Infrastruktur : Acht Monate auf dem Trockenen

Schwimmbadbesucher Nikolaus Kuhn schlägt vor, das Schweicher Freibad zum Hallenbad umzubauen. Das Problem ist nicht mal das Geld.

Nikolaus Kuhn aus Schweich dreht gerne seine Runden im Schweicher Freibad – und das bei jedem Wetter. Das hält den 82-Jährigen fit. „Schwimmen ist bekanntlich die gesündeste und einzige Sportart, die in jedem Alter ausgeübt werden kann”, sagt Kuhn. Und weil das so ist, findet er es schade, dass das Schweicher Erlebnisbad nur gut vier Monate im Jahr genutzt werden kann, von Mitte Mai bis Anfang September. Es sei Luxus und eine Verschwendung von Steuergeld, eine so wertvolle Sportstätte ungenutzt liegen zu lassen. Die nächsten Hallenbäder befänden sich in Trier und Wittlich, aber die seien meist überfüllt.

In einem Brief an den Trierischen Volksfreund macht Nikolaus Kuhn einen Vorschlag: Für die große Verbandsgemeinde Schweich sei es an der Zeit, über eine Erweiterung des Freibads in ein kombiniertes Frei- und Hallenbad nachzudenken. Dann könne das Bad ganzjährige genutzt werden. Nicht zuletzt sei das für die Schulen wichtig. Die Schweicher Schulen und die Grundschulen der VG brächten es auf rund 4000 Schüler. Mit einem Hallenbad in Schweich sei es möglich, diesen Schülern, aber auch jenen in anderen Nachbargemeinden, Schwimmunterricht zu ermöglichen.

Kuhn: „Es ist dramatisch, dass jedes Jahr Kinder ertrinken, nur weil sie nicht schwimmen können. Geld ist genug da, es muss nur richtig von der Politik eingesetzt werden.” Laut Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) könnten 50 Prozent der Kinder und 52 Prozent der Erwachsenen nicht schwimmen.

Der 82-Jährige hat sich auch schon Gedanken über einen möglichen Umbau gemacht: Die Grundsubstanz des Bades, etwa die Edelstahlwanne, sei in Ordnung, ebenso die Wasserversorgung. Das jetzige Bad könne mit einer modernen, energiearmen Bauweise so überbaut werden, dass im Sommer eine Außennutzung gewährleistet sei. Im Winter müssten die Seiten geschlossen sein, um die Wärme zu halten.

Das Thema Hallenbad sei schon mehrfach im Verbandsgemeinderat diskutiert worden, sagt Christiane Horsch, Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde (VG) Schweich. Die VG ist Trägerin der beiden Freibäder in Schweich und im Leiwener Höhenortsteil Zummet. Ein Um- oder Ausbau scheitere nicht mal in erster Linie am Geld („Wir sind bereit, die Schwimmbäder zu subventionieren”), sagt Horsch, sondern daran, dass nicht genügend Fachpersonal zur Verfügung stehe. „Ich bin ja schon froh, wenn wir in der nächsten Saison überhaupt unsere beiden Freibäder in Schweich und Leiwen öffnen können.” Derzeit suche die Verbandsgemeinde erneut Bademeister und Aufsichtspersonal. Eine weitere Problematik sei, so die Verwaltungschefin weiter, dass sich das Schweicher Bad im Hochwasserbereich befinde. „Es ist fraglich, ob wir für solch einen Ausbau eine Genehmigung bekommen.”

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