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Schwerter klirren, Barden singen

Schwerter klirren, Barden singen

LONGUICH. Burgherr Franz-Josef Mertes und sein Gefolge hatten zum mittelalterlichen Spektakel auf die Burg Longuich eingeladen. Hunderte tauchten ein in die geheimnisvolle Zeit, als sich Ritter duellierten und Minnesänger schmachteten.

Zurück ins Mittelalter: Der farbenprächtige Fanfarenzug Ensdorf stürmt die Burg Longuich. Für einen Moment legen die Frauen am Spinnrad und die Lederer ihr Handwerkszeug auf dem Mittelaltermarkt nieder. Besucher des imposanten Rittersaals strömen nach draußen. Burgherr Franz-Josef Mertes heißt edle Rittersleut' und Hunderte von erlebnishungrigen Gästen willkommen. "Unsere Weinkönigin Verena I. und ihre Prinzessin Dorothea haben Longuicher Gift für sie im Glase", sagt der Burgherr. "Trinkt Wein, drei Liter in einem Kruge in einem Zuge", animiert Franz-Josef Mertes in mittelalterlicher Manier, bevor das Spektakel im Burginnenhof beginnt: Zwischen den alten Gemäuern, gereichten Hexengerichten, Rittersleuten und Servicekräften, die alle Hände voll zu tun haben, besticht die Ritterfechtgruppe "Graf von Tchechin" aus Tschechien durch spannende Duelle. Umkämpftes Objekt der Begierde ist eine Bauchtänzerin, die vor allem den Herren der Schöpfung für Minuten die Augen verdreht. Zurück ins Heute möchte niemand, der Hunger nach spektakulärem Erlebnis wird für Stunden gestillt. Der Ritterorden "Welschpilliche" demonstriert an einer großen Tafel, wie Verhandlungen im finsteren Mittelalter geführt wurden und wie mächtig die Liebe sein kann. Helene von Holzrode und Jan Rolph von Heidweiler, Spielleute und Volkssänger der Gruppe "Eygenart" hauchen mit ihren Gesängen und dem Spiel an der Mandoline der schönen Burg Leben ein. Ganz so, wie es einst gewesen sein könnte. Neuzeitlich hatte der Landtagsabgeordnete Arnold Schmitt, gleichzeitig Ortsbürgermeister der Nachbargemeinde Riol, die Schirmherrschaft übernommen. "Schirmherr zu sein, heißt, dafür zu sorgen, dass der Schirm zu Hause gelassen werden kann", witzelte Schmitt. Überwiegend blieben die Parapluies während des zweitägigen Burgfestes zu. Der Burgherr pokerte zum zweiten Mal um Sonnenschein und regenfreie Tage zugunsten des Ambientes, das durch Festzelte zerstört werden würde. Wer sich noch einmal auf eine Zeitreise in vergangene Jahrhunderte einlassen möchte, braucht etwas Geduld. In etwa 700 Tagen bittet Burgherr Franz-Josef Mertes wieder zum mittelalterlichen Spektakel in die Alte Burg in Longuich.