Seitensprünge an der Mosel

Schweich/Konz/Saarburg · Wandern ist zur Trendsportart für alle Altersklassen geworden. Dementsprechend rüsten viele Kommunen mit neuen Strecken auf. Auch an Mittel- und Obermosel sind im Jahr 2014 zusätzliche Wege geplant.

Schweich/Konz/Saarburg. Einer aktuellen Studie der Zeitschrift "fit for fun" zufolge gehen 35 Millionen Deutsche regelmäßig wandern - das ist mehr als ein Drittel. Auch in der Region gibt es immer mehr Wanderwege. Das Netz soll auch im Jahr 2014 weiter ausgebaut werden. Zugpferd dieser Aktivitäten ist der Moselsteig, der am 12. April offiziell eröffnet wird.
Der Moselsteig folgt als Fernwanderweg dem Lauf der Mosel von der Grenze zu Frankreich bis nach Koblenz. Er ist 365 Kilometer lang und ist in 24 Etappen aufgeteilt. Als Fernwanderweg trägt der Moselsteig das Siegel des deutschen Wanderverbands "Qualitätsweg Wanderbares Deutschland" und das europäische Wandersiegel "Leading Quality Trail - Best of Europe".
Startpunkt ist der deutsch-französische Grenzort Perl an der Obermosel. Dann geht es an Trier vorbei durch die weltweit einzigartige Mäanderlandschaft mit ihren engen Schleifen und den steil abfallenden Weinbergen bis nach Koblenz ans Deutsche Eck, wo die Mosel in den Rhein mündet.
Darüber hinaus - und das ist besonders für Wanderer interessant, die eine Tages- oder Halbtagestour planen - sind sogenannte "Seitensprünge" geplant. Ãhnlich den Traumschleifen am Saar-Hunsrück-Steig wird auch der Moselsteig kleinere Rundwanderwege anbieten. Hier ein Überblick über bestehende und geplante Routen:

Verbandsgemeinde Schweich: Die bestehenden Rundwanderwege "Extratour Mehringer Schweiz" und "Extratour Zitronenkrämerkreuz" im Raum Mehring/Ensch/Pölich erhalten jeweils den Zusatz "Seitensprung". Beide sind zertifiziert und erfüllen somit die Voraussetzungen als Premiumwanderweg. Laut Sven Thiesen, Leiter der Tourist-Information Römische Weinstraße, sollen 2014 drei weitere Seitensprünge hinzukommen. Die knapp zehn Kilometer lange Route "Longuicher Sauerbrunnen" werde voraussichtlich Anfang Juni an den Moselsteig angedockt. Weitere Wanderschleifen sind bei Trittenheim und Klüsserath geplant.

Verbandsgemeinde Trier-Land: In der VG Trier-Land sollen nach Auskunft von Kerstin Schwarz von der Tourist-Info Trierer Land alle Wanderwege auf den Prüfstand kommen. Bis 15. Februar würden sich Gemeinderäte mit dem Thema befassen. Premium-Rundwege am Moselsteig zu installieren sei nicht einfach, weil die bestehenden Wege - etwa bei Igel und Langsur - vielfach asphaltiert seien und damit die Voraussetzungen für Premiumwege nicht erfüllten. Die Prüfer bewerten nach einem Punktesystem. Je naturbelassener ein Pfad ist, desto besser die Benotung. "Wir wollen uns mehr zeigen", sagt die Touristik-Fachfrau, "aber Premiumqualität ist auch eine Kostenfrage". Als "Zuwegung" anerkannt ist eine Moselsteig-Schleife über das Weltkulturerbe Igeler Säule und das Grutenhäuschen.

Verbandsgemeinde Ruwer: Der Moselsteig tangiert die VG Ruwer nicht unmittelbar. Jedoch führen zwei Etappen des Saar-Hunsrück-Steigs - er ist für viele der schönste Wanderweg Deutschlands - durch das Ruwertal (von Kell nach Kasel und von Kasel bis zum Trimmelter Hof in Trier). Ferner können Wanderer drei Traumschleifen nutzen: den Schiefer-Wackenweg (Thomm/Herl), den Morscheider Grenzpfad und den Römer-Kelten-Pfad (Farschweiler/Lorscheid).

Verbandsgemeinden Konz und Saarburg: Bis zur Moselsteig-Eröffnung sollen nach Auskunft von Stefanie Koch, Geschäftsführerin der Saar-Obermosel-Touristik, zwei Zuwegungen beschildert sein: von Palzem nach Saarburg und von Saarburg über Mannebach nach Tawern. Seitensprünge seien bei Palzem/Wehr, Nittel und Wasserliesch geplant. Die Premiumqualität sei dort bereits erfolgreich geprüft worden. Weitere Orte könnten auf Wunsch noch dazustoßen.

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