Ausflugstipp: Serie TV-Wanderwochen: Übers Korallenriff hin zum Traumblick (Video/Fotos)

Ausflugstipp : Serie TV-Wanderwochen: Übers Korallenriff hin zum Traumblick (Video/Fotos)

TV-Wanderwochen: Dolomiten gibt es nicht nur in Südtirol, sondern auch in der Eifel. Wer über das einstige Korallenriff wandern möchte, geht den Gerolsteiner Felsenpfad. Die Kraxelei wird belohnt mit traumhaften Fernblicken.

Es ist allerbestes Wanderwetter, als wir auf dem Brunnenplatz in Gerolstein unsere Tour auf dem Gerolsteiner Felsenpfad starten. 8,2 Kilometer ist er lang, 237 Höhenmeter müssen bewältigt werden. Angesetzt sind dafür drei Stunden und 30 Minuten.
Zunächst führt uns der Weg durch die Innenstadt. Doch Achtung! Jetzt bloß nicht die Orientierung im Wanderwege-Schilderwald verlieren.

Denn nur wer den richtigen Einstieg für seine Tour gefunden hat, muss sich danach keine Sorgen mehr machen, so gut sind die Wege mittlerweile ausgeschildert. Doch da Gerolstein ein Wanderparadies ist, gibt es eine Unmenge von Wegen, die dort kreuzen und zum Teil ähnliche Namen oder Logos führen.

So darf man auf keinen Fall dem Felsenweg des Eifelvereins folgen, denn dann geht's in eine völlig andere Richtung. Für unseren fast gleichlautenden Felsenpfad müssen wir zunächst bis ans Ende der Einkaufsmeile laufen. Dort geht es über die sogenannte Eselsbrücke - gut zu erkennen an dem großen Tor - in Richtung Gerolsteiner Dolomiten.
Die nächsten Minuten wird der Kreislauf auf Hochtouren gebracht. Zunächst geht es steil bergauf. Nach etwa 20 Minuten sind die meisten Höhenmeter aber geschafft. Das Felsplateau ist erreicht. Von dort aus schlängelt sich der Weg durch den Wald. Die verwelkten Blätter der Laubbäume rascheln unter unseren Schuhen. Dann erreichen wir den Juddekirchhof - eine keltisch-römische Tempelanlage. Anschließend wird es steinig.

Über eine Holztreppe hinab erreichen wir den Geoacker. Und da wird es lehrreich: Denn dort kann man etwas über die beiden Karbonatsgesteine Kalk und Dolomit lernen, aus denen die Vulkaneifel zum großen Teil besteht. Kalk und Dolomit gehören nämlich zu den Sedimentsgesteinen, das bedeutet, dass sie im Meer abgelagert wurden.
Der Weg führt uns weiter bergab. Wir queren kurz eine Straße, bevor uns das Betriebsgelände des Gerolsteiner Brunnens ins Auge fällt. Und an dieser Stelle ein persönlicher Tipp: Für Spontanbesucher gibt es wochentags jeweils um 15 Uhr eine kostenlose Führung. Als alte Eifelkenner haben wir das Werk natürlich schon längst besichtigt. Wir gehen also weiter und erreichen nach zwei Kilometern den gigantischen Krater der Papenkaule, 80 Meter breit und 20 Meter tief. Dieser noch junge Vulkankegel hat eine Besonderheit: Die Lava floss durch die Gänge des Korallenriffs, dessen Ausbruchsstelle Hagelkaule genannt wird.

Auf unserem Weg begegnen uns ungewöhnlich viele Wanderer. Viele Touristen (Nordrhein-Westfalen hat noch Herbstferien), aber auch Einheimische sind an dem schönen Herbsttag unterwegs. Darunter auch Heike und Rainer Krämer aus Weinsfeld. Sie sind auf der Eifelsteigetappe von Hillesheim nach Gerolstein unterwegs. Was ihnen besonders gut gefallen hat bisher? "Die schöne Natur, das Bolsdorfer Tälchen und die Buchenlochhöhle", sagt Heike Krämer. Die haben wir auch noch vor uns. Auch Sarah Wiesen von der Touristinformation Gerolsteiner Land hat uns die Höhle und den Aussichtspunkt Munterley besonders ans Herz gelegt. Wir tauchen wieder in den Wald ein und nähern uns der angepriesenen Buchenlochhöhle. Die heißt so, weil sie mitten in einem Buchenwald liegt. Die Höhle ist 30 Meter lang und im Sommer nur acht Grad warm. Bereits in der Steinzeit haben dort Menschen und Tiere Unterschlupf gesucht. Über eine Holztreppe kann man in die Höhle klettern. Wer an eine lichtstarke Taschenlampe gedacht hat, sieht nun auch was. Doch Achtung, durch die hohe Luftfeuchtigkeit, die in der Höhle herrscht, sind die Wände und der Boden glatt wie Schmierseife.

Schöne schmale Wege schlängeln sich bis zum Aussichtspunkt Munterley, den wir nach wenigen Minuten erreichen. Dort bietet sich uns ein grandioser Blick über Gerolstein. Über Serpentinen geht es zurück in die Stadt - vorbei am neu angelegten Kurpark, der besonders für Familien mit Kindern einen super Abschluss der Wanderung bildet.

Fazit: Der Gerolsteiner Felsenpfad ist sehr abwechslungsreich und bietet viele Höhepunkte. Man sollte allerdings trittsicher sein. Er eignet sich besonders gut für Familien mit Kindern. Die Tour bietet die Möglichkeit für interessante Abstecher wie zum Beispiel zum Adler- und Wolfspark .

Vier Wochen lang entführt der Volksfreund seine Leser ins Grüne. Zu den schönsten Aussichten der Region und preisgekrönten Rundtouren. Alle bereits erschienenen Beiträge sowie weitere Fotos und einen Wanderfilm über den Gerolsteiner Felsenpfad gibt es unter www.volksfreund.de/TV-WanderwochenExtra: ANREISE, EINKEHREN, NICHT VERPASSEN

Die Kasselburg beherbergt den Adler- und Wolfspark. Foto: (e_eifel )
Trittsicher sollte man sein. Foto: (e_eifel )
Dieser Gänsegeier fliegt auch bei der Flugschau auf der Kasselburg mit. Foto: (e_eifel )
Der Weg führt durch einen schönen Buchenwald. Foto: (e_eifel )
Achtung Steine! Foto: (e_eifel )
Die Dolomiten sind das Wahrzeichen von Gerolstein. Foto: (e_eifel )


Anreise: Mit der Bahn von Köln oder Trier bis Gerolstein-Bahnhof - weiter zu Fuß (etwa zehn Minuten). Parken: Parkplätze P1 und P2 an der Brunnenstraße. Einkehren: Forsthaus Kasselburg, täglich von 10 bis 19 Uhr geöffnet, montags Ruhetag. Ausruhen: auf dem Aussichtsplateau Munterley. Von dort hat man einen tollen Blick auf Gerolstein. Nicht verpassen: Buchenlochhöhle. Unbedingt an eine lichtstarke Taschenlampe denken. Ebenfalls einen Ausflug wert sind der Adler- und Wolfspark Kasselburg (Infos: www.adler-wolfspark.de ) und das Besucherzentrum des Gerolsteiner Brunnens (Infos: www.gerolsteiner.de ).