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Sehenswürdigkeiten von Trier: Wo man einmal gewesen sein muss

Urlaub und Freizeit : Die Sehenswürdigkeiten von Trier: Wo man einmal gewesen sein muss

Wer in Trier die Sehenswürdigkeiten der Stadt besuchen will, hat kurze Wege. Viele Highlights liegen nur wenige Minuten Fußweg auseinander. Wir verraten, was man bei einer Reise ansehen sollte.

Nach Bescheidenheit klingt das nicht: „Vor Rom stand Trier 1300 Jahre“ behaupten die Moselstädter. Ob es die sagenhafte Gründung in vorchristlicher Zeit tatsächlich gegeben hat, ist umstritten. Fest steht aber: Trier ist die älteste Stadt Deutschlands und hat dementsprechend so viele Denkmäler wie kaum eine andere deutsche Stadt.

Was muss man in Trier gemacht haben?

Und an den Sehenswürdigkeiten von Trier kommt man bis heute nicht vorbei, wenn man die Stadt besucht. Das geht schon los mit der Moselbrücke: Sie ist die älteste Brücke Deutschlands. Weil 17 vor Christus die Römer über der Mosel diese hölzerne Brücke errichteten, wird auf jenes Jahr die Stadtgründung Triers datiert. Seinen Namen verdankt Trier zwar dem keltischen Stamm der Treverer, der das Moseltal bereits seit dem ersten vorchristlichen Jahrhundert besiedelt hatte, doch sind es eindeutig die Römer, die der Stadt ihren Stempel aufgedrückt haben: Ob Porta Nigra, Basilika, Kaiserthermen, Amphitheater, Barbarathermen, der Trierer Dom mit seinem Ursprung als römische Palastaula, die Römerbrücke – keine andere deutsche Stadt verfügt über so viele Bauten (allesamt als Unesco-Weltkulturerbe anerkannt) aus der Zeit des Imperiums wie eben die ehemalige Augusta Treverorum.

Was bietet Trier an Sehenswürdigkeiten?

Vor allem natürlich die Porta Nigra (gebaut 170 n. Chr.), das am besten erhaltene römische Stadttor nördlich der Alpen. Aber nicht nur von außen begucken, sondern von innen besteigen! Gut, etwas schwindelfrei sollte man schon sein, um die schöne Aussicht aus luftiger Höhe zu genießen. Die Römer haben nun mal mit architektonischem Minimalismus nichts am Hut gehabt, sondern immer recht kolossal gebaut. Ob sie selbst die Porta auch als „nigra“, also „schwarz“ bezeichnet haben, weiß man nicht. Nachgedunkelt ist sie wohl erst über die Jahrtausende hinweg. Übrigens kann man im Innern dieser Sehenswürdigkeit von Trier nicht nur große Steinquader bestaunen, sondern auch barocke Reliefs entdecken. Wer hätte das gedacht? Im erzkatholischen Trier diente die Porta Nigra (die nur eines von ehedem vier Stadttoren war) auch einmal als Kirche.

 Für die Porta Nigra ist Trier international bekannt.
Für die Porta Nigra ist Trier international bekannt. Foto: Roland Morgen

Tatsächlich eine Kirche ist heute die Konstantinbasilika, und zwar die evangelische Kirche zum Erlöser. Sie wurde im 4. Jahrhundert als römische Palastaula erbaut und diente als Audienzhalle der römischen Kaiser, die damals in der Stadt residierten. Betritt man den heutigen monumentalen Kirchenraum, kann man noch etwas spüren von der imperialen Größe Roms.

Wem diese Sehenswürdigkeit zu pompös ist, dem sei ein paar Schritte weiter der reizende Palastgarten empfohlen. Die Parkanlage, die erst in den 1930er-Jahren (wieder-)angelegt wurde, imitiert französische Gartenanlagen des 18. Jahrhunderts und wurde nach Originalplänen des Rokoko angelegt. Das namensgebende barocke Kurfürstliche Palais, dem der Garten vorgelagert ist, war im 17. Jahrhundert Residenz der Fürstbischöfe von Trier. Dieses grenzt wiederum baulich direkt an die Basilika.

Aber wie sollte es in Trier anders sein ­-­ noch ein paar Schritte weiter, und man ist schon wieder im alten Rom: Die Kaiserthermen südlich des Palastgartens sind die monumentalen Überreste einer großflächig geplanten spätantiken römischen Badeanlage und späteren Reiterkaserne. Auch dieser Bau mit seinen teilweise noch 19 Meter hoch erhaltenen Mauern gehört zu den größten römischen Thermen nördlich der Alpen. Als Kulturdenkmal steht er seit 1989 unter Denkmalschutz. Die Kaiserthermen, die heute ein Archäologischer Park sind, wurden tatsächlich aber nie fertiggestellt und waren auch nicht mal die größten Badebauten Triers. Das waren vielmehr die Barbarathermen. Weitere Thermen, die ebenfalls eine Sehenswürdigkeit von Trier sind, waren die Thermen am Viehmarkt.

Ebenfalls keine kleine Bühne bot das Amphitheater Trier im nahen Stadtteil Olewig, das bereits im 2. Jahrhundert errichtet wurde. Es bot immerhin 20.000 Menschen Platz und wurde bis zum 5. Jahrhundert genutzt. Kaiserliche Beamte und in der Spätantike auch einige persönlich anwesende Kaiser veranstalteten dort für die Bürger Tierhetzen (venationes), entschieden in Gladiatorenkämpfen über Leben und Tod, ließen Hinrichtungen vornehmen und wichtige Ankündigungen ausrufen. Das Amphitheater diente zudem als östliches Stadttor von Trier.

Was kann man in Trier Cooles machen?

Man kann natürlich die römischen Sehenswürdigkeiten alle nacheinander abklappern. Oder aber sich ganz anders, lebendiger, diesen historischen Stätten nähern. Das macht auch Kindern viel mehr Spaß als sich vermeintlich trockene Geschichte anzuhören. Trier Tourismus bietet hierfür spannende Erlebnisführungen – sogar mit echten Römern. So folgen in „Das Geheimnis der Porta Nigra“ die Teilnehmer einem Centurio, also einem echten römischen Soldaten in voller Montur, und ergründen das Gebäude bei einer spannenden interaktiven Zeitreise. Oder sie begleiten den Gladiator Valerius, der vor rund 1800 Jahren das letzte Mal im Trierer Amphitheater um sein Leben kämpfen musste. Bei einem Gang durch die Arena und deren Untergrund kann man Valerius in seine blutige Vergangenheit folgen – als römischer Gladiator, auf den Spuren der Kämpfer und seiner Freunde sowie der Tiere, die alle im großen Rund der Arena ihr Leben gelassen haben.

Welche Sehenswürdigkeiten gibt es in der Altstadt von Trier?

Der Hauptmarkt mit dem Petrusbrunnen und dem frühmittelalterlichen Marktkreuz von 958 in seiner Mitte, dem ältesten in ganz Deutschland, ist wohl einer der malerischsten Marktplätze in Mitteleuropa. Mit einer kleinen Körperdrehung kann man von dort aus die Porta im Norden und den Dom im Osten sehen und vor allem die wunderschönen Häuserfassaden ringsum aus vielen Jahrhunderten Bauepochen bewundern. Am eindrucksvollsten unter ihnen ist wohl die Steipe, das älteste Trierer Gemeindehaus, das im 14. Jahrhundert zeitweise als Rathaus genutzt wurde, mit seinen Spitzbogenarkaden und den wehrhaften Ritterfiguren.

 Der Hauptmarkt in Trier gilt nicht nur selbst als Sehenswürdigkeit. Von hier aus sind auch viele andere Sehenswürdigkeiten sehr schnell erreichbar.
Der Hauptmarkt in Trier gilt nicht nur selbst als Sehenswürdigkeit. Von hier aus sind auch viele andere Sehenswürdigkeiten sehr schnell erreichbar. Foto: Nicole Kraiker

Über dem Hauptmarkt erhebt sich der Turm der gotischen Marktkirche St. Gangolf. Und die ist schuld, dass der Dom nebenan zwei unterschiedlich hohe Türme hat. Wie haben sich in Trier diese Sehenswürdigkeiten gegenseitig beeinflusst? Weil der hohe Gangolf-Turm der Bürgerschaft die Dom-Türme überragte, hätten die Trierer Erzbischöfe einen der beiden nach oben hin „verlängert“, so geht die Legende. Heute ziert St. Gangolf die Teil-Inschrift „Vigilate et orate …“. Die Fortsetzung dieses Bibelwortes findet sich am höheren der beiden Domtürme: „Nescitis hora dominus veniet.“ Zu deutsch: „Wachet und betet ... denn ihr kennt nicht die Stunde, in welcher der Herr kommt.“ So geht Versöhnung auf trierisch.

Unbedingt sehenswert ist auch das um 1230 entstandene Dreikönigenhaus an der Simeonstraße mit seiner farbenfrohen hochmittelalterlichen Fassade, noch heute ein imposantes Zeugnis trierischen Bürgerreichtums im Mittelalter aufgrund weitreichender Handelstätigkeit.

Ein weiteres „Muss“ des mittelalterlichen Triers ist die Liebfrauenkirche, eine der ersten, wenn nicht die erste gotische Kirche Deutschlands und zugleich eine architektonische Liebeserklärung an die Mutter Gottes, die damals auch als mythische Rose verehrt wurde. Daher hat der filigrane Kirchengrundriss die elegante Form einer zwölfblättrigen Rose erhalten.

Welche Sehenswürdigkeiten gibt es in Trier für Kinder?

Neben den Erlebnisführungen mit Centurio und Gladiator bietet Trier auch einen speziellen Kinderrundgang unter dem Motto „2000 Jahre ­- 4000 Schrittchen“. Und man kann sich mit den Kleinen bei einer „Togaführung“ die Stadtgeschichte von einem echten Römer kindgerecht erzählen lassen. Im Spielzeugmuseum Trier lockt eine bunte, plüschige und prallgefüllte Dauerausstellung mit mehr als 5000 Ausstellungsstücken: Bei Blechspielzeug, Zinnfiguren, Lego und Märklin-Baukästen, Eisenbahnen und Schuco-Autos, Puppen und Puppenstuben, Steiff-Tieren und vielem mehr kommen kleine und große Spielzeugfreunde auf ihre Kosten.

Was ist besonders an Trier?

Natürlich hat Trier auch Sehenswürdigkeiten, die nichts mit den Römern zu tun haben. Die Stadt hat noch ganz andere, interessante und schöne Seiten. Etwa das einzige Apostelgrab nördlich der Alpen in der Benediktinerabtei St. Matthias oder die erste gotische Kirche Deutschlands (Liebfrauen direkt neben dem Dom) und nicht zuletzt das Karl-Marx-Haus, Geburtsstätte des großen Philosophen und Revolutionärs. Trier mit seinen 110.000 Einwohnern ist Universitätsstadt und, was kaum einer weiß, sogar Wallfahrtsort: In loser Folge wird alle paar Jahrzehnte eine antike Tunika im Dom ausgestellt wird. Diese Reliquie, bekannt als „Heilig Rock“, ist der Überlieferung nach jenes Gewand, das Jesus vor seiner Kreuzigung trug. Helena, die Mutter des römischen Kaisers Konstantin, soll sie einst nach Trier gebracht haben. Konstantin war es übrigens, der Trier im 4. Jahrhundert (zumindest vorübergehend) sogar zur römischen Kaiserstadt gemacht hat.

Welche Sehenswürdigkeiten bietet die Umgebung von Tier?

Im Trierer Becken öffnet sich das mittlere Moseltal zu einem besonders fruchtbaren Talboden, an dem sich im Südosten der Hunsrück mit seinen Hochflächen und im Nordwesten die Eifel anschließen. Ein Katzensprung ist es zum Großherzogtum Luxemburg: Nur 15 Kilometer liegt das luxemburgische Grenzstädtchen Wasserbillig entfernt. Dort ist neben anderen Sehenswürdigkeiten aber weniger das Wasser, sondern der Sprit sehr preiswert, da dieser in Luxemburg nicht so hoch mit Steuern belegt wird.

Auf dem Weg von Trier dorthin kommt man durch den kleinen Ort Igel, und dort sollte man die Augen unbedingt rechts halten: In Igel steht nämlich die Igeler Säule. Und die ist neben dem Mainzer Drususstein das einzige, an seinem Originalstandort seit der Antike oberirdisch erhaltene römische Grabmal nördlich der Alpen. Die imposante Säule aus dem 3. Jahrhundert n. Chr., errichtet im typischen roten Moselsandstein, ist ungefähr 23 Meter hoch und mit zahlreichen Reliefs geschmückt, die Szenen aus dem Alltags- und Berufsleben römischer Tuchhändler sowie aus der Mythologie zeigen. Die Fresken waren ursprünglich wie bei den meisten antiken Skulpturen farbig gestaltet, doch ist davon nichts mehr erhalten. Dennoch ist diese Sehenswürdigkeit bei Trier noch heute ein imposantes Beispiel römischer Bestattungskultur.

Möglicherweise war die Säule aber gar kein echtes Grabmal, sondern sollte vor allem neben der Erinnerung an die Toten der Familie werbend auf den Tuchhandel der Erbauerfamilie hinweisen. Die Säule inmitten des eher dörflich geprägten Umfelds der heutigen Zeit wurde jahrzehntelang etwas sträflich behandelt. Doch inzwischen wird sie den Besuchern in einem schön hergerichteten Umfeld präsentiert.

Noch ein Tipp für Trier-Besucher, die Idylle abseits des Mainstreams suchen, ist das klassizistische Schloss Monaise etwas außerhalb und fast direkt an der Mosel gelegen: Dem Charme von Schloss und Gartenanlage, dem einzigen im Louis-Seize-Stil errichteten Bau auf deutschem Boden, kann man sich insbesondere seit der Renovierung in den 1990er-Jahren nicht entziehen.

Und wer sich nach so vielen Besichtigungen endlich mal einen guten Tropfen genehmigen will: Im Stadtteil Zurlauben, einem ehemaligen Fischerort, kann man von zahlreichen Terrassen aus direkt auf den Fluss schauen und einen guten Moselwein genießen. Denn auch dieses verdanken die Trierer und die ganze Region den Römern: die Kunst des Weinbaus. Im klimatisch idealen Trierer Becken gedeiht vor allem die Rebsorte Riesling. Somit ist Trier, neben all den Sehenswürdigkeiten, auch die deutschlandweit älteste Weinregion.

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