Schweißperlen für eine gute Sache
Sie sind an den Start gegangen, nicht um Urkunden und Pokale einzuheimsen, sondern um mit jedem gelaufenen Kilometer Geld einzutreiben für die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft: 300 Schüler des Schweicher Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums (DBG) schwitzten einen Vormittag lang beim "Run for help" für eine gute Sache.
Schweich. Schüler des DBG haben sich unter der Leitung von Sportlehrer Martin Sons für die Menschen engagiert, die an der ältesten Nerven-Krankheit der Welt leiden, die noch immer unheilbar ist: Multiple Sklerose. Eine Krankheit, die tausend Gesichter hat, wie "Run for help"-Projektleiterin Edith Wingenfeld aus Mainz an diesem Morgen auf der Schweicher Leichtathletik-Anlage im Gespräch mit interessierten Schülern, Eltern und Lehrern erläuterte.
Die Schädigungen an den Nerven-Rinden im Körper der Kranken können unterschiedliche Beschwerden und Einschränkungen mit sich bringen, von Sprachstörungen und übergroßer Müdigkeit bis hin zu Schwindel und Spastiken.
Auch Joanna Siemionow und Stefanie Ahlke von der Trierer Selbsthilfegruppe sind nach Schweich gekommen, um die Schüler bei ihrem Lauf anzufeuern, wenn es sein muss, auch schon einmal lautstark.
Die Idee des "Run for help" ist denkbar einfach: Die Schüler suchen sich im Vorfeld Sponsoren, die sich verpflichten, für jeden gelaufenen Kilometer einen bestimmten Geldbetrag zu spenden. Dieser wird dann an die DMSG weitergereicht.
Beim Schweicher Lauf schaffte ein Schüler in zwei Stunden 23 Kilometer, acht Schüler und ein Lehrer kamen auf 20 Kilometer, viele erreichten die 15 Kilometer-Marke.
"Ich habe zwar heftige Blasen unter den Füßen, bin aber trotzdem weitergelaufen", sagte ein Neuntklässler humpelnd auf dem Weg ins Klassenzimmer, während sich eine zierliche Sextanerin die schweißnassen Haare aus dem Gesicht strich und achselzuckend fragte: "Die Zeit ist um. Darf ich jetzt nicht mehr weiterlaufen?"
Sportlehrer Martin Sons zeigte sich beeindruckt vom Laufengagement seiner Schüler, die den vielen Regenwolken am Himmel trotzten und eisern ihre Runden drehten.