Selbstbewusst im Tor

Nichts fühlt sich so gut an wie zu wissen: Das habe ich erreicht, ich kann stolz auf mich sein! Der Verein Team Bananenflanke nutzt den Fußball als pädagogisches Konzept für Jugendliche mit Behinderung. Dabei wollen die Gründer auf den Leistungsgedanken nicht verzichten - und trotzdem ein faires Spiel ermöglichen.

 Das will auch der neue Trierer Verein Team Bananenflanke erreichen: Ein Spieler des Muttervereins aus Regensburg feiert seinen Sieg. Foto: Team Bananenflanke Regensburg
Das will auch der neue Trierer Verein Team Bananenflanke erreichen: Ein Spieler des Muttervereins aus Regensburg feiert seinen Sieg. Foto: Team Bananenflanke Regensburg Foto: Benedikt Laubert (bel) ("TV-Upload Laubert"

Manni Kaltz ist stolz auf seine legendären Bananenflanken, mit denen der Ex-Fußball-Nationalspieler die Bälle auf einer stark gekrümmten Flugbahn in den Strafraum des Gegners pfefferte. Emotionen wie diese stärken das Selbstwertgefühl jedes Menschen. Und um genau dieses Selbstwertgefühl geht es bei dem neuen Trierer Verein Team Bananenflanke, der Jugendlichen mit Behinderungen mit der Kraft des Fußballs zu einer positiveren Selbstwahrnehmung verhelfen will.

"Im normalen Sportverein treffen geistig und körperlich behinderte Kinder oft auf Vorurteile und Mobbing", sagt Erzieher Fabian Poltrock, einer der Gründer, dem TV. Doch auf den Leistungsgedanken wolle man bewusst nicht verzichten. Denn Ziel sei nicht, dass die behinderten Jugendlichen ein Spiel nur gewinnen, wenn andere sie absichtlich gewinnen lassen.

Damit das klappt, werden die Spieler in Mannschaften aufgeteilt, die trotz der heterogenen Fähigkeiten in etwa gleich stark sind. Diese Mannschaften treten später einmal in einem Turnier, der Bananenflankenliga, gegeneinander an. "Die Jugendlichen sollen erleben, dass es sich lohnt, Herzblut in die Sache zu stecken, weil sie aus eigener Kraft gewinnen können", sagte Daniel Palussek, Betreuer und ebenfalls Mitgründer.

Die Trierer stehen mit dem Projekt nicht alleine da. Die Idee der Bananenflankenliga stammt von zwei fußballbegeisterten Heilerziehern, Stefan Plötz und Ben Rückerl, die in ihrem Regensburger Team Bananenflanke seit 2011 mit behinderten Jugendlichen kicken.

Die Arbeit der Spieler wird hier inszeniert wie bei den Profis: In einer Pressekonferenz gibt der Verein die neuen Spieler der Saison bekannt, die Turniere werden auf öffentlichen Plätzen ausgetragen, und im Fußballmagazin Kicker kann man Interviews mit Plötz und Rückerl lesen.

Manchmal bekommen die Spieler sogar die Möglichkeit, Weltklassefußballer persönlich zu treffen. Im vergangenen Jahr hat Bundespräsident Joachim Gauck dem Verein den Großen Stern des Sports für seine Arbeit überreicht. Seitdem melden sich immer mehr Interessenten aus ganz Deutschland - und eben auch aus Trier.

Den Trierer Verein hat eine Initiative des Familienentlastenden Dienstes der Lebenshilfe mit Hilfe des Serviceclubs Round Table Trier gegründet. Der Sportverein Eintracht Trier unterstützt das Team Bananenflanke ebenfalls, indem er zeitweise kostenlos Trainer zur Verfügung stellt. Langfristig will der neue Verein allerdings eigene Trainer ausbilden, die auf den Sport mit behinderten Jugendlichen spezialisiert sind.