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Schwierige Suche nach einem neuen Leiter des Gesundheitsamts in Trier

Meinung : Mehr Geld für den Gesundheitsamtschef wäre wünschenswert, ist aber unrealistisch

Der Kreis Trier-Saarburg findet bisher keinen neuen Leiter fürs Gesundheitsamt.

Der Countdown läuft. Der Leiter des Gesundheitsamts für Trier und Trier-Saarburg, Harald Michels, darf nicht mehr lange arbeiten. Ende Juli 2022 beginnt für ihn die Pension, ob er will oder nicht. Weiterarbeiten darf er aus Altersgründen nicht. Ein Nachfolger oder eine Nachfolgerin wird dringend gesucht, aber es bleibt schwierig, einen qualifizierten Mann oder eine passende Frau zu finden. Das ist kein Wunder. Die komplette Gesundheitsbranche sucht zurzeit schließlich händeringend nach Personal. Der Grund ist wohl die Bezahlung.

In deutschen Kliniken können Ärzte, die als Leiter des Gesundheitsamts in Frage kämen, weitaus mehr verdienen als in der Behörde. In der Region Trier kommt hinzu, dass Kliniken und Behörden auch noch mit dem luxemburgischen Arbeitsmarkt konkurrieren, wo noch einmal um ein Vielfaches höhere Nettoverdienste winken.

Hinzu kommt, dass auch der Punkt der geregelten Arbeitszeit, der oft als Argument angeführt wird, wenn es um die Vermittlung der Attraktivität von Stellen im öffentlichen Dienst geht, nicht zieht in diesem Fall. Gerade in Gesundheitsämtern werden zurzeit massig Überstunden angehäuft, weil die vierte Coronawelle über Deutschland und die Region rollt.

Insofern hilft bei der Besetzung solch hochqualifizierter Fachstellen im öffentlichen Dienst wohl nur über eine höhere Einstufung. Das allerdings ist keine Lösung, die der Kreis herzaubern kann. Da muss das Land die entsprechenden Gesetzesänderungen auf den Weg bringen. Kurzfristig wird daraus wohl nichts. Deshalb wird es eng bei der Neubesetzung dieser wichtigen Stelle im Trierer Gesundheitsamt.

c.kremer@volksfreund.de