Segen für vier Pfoten

Hunde, Katzen, Meerschweinchen und eine Schildkröte: Vor den Türen der Kirche St. Valerius ist es erstmals tierisch zugegangen. Mehrere Trierer Träger organisierten nach einer Idee des Tierschutzvereins einen ökumenischen Tiergottesdienst - mit persönlichem Segen für Mensch und Tier.

Trier. Ganz ruhig und entspannt sitzt Yorkshire-Terrier Lumpi neben seinen Besitzern Richard Wagner und Karen Schweder, aufmerksam beobachtet er seine Umgebung. Dass zum Tiergottesdienst im Außenbereich der Kirche St. Valerius in Trier noch weitere 50 Hunde, Katzen, Meerschweinchen und eine Schildkröte sowie ihre knapp 100 Halter gekommen sind, bringt ihn nicht aus seiner disziplinierten Fassung. "Auch Tiere sind Geschöpfe Gottes, die gesegnet werden können, deswegen sind wir heute hier", erklärt Schweder.
Es ist das erste Mal, dass in Trier ein Gottesdienst speziell für Tiere organisiert wird. Ideengeberin Sonja Müller vom Tierschutzverein Trier führte Gespräche mit der Benediktinerabtei St. Matthias und der Katholischen Hochschulgemeinde Trier. Gemeinsam stellten sie die Veranstaltung auf die Beine. "Mir ist der Gedanke zu einer solchen Veranstaltung spontan gekommen. Unabhängig vom eigenen Glauben muss man auch Tieren Wertschätzung und Liebe entgegenbringen", sagt Müller.
Die religiöse Leitung der ökumenischen Messe übernehmen Bruder Athanasius, ehemaliger Abt von St. Matthias Trier, und die evangelische Pfarrerin Wiltrud Bauer aus dem Saarland. "Gott sorgt für Mensch und Tier. Durch die Segnung können wir auch die Tiere der besonderen Gegenwart Gottes anvertrauen", sagt Bruder Athanasius.
Tiere als Geschenk Gottes


Bis auf wenige Ausnahmen verhalten sich die Vierbeiner fast geräuschlos, während ihre menschlichen Freunde Gebete sprechen und zusammen Loblieder anstimmen. Pfarrerin Bauer betont im Anschluss das Bewusstsein für den verantwortungsvollen Umgang mit Tieren. "In einer Welt, in der Tiere immer wieder gequält und ausgenutzt werden, ist es besonders wichtig, sie als Geschenk Gottes zu betrachten." Auch wenn sie ohne Worte sprechen, würden sie dem Menschen Vertrautheit und Freundschaft schenken, betont Bauer.
Bruder Athanasius und Pfarrerin Müller gehen für die Segnung durch die Reihen und nehmen sich ausdrücklich für jedes Tier und seine Besitzer Zeit. Warme Worte und barmherzige Gesten erfreuen ringsum die Gemüter. "Ich finde es toll, dass die Kirche hier mitmacht, und hoffe auf mehr Respekt bei den Menschen im Kontakt mit Tieren", sagt Helga Meier nach der Segnung ihres Hundes. Auch Lumpi und seine Besitzer sind begeistert: "Unser Hund war während des Gottesdienstes ganz lieb, so etwas würden wir gern wiederholen", sagt Richard Wagner.