Seine letzte Vorlesung

TRIER. (red) Nach 23 Jahren an der Uni Trier hält Professor Rolf Birk seine Abschiedsvorlesung und geht in den Ruhestand. Er war der erste rechtswissenschaftliche Direktor am Institut für Arbeitsrecht und Arbeitsbeziehung in der Europäischen Gemeinschaft (IAAEG).

Mit seinem Ruf 1983 an die Universität Trier übernahm Rolf Birk die Professur für bürgerliches Recht, Arbeitsrecht und Internationales Privatrecht und wurde gleichzeitig erster rechtswissenschaftlicher Direktor des damals neugegründeten Instituts für Arbeitsrecht und Arbeitsbeziehung in der Europäischen Gemeinschaft (IAAEG). Mit dem Ende des Sommersemesters geht Birk in den Ruhestand, das heißt er wird am 30. September 2006 emeritiert. Am 14. Juli 2006 hält er seine Abschiedsvorlesung zum Thema "Perspektiven des Internationalen Arbeitsrechts" in der ehemaligen Kapelle auf Campus II (Petrisberg). Der Titel des Vortrags weist auf die wissenschaftlichen Schwerpunkte hin, die Birk in seiner langen erfolgreichen wissenschaftlichen Karriere für sich gesetzt hat. Birk gehört auf dem Gebiet des Internationalen und Europäischen Arbeitsrechts seit den 80-er und 90-er Jahren zu den führenden Experten. Das Ministerkomitee des Europarats ernannte ihn 1994 zum Mitglied des Committee of Independent Experts, dem heutigen European Committee of Social Rights (ECSR), dem er von 1996 bis 1998 als Präsident vorstand. Außerdem hatte er zahlreiche Gastprofessuren auf fast allen Kontinenten weltweit, unter anderem in den USA, Japan, Taiwan, Italien, Niederlande. Insbesondere mit Ungarn verband ihn ein langjähriges wissenschaftliches Interesse, das 1996 mit der Ehrendoktorwürde der Universität Miskolc und 2001 mit der Verleihung der Ehrendoktorwürde der Universität Pécs gewürdigt wurde. Aufgrund der zahlreichen Kontakte zum Ausland ist das IAAEG heute eine Anlaufstelle für viele ausländische Wissenschaftler, die insbesondere im Europäischen Arbeitsrecht Forschung betreiben. Birk betreute daher neben deutschen Doktoranden zahlreiche ausländische Promovenden. Er ist Mitherausgeber der Zeitschrift für vergleichende Rechtswissenschaft sowie der "Zeitschrift für internationales Arbeits- und Sozialrecht" (ZIAS) sowie der Schriftenreihe "Studien zum ausländischen, vergleichenden und internationalen Arbeitsrecht" und "International vergleichende Schriften zur Personalökonomie und Arbeitspolitik" des IAAEG.Interesse gilt dem Arbeitsrecht

Lange Jahre gehörte Birk dem Vorstand der Deutschen Sektion der Gesellschaft für Rechtsvergleichung an. Dem Vorstand der Internationalen Gesellschaft für das Recht der Arbeit und der Sozialen Sicherheit, IGRAS, gehört er nach wie vor an. Das besondere wissenschaftliche Interesse Birks gilt dem europäischen und internationalen Arbeitsrecht. Das Internationale Arbeitsrecht, das Arbeitsvölkerrecht und das europäische Arbeitsrecht kommentierte er im Münchener Handbuch zum Arbeitsrecht. Hinzu kommt eine Kommentierung unter anderem zum internationalen Erbrecht im Münchener Kommentar zum BGB. Insgesamt kann Birk derzeit auf über 200 Veröffentlichungen in angesehenen deutschen und ausländischen Fachblättern zurückblicken. Demnächst steht die Veröffentlichung eines Kommentars zur Europäischen Sozialcharta in englischer Sprache an.

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