Schweicher Schulleiterin zum Neubau: „Das werden noch zweieinhalb harte Jahre”

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Bis zum Umzug an den neuen Standort müssen die Grundschule Schweich und die Treverer-Schule viel improvisieren.

„Die zweieinhalb Jahre werden noch hart.” Christine Steinmetz, Leiterin der Grundschule Schweich, verfolgte am Mittwochabend die Sitzung des Zweckverbandes Integratives Schulzentrum in der Verbandsgemeindeverwaltung in Schweich mit gemischten Gefühlen. Einerseits freut sie sich darüber, dass seit vier Monaten an den Schulgebäuden gebaut wird und der Umzug der Grundschule Schweich und der Treverer-Förderschule an den neuen Standort im Schweicher Norden in den Sommerferien 2022 geplant ist.

Anderseits ist ihr aber auch bewusst: Der Schulalltag in der Grundschule im Bodenländchen wird noch chaotischer werden als er heute schon ist. Es fehlt an Betreuungsräumen und Lagerkapazität. Dabei soll die Schülerzahl (derzeit 349) weiter steigen.

„Wir gucken, dass wir irgendwie über die Runden kommen”, sagt Steinmetz. Vier Klassen werden in Containern unterrichtet. Fachräume stehen schon längst nicht mehr zur Verfügung, weil auch dort Klassen untergebracht sind. Der einzige freie Raum sei im Keller und wegen Schimmelbildung nicht nutzbar, so Steinmetz. Wegen des Neubaus werde auch nicht mehr groß investiert. Das sei in der Treverer-Förderschule nicht anders, sagt Schulleiter Franz Josef Schwaller. Er hält den vom Zweckverband angepeilten Umzugstermin von Trier-Heiligkreuz nach Schweich für realistisch. Was der Schulleiter jedoch bedauert: „Der Rechnungshof hat uns ein Jahr gekostet.”

Der Landesrechnungshof hatte die Planung in Teilen als zu teuer kritisiert. Konkret betraf die Kritik die Breite der Flure und das Heizungs- und Lüftungskonzept (der TV berichtete).

Seit August laufen die Rohbauarbeiten. Wie Projektleiterin Ulrike Stein von der Kreisverwaltung mitteilte, wurde das Bewegungsbad als erstes gebaut, weil es unterkellert ist. Bis zu einer Tiefe von 4,30 Meter wurde ausgeschachtet. Hier stehen bereits die Außenwände des Erdgeschosses. In Richtung Bahnhofstraße entstehen die drei Schulbau-Blöcke. Die Bodenplatte von Bauteil 2 ist schon so weit fortgeschritten, dass die Anordnung der Klassen im Erdgeschoss sichtbar wird. Laut Architektin Stein wurde zur Stabilisierung des Bodens ein Kalk-Zement-Gemisch eingearbeitet.

Zu den Kosten äußerte sich Maximilian Junkes, Geschäftsführer des Zweckverbands Integratives Schulzentrum. Gegenüber der Kostenberechnung vom März 2017 habe sich das Projekt um knapp 600 000 Euro auf 39,921 Millionen Euro verteuert. Aufträge von rund 18,4 Millionen Euro seien bereits vergeben (12 Millionen Euro Gewerke, 6,2 Millionen Euro Planungkosten und 250 000 Euro Kunst am Bau). Etwa 21.5 Millionen Euro an Aufträgen seien noch zu vergeben. Einstimmig stimmten die Zweckverbandsmitglieder dem Jahresabschluss 2018 und dem Haushaltsplan 2020 zu. Junkes kündigte an, dass die Grundsteinlegung am 5. Juni 2020 geplant ist.