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Serie „Aus Liebe zur Natur“, Teil 5

Serie „Aus Liebe zur Natur“ : „Es ist mir wichtig, dass die Umwelt erhalten bleibt“

Serie „Aus Liebe zur Natur“: Wolfgang Weber aus Wintersdorf an der Sauer engagiert sich für Streuobstwiesen.

„Ich muss immer was schaffen“, erklärt Wolfgang Weber (58) aus Wintersdorf im Landkreis Trier-Saarburg. Neben Vollzeitjob und Familie hat er 300 Obstbäume, 50 Schafe, 20 Bienenvölker und zwei Hunde. Er betreibt eine Brennerei und kennt sich mit Hornissen aus. Ist Bienenseuchensachverständiger, Truppenführer der Freiwilligen Feuerwehr und Vorsitzender des Musikvereins. Spielt Saxofon.

Jetzt, im Frühjahr, organisiert er für den Arbeitskreis Streuobst des Naturschutzbunds (Nabu) Region Trier das Pflanzen junger Obstbäume. „Ich kenne mich mit dem Arbeitsgerät aus, bereite die Pflanzlöcher vor und habe das Fahrzeug für den Materialtransport“, erklärt er. Anschließend werden die Bäume gemeinsam mit anderen Aktiven des Arbeitskreises „Auf der Jüngt“ in Trier gepflanzt.

„Es macht mir Spaß, in der Natur zu arbeiten. Das ist greifbar, macht mich zufrieden, ich sehe Ergebnisse und habe eine sinnvolle Beschäftigung“, erklärt Weber. Auch bei Biotop­pflege- und Ernte­aktionen habe er schon geholfen und Neulingen gezeigt, wie Obstbäume geschnitten werden. „Es ist mir wichtig, dass die Umwelt erhalten bleibt.“ Besonders viel Spaß mache ihm das gemeinsam mit anderen Menschen. Auf das Ende des Lockdowns freut Weber sich daher. Dann könne er als ehrenamtlicher Nabu-­Natur­trainer wieder regelmäßig in den Ralinger Kindergarten gehen. „Mir ist es wichtig, auch Kindern näher zu bringen, dass wir Menschen von der Natur leben, die Natur erhalten bleiben muss“, sagt er.

Wie Weber zum Naturschutzbund kam? „2012 verkaufte ich meine Äpfel dem Verein. Der Nabu zahlte einen guten Preis für Obst aus gut gepflegten, naturverträglich bewirtschafteten Streuobstwiesen“, erklärt Weber. „Die Äpfel wurden zu regionalem Streu­obst­saft gepresst, das fand ich gut.“ Das Apfelsaftprojekt gibt es noch heute.

Wer jetzt Obstbäume pflanzt, darf Gießen und Pflegen nicht vergessen. In den ersten Jahren ist ein straffer jährlicher Schnitt nötig, damit der Wuchs gefördert wird. Ohne das Schneiden tragen die Bäume zwar schneller Früchte, entwickeln sich allerdings im Wachstum nicht weiter und „vergreisen“ vorzeitig.