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Schwimmen statt Insulinspritze

Schwimmen statt Insulinspritze

Mehr als sieben Millionen Männer und Frauen in Deutschland leiden an der Stoffwechselkrankheit Diabetes mellitus. Auch Rosemarie Witkowski aus Trier-Süd lebt seit zwölf Jahren mit der Zuckerkrankheit. Die Diagnose zwang sie zu Ernährungsumstellung und Fitness. Doch die 77-Jährige lässt sich im Alltag nicht einschränken.

Trier. Diabetes mellitus - auf den Typ 2 der Krankheit bezogen - zählt zu den Wohlstandskrankheiten in Deutschland. Die Patienten erwerben die Zuckerkrankheit durch Bewegungsmangel und Übergewicht. Mehr als sieben Millionen Menschen leben derzeit in Deutschland mit der Zuckerkrankheit. Eine von ihnen ist die 77-jährige Rosemarie Witkowski aus Trier-Süd. Diabetes bekam die gelernte Modistin erst als Rentnerin vor zwölf Jahren. Dabei handelt es sich um eine Stoffwechselstörung. Um den Blutzuckerspiegel zu regulieren, müssen sich Diabetes-Patienten Insulin in Form von Tabletten oder Spritzen zuführen.
Als die Beschwerden von Gelenk- und Kieferschmerzen bei Rosemarie Witkowski zunahmen, untersuchte ihr Arzt die Blutwerte. Das Ergebnis: Diabetes Typ 2. Rosemarie bekam einen Schock. Sechs Mal im Monat musste sie zu Schulungen: Wie messe ich meinen Blutdruck und meine Blutzuckerwerte, was muss ich bei meiner Ernährung beachten? Aber wenn es ums Essen geht, verzichtet sie auf nichts: "Wenn ich Lust auf ein Stück Crèmekuchen habe, dann esse ich es, aber lasse zum Ausgleich ein Stück Brot weg."
Seit der Diagnose geht Rosemarie zwei Mal wöchentlich zum Schwimmsport, um sich fit zu halten. "Nach dem Schwimmen bin ich meistens unterzuckert. Ansonsten macht sich die Diabetes im Alltag nur in Stresssituationen im Auto bemerkbar." Den Zuckerspiegel reguliere sie in dem Fall mit Traubenzucker oder Cola. "Die Krankheit habe ich nun mal, und ich lebe jetzt damit." Probleme hat sie mit dem Spritzen von Insulin. "Das erste Mal war erst fünf Jahre nach der Hauptdiagnose", sagt sie. "Für mich war das eine große Überwindung. Zu Beginn hatte ich häufig Blutergüsse am Bauch." Täglich soll sie insgesamt vier Mal spritzen. Sie sagt: "Ich lasse mich aber nicht einschränken."
Der Schwimmsport hilft Rosemarie Witkowski aber nicht nur, fit zu bleiben und ihre Krankheit im Griff zu behalten. Es ist auch die Gemeinschaft, die sie schätzt: "Mit der Gruppe kann man sich auch über Therapien austauschen. Noch wichtiger ist für mich, dass wir uns gegenseitig motivieren. Wir rufen an, wenn jemand krank ist oder fehlt, und gehen ein Mal im Monat gemeinsam aus. Und das brauche ich mehr als jede Spritze."
Extra

Der Welt-Diabetes-Tag ist neben dem Welt-Aids-Tag der zweite offizielle Tag der UN (Vereinten Nationen), der einer Krankheit gewidmet ist. Er wurde im Dezember 2006 beschlossen und ist jedes Jahr am 14. November. Mehr Informationen zur Krankheit: Diabeteszentrum am Krankenhaus der Barmherzigen Brüder, Internet www.bk-trier.de/bk_trier/Medizin-Pflege/zentren/Diabeteszentrum /diabetes_fussambulanz.php cig