Schwer was los im Meulenwald - Forstamt lädt ein zum Aktionstag

Schwer was los im Meulenwald - Forstamt lädt ein zum Aktionstag

Naturschutz und wirtschaftliche Nutzung des Waldes: Das ist das Spannungsfeld, in dem Förster arbeiten. Wie der Spagat gelingen kann, zeigt das Trierer Forstamt beim Meulenwaldtag am Sonntag. Umrahmt wird das Infopaket von einem breiten Unterhaltungs- und Kinderprogramm.

100 Hektar Wald - das sind etwa 140 Fußballfelder - müssen für den Bau des Pumpspeicherwerks in der Gemarkung Ensch (Kreis Trier-Saarburg) gerodet werden. "Das ist eine ganze Menge, aber der Nutzen der regenerativen Energiegewinnung durch Wasserkraft rechtfertigt den Eingriff", sagt Forstdirektor Gundolf Bartmann.
Dass der Schaden, der dem Wald und der Natur dafür zunächst zugefügt wird, ausgeglichen wird, dafür trägt das Trierer Forstamt mit Sorge. "Wir sind an den Naturschutzgutachten beteiligt und auch an der Umsetzung der Ausgleichsmaßnahmen", sagt Bartmann. Quasi als Wiedergutmachung werden für die 100 gerodeten Hektar im Meulenwald 100 Hektar bestehender Wald künftig nicht mehr für die wirtschaftliche Holzgewinnung genutzt, sondern für den Naturschutz. "Etwa für die Einrichtung von Feuchtbiotopen", erklärt Bartmann. Für den Mittelspecht wird ein Eichenwald so umgestaltet, dass der Vogel neue Nistplätze findet. Abgestorbenes Holz, sogenanntes Totholz, wird im Wald belassen, damit Fledermäuse sich dort besser ansiedeln können.
Naturschutz und wirtschaftliche Aspekte müssen auch bei der Windkraft möglichst unter einen Hut gebracht werden. Zwei Prozent der Waldfläche in Rheinland-Pfalz sollen die Kommunen auf Beschluss der Landesregierung für den Bau von Windrädern zur Verfügung stellen. "In der geschlossenen Waldfläche des Meulenwalds können wir uns das definitiv nicht vorstellen", sagt Forstdirektor Barmann. "Andere Gebiete - zum Beispiel Randlagen im Wald bei Kernscheid - könnten dagegen geeignet sein." Bei der Ausweisung potenzieller Windkraftflächen arbeitet das Forstamt eng mit der Stadt und dem Landkreis zusammen.
Beim großen Meulenwaldtag am Sonntag, 20. Juli, stellt das Forstamt am Quinter Forsthaus mit seinen Partnern den Besuchern diese Themen und Problematiken an Infoständen und bei Kurzinterview und kleinen Diskussionsrunden auf der Bühne vor. Die Stadtwerke Trier, die das Pumpspeicherwerk Rio bauen, sind genauso vor Ort wie die Energieagentur Rheinland-Pfalz und die Naturschutzorganisationen Nabu und BUND.
Neben der Auseinandersetzung mit diesen "harten" Themen, bietet der Meulenwaldtag Musik, Unterhaltung, Bildung und Kinderspiele rund um den Wald in all seinen Facetten (siehe Extra).Extra

Der Meulenwaldtag hat seinen Auftakt am Samstagabend, 19. Juli, mit einem Waldkonzert: Die Stadtkapelle Schweich spielt ab 19.30 Uhr auf der Naturbühne am Quinter Forsthaus Musik rund um die Themen Natur und Wald - zum Beispiel Melodien aus den Filmen Tarzan und Robin Hood, aber auch das Stück "Kyrill - der Sturm des Jahrhunderts". Am Sonntag, 20. Juli, beginnt der Meulenwaldtag um 11 Uhr. An etlichen Ständen informieren unter anderem Umweltorganisationen und das Mainzer Umweltministerium. Die Märchenerzählerin Gitta Pelzer erzählt an verschiedenen Orten im Wald ihre Geschichten, Anni Braunschädel lädt als Waldbiene zur spielerischen Umwelterziehung ein, das Puppentheater Gabi Kussani führt um 13 Uhr das Stück "Kasper, der Umweltfreund" auf. Es gibt ein Waldquiz, und die Erlebnisschule Wald und Wild des Landesjagdverbands ist vor Ort. Die Falknerfamilie Stief ist mit Uhus, Eulen, Adlern, Bussarden und Falken dabei. Für Musik sorgen die Musikvereine aus Riol und Rodt sowie die Jagdhornbläser Trier-Saarburg des Landesjagdverbands. woc