Selbstbewusstsein in vier Tagen stärken
Trier/Otzenhausen · Unter dem Motto "Wir sind Europa" haben 94 Schüler der Jahrgangsstufe elf des Friedrich-Wilhelm-Gymnasiums (FWG) ein viertägiges Redetraining in der Europäischen Akademie in Otzenhausen absolviert. Dabei wurden politische Bildung und das Konzept der rhetorischen Kommunikation verbunden.
Trier/Otzenhausen. Das Trainingslager in Otzenhausen bot den FWG-Schülern die Möglichkeit, sich mit aktuellen Problem- und Fragestellungen aus Gesellschaft, Politik und Wirtschaft Europas zu befassen und den Blick für Gesamtzusammenhänge zu schärfen. Aber durch intensives Training konnten sie auch die persönliche Kommunikationskompetenz erweitern und stärken.
Dass beide Ziele erreicht wurden, konnten die Schüler in einer eigenverantwortlich vorbereiteten Galavorstellung vor mehr als hundert Eltern und Lehrern eindrucksvoll beweisen: Sie hatten zu den Themen Integration, Währungsunion, Klimawandel, Ausbildung und Studium im EU-Ausland sowie Nachhaltigkeit ein 90-minütiges Programm zusammengestellt, in dessen Verlauf sich Vorträge, Diskussionsrunden, selbst erstellte Videoclips sowie musikalische, szenische Beiträge und sogar eine Modenschau mit wiederverwertbaren Textilien in bunter Folge mischten.
Verbesserte Redekompetenz sowie sichereres Auftreten waren deutlich spürbar, nicht zuletzt auch deshalb, weil Videoanalyse und -feedback manchem Teilnehmer während des Seminars einen überraschenden Blick auf die eigene Person ermöglichten. So war auch die Bilanz aus Sicht der Schüler sehr positiv: "Grundlagen der Redevorbereitung, Strukturieren einer Rede, Entwerfen eines Stichpunktzettels" sowie "stärkeres Selbstbewusstsein und dadurch freieres Reden" sind Punkte, die auf den Auswertungsbögen nach Seminarende immer wieder auftauchten. Auch das motivierende Ambiente sowie die seminartechnische Ausstattung des außerschulischen Lernortes hätten zum Erfolg beigetragen.
Dass die Veranstaltung zu Beginn des elften Schuljahres stattfindet, hat seinen Grund aber nicht nur in der Vorbereitung auf das selbstständige Arbeiten in der Oberstufe. "Das Seminar ist auch als Integrationsmaßnahme für die gesamte Jahrgangsstufe gedacht. Die Schüler können sich in den vier Tagen näher kennenlernen und zusammenfinden", sagt Schulleiter Harald Heim. Seminarleiterin Rebecca Thömmes zog ebenfalls ein positives Fazit: "Es war beeindruckend zu sehen, zu welchen Beiträgen die Schüler nach vier Tagen intensiver Ausbildung fähig sind."
Umso bedauerlicher sei es, dass in diesem Jahr von der Bundeszentrale für politische Bildung Zuschüsse zum Seminar gekürzt wurden. Die Meinung der meisten Eltern jedenfalls war am Ende unüberhörbar: "So etwas müsste man eigentlich öfter machen!" red