbandsgemeinde Konz mit W-Lan versorgt werden: zum Beispiel über Hotspots in Bürgerhäusern. Dafür könnten die Gemeinden eine Förderung aus dem rheinland-pfälzischen Programm Wifi4RLP beantragen.