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Schweinegrippe in der Region: Experten raten zum Impfen

Schweinegrippe in der Region: Experten raten zum Impfen

Ruhe vor dem Sturm oder Höhepunkt der Erkrankungen? In der Region sind die ersten Fälle von Schweinegrippe aufgetreten. Experten werten das bislang als normalen Verlauf und raten zur Grippe-Impfung.

(wie) Die Schweinegrippe kehrt zurück: In der Region sind die ersten Fälle aufgetreten. Nach TV-Recherchen sind derzeit elf Menschen an dem H1N1-Virus erkrankt, fünf davon in Trier und Trier-Saarburg, zwei im Eifelkreis Bitburg-Prüm und vier im Landkreis Bernkastel-Wittlich.
Aus dem Vulkaneifelkreis ist nach Angaben des Landesuntersuchungsamtes (Lua) bislang kein Schweinegrippefall gemeldet worden. Landesweit wurden 58 Infektionen mit dem H1N1-Virus registriert. „Das ist ein normaler Verlauf“, sagt Harald Michels, Leiter des Trierer Gesundheitsamtes. Zum Vergleich: Vor einem Jahr gab es um diese Zeit bereits 1600 Schweinegrippefälle in der Region, pro Woche kamen bis zu 50 neue Fälle hinzu. In Luxemburg, vor allem im Osten nahe der Eifel, sind seit Jahresende 43 Menschen, überwiegend Kinder und Jugendliche, an Schweinegrippe erkrankt.

Auffallend in Rheinland-Pfalz sei, so Lua-Sprecher Achim Ginkel, dass es sich bei fast allen festgestellten Grippe-Infektionen um H1N1-Erkrankungen handele, nur wenige Menschen infizierten sich mit der normalen Grippe, der Influenza. Das heißt, die Schweinegrippe verdrängt offenbar das alte Virus. Symptome einer H1N1-Infektion sind eine Entzündung der Atemwege, starkes Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, ein trockener Hals und Husten.

Noch sei es nicht zu spät, sich impfen zu lassen, sagt Angelika Hornig, Infektionsschutzexpertin im rheinland-pfälzischen Gesundheitsministerium. Im Gegensatz zum vergangenen Jahr müsse man sich zum Schutz vor der Schweinegrippe nicht extra impfen lassen. Die normale Grippeschutz-Impfung enthalte auch einen Schutz vor H1N1. Sie rechnet damit, dass es vor allem um Karneval zu einer stärkeren Ausbreitung der Schweinegrippe kommen wird. Sollte es zu einer Epidemie mit schweren Verläufen kommen, könne kurzfristig, der 2009 vom Land gekaufte Schweinegrippe-Impfstoff verwendet werden. 1,7 Millionen Dosen wurden damals bestellt. Wegen geringer Impfbereitschaft blieb das Land aber auf ihnen sitzen. Sie seien noch bis Ende 2011 verwendbar: „Wir sind gut gewappnet“, sagt Hornig.