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Selbsthilfegruppen dürfen sich treffen

Einhaltung der Corona-Regeln : Selbsthilfegruppen dürfen sich unter strengen Regeln treffen

Noch werden Räume gesucht für alle Hilfsbedürftigen, die sich bisher in Kliniken getroffen haben. Selbsthilfe Kontakt und Informationsstelle Sekis bittet um Mithilfe.

(red) Weil die Selbsthilfe ein unverzichtbarer Bestandteil des Gesundheitssystems ist, können in Rheinland-Pfalz Treffen unter Einhaltung der AHA-Regeln stattfinden.

Die regelmäßigen Treffen in Selbsthilfegruppe sind für viele Menschen wichtig, um nicht wieder in eine Sucht zu gleiten, besser mit Depression, Krebs, Nahrungsmittelallergien oder Schmerzen umgehen zu können. Häufig wird die Selbsthilfe neben ambulanter, stationärer und rehabilitativer Versorgung als vierte Säule des Gesundheitssystems bezeichnet. „Wir erfahren täglich, wie wichtig der Austausch in den Selbsthilfegruppen für Menschen mit einer Erkrankung ist“, sagt Andreas Schleimer, hauptamtlicher Vorstand der Selbsthilfe Kontakt- und Informationsstelle e.V. Trier – kurz Sekis.

Die Sekis ist die zentrale Anlaufstelle für Fragen zur Selbsthilfe in der Stadt Trier und den sieben umliegenden Landkreisen. Im Zuständigkeitsbereich der Sekis gibt es rund 450 Selbsthilfegruppen zu 130 Themen. Viele Gruppen haben seit Beginn der Pandemie Notlösungen gefunden und sich online getroffen, gechattet oder Telefonketten geschaltet. „Doch häufig zeigte sich, dass dies reale Treffen nicht ersetzt“, sagt Schleimer. Die Gesprächsqualität vor dem Bildschirm sei bei sehr persönlichen Themen eine andere. Zudem hätten nicht immer alle Gruppenmitglieder aus unterschiedlichen Gründen online gehen können.

Andreas Schleimer hat in seiner Funktion als Sprecher der Landesarbeitsgemeinschaft der Selbsthilfekontaktstellen und Selbsthilfeunterstützung in Rheinland-Pfalz (LAG KISS RLP) viele Gespräche mit der Landesregierung geführt, um eine Klarstellung für Selbsthilfegruppen während des zweiten Lockdowns zu erreichen.

Das Ergebnis ist erstmals Anfang Dezember in die rheinland-pfälzische Corona-Bekämpfungsverordnung gemündet: Dort ist in Paragraph 2 Absatz 7 geregelt unter welchen Voraussetzungen sich Selbsthilfegruppen treffen können: Treffen sind unter Einhaltung der allgemeinen Schutzmaßnahmen möglich, wenn die Gruppen einem Wohlfahrtsverband der Liga der Freien Wohlfahrtspflege in Rheinland-Pfalz e. V. angehören oder in den Datenbanken der Mitglieder der Lag Kiss RLP geführt werden.

Eine weitere Bedingung ist, dass die Gruppe der Bewältigung einer psychischen Belastungssituation, der Bewältigung einer eigenen Erkrankung oder der Erkrankung eines Angehörigen dient. „Damit haben wir eine Klarstellung erreicht, dass Treffen aller Gruppen unter Berücksichtigung der AHA-Regeln zulässig sind“, sagt Schleimer.

Die Gruppensprecher seien für die Einhaltung der Abstandsregeln, Maskenpflicht und Kontaktnachverfolgung verantwortlich. Schwierig sei die Situation für Selbsthilfegruppen, die sich bislang in Räumen von Kliniken getroffen haben. Denn dort sind aufgrund der besonderen Schutzmaßnahmen während der Pandemie, keine Treffen möglich. Falls Menschen den betroffenen Gruppen einen Raum zur Verfügung stellen könnten, bittet Schleimer darum, ihm dies mitzuteilen. Bei Fragen ist die Sekis per E-Mail unter kontakt@sekis-trier.de sowie per Telefon während den Sprechzeiten erreichbar (montags 9 bis 12 und 16 bis 19 Uhr, mittwochs 14 bis 16 Uhr, donnerstags und freitags 9 bis 12 Uhr) .

Weitere Informationen unter
www.sekis-trier.de