Serie zu Wahlplakaten in Trier - heute FDP: Die Sanierung der Egbert-Schule ist Unsinn

Kommunalpolitik : Tobias Schneider, FDP: „Die Sanierung der Egbert-Schule ist Unsinn“

Die Wahlplakate hängen, doch was wollen sie uns sagen? In der kleinen Serie „Wie meinen Sie das?“ hakt der TV vor der Kommunalwahl bei den Spitzenkandidaten für den Trierer Stadtrat nach. Heute: Tobias Schneider von der FDP.

Trierischer Volksfreund: „Damit unsere Zukunft nicht in die Schulen von gestern geht“, heißt es auf einem der FDP-Plakate. Wie meinen Sie das, Herr Schneider?

Tobias Schneider: „Wir sprechen damit den schlechten baulichen Zustand vieler Trierer Schulen an. Toiletten sind teilweise in einem erbarmungswürdigen Zustand. Das sind Probleme von gestern, entstanden durch viel zu geringe Investitionen in den Bauunterhalt. Dabei müsste es eigentlich längst darum gehen, unsere Schulen digital besser auszustatten, um unseren Kindern eine zukunftsfähige Bildung zu ermöglichen.“

TV: Die FDP ist ja nun schon lange im Stadtrat, Sie selbst seit acht Jahren. Sind Sie nicht auch mit schuld am beschriebenen Zustand?

Schneider: „Der Stadtrat ist nur bedingt verantwortlich. Vielmehr ist es so, dass die Stadtverwaltung in vielen Dingen nicht nachkommt. Zum Beispiel hat der Rat vor gut einem Jahr einstimmig auf Antrag der FDP beschlossen, alle Trierer Schulen mit W-Lan auszurüsten – umgesetzt hat das Rathaus das bislang nicht. Die Realisierungsquote der vom Stadtrat beschlossenen Projekte durch die Verwaltung ist gering – da kann man politisch leider nur wenig dagegenhalten.“

TV: Und wie wollen Sie – angesichts dessen – ihren Plakatslogan dann im neuen Stadtrat umsetzen?

Schneider: Konkret werden wir uns auch im neuen Stadtrat dagegen stemmen, dass vier Millionen Euro in die Sanierung der Egbert-Grundschule fließen sollen. Das ist Unsinn! Wir haben genügend Schulgebäude, um die Kinder aus Trier-Ost und dem Gartenfeld unterzubringen – zum Beispiel in Olewig und auch in Kürenz. Statt die vier Millionen Euro einer einzigen Grundschule zukommen zu lassen, sollte das Geld dafür verwendet werden, andere Schulen zu sanieren und digital auszustatten und so statt für wenige für viele Schüler etwas zu bewirken.“

Tobias Schneider (FDP). Foto: Friedemann Vetter

Interview: Christiane Wolff

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