Weinbau: Schweicher will Gut Avelsbach kaufen

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Noch ist nichts endgültig entschieden. Doch ein aus Schweich stammender Berliner Unternehmer hat das höchste Kaufgebot für die Trierer Domäne Avelsbach abgegeben. Kommt der Kauf zustande, hätte wie bisher das DRK-Sozialwerk eine wichtige Aufgabe.

Erst müssen noch einige Details geklärt werden, muss der Finanzausschuss des rheinland-pfälzischen Landtags zustimmen. Der Berliner Unternehmer Peter Antony ist jedoch gewillt, die Weinbaudomäne Avelsbach (siehe Info) in Trier zu kaufen. Nach eigener Angabe hat er das höchste Gebot für das Weingut abgegeben, das noch dem Land Rheinland-Pfalz gehört. Er habe auch den Zuschlag erhalten.

Der 57-Jährige ist Geschäftsführer der DWM – Deutsche Wein Marketing GmbH, die unter anderem in Berlin eine große Weinmesse veranstaltet. Antony stammt aus Schweich, lebt seit vielen Jahren in Berlin und steht bereits seit längerer Zeit mit dem in Bernkastel-Kues beheimateten DRK-Sozialwerk in Kontakt. Die hat die Trierer Weinbaudomäne vom Land gepachtet, möchte jedoch aufgrund des finanziellen Risikos aus dem Vertrag heraus (der TV berichtete).

Das Land hatte aufgrund dieser Situation in einem Bieterverfahren nach einem Käufer gesucht. Laut Landesbetrieb Liegenschafts- und Baubetreuung (LBB) ist das Bieterverfahren abgeschlossen. Wie viele Angebote insgesamt eingegangen waren, wollte ein Sprecher auf Anfrage nicht mitteilen.

Über die Höhe der gebotenen Summe möchte sich Peter Antony ebenfalls nicht äußern. Sie betrage jedoch mehr als die in einem Bericht des Südwestrundfunks genannten drei Millionen Euro.

Im Gespräch mit dem Trierischen Volksfreund stellt der Berliner Unternehmer klar, dass er das Gut nicht kaufen möchte, um damit möglichst viel Geld zu verdienen. Sein Plan: Nach dem Kauf soll das Weingut im Avelsbacher Tal einer gemeinnützigen GmbH überschrieben werden. Die Firma DVM solle nichts mit der Domäne zu tun haben.

Für die Bewirtschaftung soll weiterhin das DRK Sozialwerk zuständig sein. Eine entsprechende Absichtserklärung liege vor. Ökoweine wie bisher sollen jedoch nicht mehr produziert werden.

Als Grund für sein Engagement an der Mosel nennt Antony, der sich regelmäßig in der Region aufhält, „dass er etwas zurückgeben möchte“. Das soll nun dadurch erreicht werden, dass die Mitarbeiter des Sozialwerks weiter die Domäne bewirtschaften.

Das bedeutete in der Vergangenheit, dass 2017 insgesamt 15 000 Flaschen Wein aus Beständen der DWM in Trier für den guten Zweck versteigert worden waren. Der Erlös ging damals an die Allianz für Menschlichkeit, einem Sozialbündnis des Roten Kreuzes und regionaler Unternehmen zur Unterstützung in Not geratener Menschen vor Ort.

Ziel des Unternehmers ist, dass der Verkauf der bisher im Landesbesitz befindlichen Liegenschaft möglichst rasch über die Bühne geht. Dazu bedarf es der Zustimmung des Ausschusses, der sich sowohl im Oktober als auch im November zu Sitzungen trifft.

Eile ist deshalb geboten, da im Winter die Arbeiten für den 2020er Weinjahrgang beginnen. Und die soll das DRK-Sozialwerk im Auftrag des neuen Besitzes ausführen.

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