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Seelsorge in der Corona-Krise mal etwas anders: sredna

Mutmacher : Seelsorge in Trier mal etwas anders: sredna

Leben in der Kirche und Online-Angebote: Wie in der Corona-Krise ein Verein in Trier-Süd die christliche Selbsthilfe fördert und praktiziert.

Je schwieriger die Zeiten, desto voller die Kirchen – diese Faustregel gilt derzeit nicht. Die Zeiten sind schwierig, aber die Gotteshäuser nicht mehr Orte, wo viele Menschen zusammenkommen können. Alle öffentlichen Gottesdienste im Bistum Trier fallen bis mindestens 20. April aus. Doch aus der Corona-Krise erwachsen neue Ideen und alternative Angebote.

Zum Beispiel in der Pfarrkirche Herz Jesu in der Trierer Südstadt. Die gehört seit 2003 zu St. Matthias und würde nur noch eine Nebenrolle im Leben der Großgemeinde spielen, gäbe es nicht den Verein sredna.herz-jesu. Dessen Mitglieder organisieren kulturelle und soziale Projekte und zeigen, dass Kirche auch „anders“ (umgekehrt gelesen: sredna) gehen kann. Auch unter schwierigen Rahmenbedingungen. In dieser Wochen hat das sredna-Team die Kirche offen gehalten. „Für eine Zeit der Stille, für ein Gebet, das Anzünden einer Opferkerze – die Menschen suchen Halt und Heimat in ihrer Kirche“, sagt Pfarrer Ralf Schmitz (60). Die Resonanz: „Erfreulich positiv!“, berichtet Petra Weiland (63), Vorsitzende des Verwaltungsrates und Mitglied in der Leitung von sredna. Pro Tag hätten gut 30 Leute aller Altersgruppen und sogar aus dem Trierer Umland vom Angebot der offenen Tür Gebrauch gemacht. Aber maximal in kleinen Gruppen: „Die Hygiene- und Abstandsvorschriften werden selbstverständlich beachtet.“

Gilt auch bei sredna-Angeboten in der Herz-Jesu-Kirche: Zwei Meter Sicherheitsabstand halten! Foto: Roland Morgen

Fraglich allerdings, ob die Aktivitäten der zurückliegenden Woche – darunter Orgelmeditation und Singen mit Jutta Thommes (55), Lesungen mit Marc-Bernhard Gleißner (36), gemeinsames Beten und Seelsorge-Gespräche mit Pfarrer Schmitz oder Pastoralreferentin Katja Bruch (42) – aufrecht erhalten werden können. Den geplanten Start in die Gartensaison hat Gemeindereferent Heiko Paluch schon abgeblasen: „Das Gartenteam besteht aus zwölf Leuten – nach den derzeit geltenden Vorschriften zu viel für unsere kleine Anlage.“

Doch selbst, wenn es weitere Einschränkungen gibt: „Wir machen natürlich weiter“, kündigt Leitungsteam-Mitglied Matthias Werner (64) an. In der nächsten Phase wolle man verstärkt online aktiv sein – ermutigt durch die guten Erfahrungen und positiven Rückmeldungen der Aktivitäten via Internet. Doch auch an die Menschen in der Gemeinde, die nicht über einen Computer mit dem Rest der Welt verbunden sind, soll weiterhin gedacht werden. Wer praktische Hilfe etwa beim Einkaufen braucht oder einfach nur reden möchte, kann sich bei Ralf Schmitz (Telefon 0151/53831174) oder im Pfarrhaus St. Matthias (0651/32634) melden.

Die Kirche Herz Jesu in der Trier-Süder Friedrich-Wilhelm-Straße. Foto: Roland Morgen

Schmitz betont, sredna mache „kein eigenes Ding innerhalb der Kirche und erhebt auch keinen Alleinvertretungsanspruch. Wir erfahren aber, dass es für viele Menschen wichtig und nützlich ist, was wir hier anbieten.“

Mit anderen Worten: Wenn es das Angebot in der Herz-Jesu-Kirche und online nicht gäbe, dann müsste man es erfinden? „Ja, das kann man genau so sehen“, sagt Schmitt.

Infos zu sredna gibt es online unter


sredna-herzjesu.de


Weitere Angebote finden sich auf der Themenseite des Bistums:


www.t1p.de/medial-mitbeten

und beim Dekanat Trier:

Logo Mutmacher PRINT. Foto: TV/Schramm, Johannes


www.dekanat-trier.de