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Seit Montag gilt in Bussen und Bahnen Tragepflicht. In Trier halten sich die Fahrgäste daran.

Corona-Pandemie : Wer keine Maske hat, bekommt eine

Seit Montag gilt in Bussen und Bahnen Tragepflicht. In Trier halten sich die meisten Fahrgäste daran. Wer keine hat, dem helfen die Stadtwerke und der Verkehrsverbund mit Einwegmasken aus.

Seit 6.30 Uhr halten drei Mitarbeiterinnen des Verkehrsbetriebs der Stadtwerke (SWT) die Stellung auf dem Trierer Hauptbahnhofsvorplatz. Ihre Mission: kostenlose Schutzmasken ausgeben an Fahrgäste, die keine haben.

„Oben ohne“ ist vorbei, aber viel zu tun haben die Damen nicht. „Wir haben mit deutlich mehr Betrieb gerechnet“, sagt Beate Stumps (44). Tatsächlich ist die Zahl der Buskunden am Montagmorgen sehr überschaubar. Davon, dass erstmals seit Wochen wieder Jugendliche und junge Erwachsene zum Schulunterricht unterwegs sind, ist um 7.30 Uhr erstaunlich wenig zu spüren.

Ebenso erstaunlich wenige Fahrgäste ignorieren die Maskenpflicht. Einer der „Verweigerer“ ist ein etwa 40-jähriger Mann, der aus einem in Richtung Igel fahrenden Stadtbus der Linie 3 ausgestiegen ist. Er sagt: „Ich trage keine, weil meine Brille immer beschlägt.“ Und keine Probleme im Bus bekommen? „Nein, der Fahrer hatte selbst keine Maske an und auch nichts zu mir gesagt.“

Von Beate Stumps nimmt der Mann dann trotzdem eine Maske an und zeigt sich einsichtig: „Damit kann ich in Zukunft vielleicht Ärger vermeiden.“ Und das Anlaufen seiner Brille ebenfalls: „Man muss sie nur richtig tragen“, erklärt die SWT-Mitarbeiterin.

Ärger müssen Fahrgäste ohne Mund/Nasenschutz nicht befürchten. „Wir werden niemanden an der Haltestelle stehen lassen oder des Busses verweisen“, kündigt Stadtwerke-Verkehrschef Michael Schröder (49) an. Die Tragepflicht könne dennoch erfüllt werden:  Für alle Fälle haben die Busfahrer einen kleinen Vorrat auf Lager, und ein SWT-Team wird weiterhin an großen Busstationen im Verteil-Einsatz sein. „Das war keine Eintagsaktion“, stellt Schröder klar, „Wir haben das Thema langfristig auf dem Schirm.“

Die am Montag verteilten Exem­plare stammen aus Beständen der Stadt Trier. Wenn diese insgesamt 1500 Stück unters Volk gebracht sind, können die Stadtwerke auf Masken zurückgreifen, die der Verkehrsverbund Region Trier (VRT) geordert hat und nun seinen insgesamt 18 Mitgliedsunternehmen zur Verfügung stellt. „Wir haben 5000 Einwegmasken bestellt und hoffen, dass wir damit in dieser Woche über die Runden kommen“, sagt VRT-Pressesprecherin Karin Besel (54). In der kommenden Woche gebe es Nachschub vom Land Rheinland-Pfalz. „Dann erhalten wir 14 000 weitere.“

Die Kundschaft findet es gut, in der Maskenfrage nicht alleine gelassen, sondern im Bedarfsfall versorgt zu werden. „Eine tolle Sache“, meint etwa Anna-Sophie André (21) aus Bitburg, die per Bus nach Trier zur Arbeit und zurück fährt.

Am späten Nachmittag des ersten Schutzpflicht-Tages wird sowohl bei den Stadtwerken als auch beim VRT ein positives Fazit gezogen. Die allermeisten Fahrgäste hätten sich sehr diszipliniert und konstruktiv verhalten; das gelte auch für die Bahnfahrer. Negative Rückmeldungen haben Michael Schröder und Karin Besel laut eigenem Bekunden nicht erhalten.

Während die Stadtbusse in dieser wie auch in der vergangenen Woche noch nach Ferienfahrplan verkehren, kehren die SWT ab 4. Mai zum vollen Programm zurück. „Dann sind wir wieder mit 100 und nicht wie momentan mit 80 Prozent unserer Busse im Einsatz“, kündigt der SWT-Verkehrschef an. Lediglich die „Uni-Linien“ 13 und 16 pausieren wegen des digitalen Sommersemesters.

Das Tragen von Mund-Nase-Schutzmasken ist in Zügen und Bahnen Pflicht – und die Fahrgäste halten sich weitgehend daran. Foto: Roland Morgen

Keine Pause hat die Ticketpflicht, auch wenn Busfahrer in Corona-Zeiten wie schon seit Wochen keine Fahrkarten verkaufen. Schröder zeigt sich „froh, dass die momentane Situation nur vereinzelt missbraucht wird und unsere Kunden ehrlich sind und die Tickets online, im Stadtbus-Center oder im VRT-Infomobil kaufen.“