Schweicher Nikolaus mit gutem Draht zu Petrus

Schweich · Entspannte Stunden am dritten Advent: Alle Jahre wieder veranstaltet die Schweicher Stadtkapelle einen vorweihnachtlichen Nachmittag. Zum ersten Mal fand die Veranstaltung rund um die Synagoge statt.

 Schöne Bescherung: Zum ersten Mal feiern die Schweicher mit Musik und Besuch von oben auf dem Synagogenvorplatz. TV-Foto: Katja Bernardy

Schöne Bescherung: Zum ersten Mal feiern die Schweicher mit Musik und Besuch von oben auf dem Synagogenvorplatz. TV-Foto: Katja Bernardy

(kat) Reibekuchenduft mischt sich mit Glühweingeruch. Auf dem gesamten Synagogenvorplatz stehen Menschen zusammen, sie plaudern, und die Musikvereine Hetzerath und Riol sowie die Stadtkapelle Schweich spielen Weihnachtslieder, darunter viele Klassiker wie "Oh Tannenbaum" und "Ihr Kinderlein kommet". Ein paar Meter weiter, in der Synagoge, bestaunen zahlreiche Besucher die selbst gemachten Krippen von Krippenbauern aus Schweich und aus den Nachbarorten. "Wir veranstalten den vorweihnachtlichen Nachmittag seit sieben Jahren, immer am dritten Adventswochenende", sagt Vitus Blang, erster Vorsitzender der Stadtkapelle. "Aber dieses Jahr zum ersten Mal rund um die Synagoge." Das Orchester scheint einen guten Draht zu Petrus, dem Apostel, der nach altem Volksglauben für das Wetter zuständig ist, zu haben.

"Wir hatten immer Glück mit dem Wetter, nie Regen", sagt Blang, während für einen kurzen Moment die Sonne hinter Wolken hervorlugt. Das trockene Winterwetter und das schnörkellose Programm, das vor allem das Miteinander bei wärmenden Getränken, selbst gemachten Kuchen und Plätzchen und Weihnachtsmusik in den Mittelpunkt stellt, lockt rund 500 Besucher an.

Etwa hundert Vereinsmitglieder sind im Einsatz: Sie bauen Stände auf und ab, verkaufen Lose, verteilen Preise und machen Musik. Wolfgang Hank und Alexander Fuchs, zwei der Helfer, brutzeln fünf Stunden lang Reibekuchen. Und ein Mitglied kommt als Nikolaus verkleidet auf den Platz und verteilt Süßigkeiten an die erwartungsvoll schauenden Kinder. Doch nicht nur die kleinen, auch die großen Besucher freuen sich beim Anblick des Heiligen in dem langen roten Mantel mit dem weißem Rauschebart.

Gegen Abend leert sich der Synagogenvorplatz zusehends. Die Preise der Tombola haben ihre Gewinner gefunden, der Nikolaus entledigt sich seines Barts und die Kassen sind gefüllt. "Mit dem Erlös bezahlen wir im nächsten Jahr unseren Dirigenten", sagt Vitus Blang.