Session fällt nicht ins Wasser - Suche nach Trierer Karnevalsprinzenpaar geht weiter

Session fällt nicht ins Wasser - Suche nach Trierer Karnevalsprinzenpaar geht weiter

Am 11. 11. wird üblicherweise das Prinzenpaar für die kommende Session vorgestellt. Doch 73 Tage vor dem Start in die "fünfte Jahreszeit" ist die Arbeitsgemeinschaft Trierer Karneval (ATK) immer noch auf der Suche nach närrischen Regenten für 2014. Falls sich niemand findet, will die ATK-Spitze als Dreigestirn nach Kölner Vorbild die Repräsentationspflichten erfüllen.

Trier. Triers drei höchste Karnevalsfunktionäre, von denen nur einer schwindelfrei ist, posieren in bürgerlichem Zivil hoch auf dem Sprungturm des Südbads für ein TV-Foto. Die Botschaft der wahrhaft närrischen Szene an einem lauen Augustabend: "Wir machen - fast - alles mit und werden notfalls in der Session 2014 als Dreigestirn fungieren." Die Betonung liegt auf "fast", und der Wunsch des Fotografen "Springt doch endlich!" bleibt leider unerhört.Wer wird Bauer, Jungfrau, Prinz?


Aber die Ankündigung - böse Zungen sprechen gar von "Androhung" - ist durchaus ernst gemeint: "Die Trierer Narren werden in der Session 2014 nicht führungslos sein", verspricht ATK-Präsident Andreas Peters (48). Sollte sich tatsächlich kein Prinzenpaar finden, wollen er, der schwindelfreie Vize Stefan Feltes (38) und Rosenmontagszugleiter Georg "Schorsch" Heinen (49) in der Karnevalszeit als Dreigestirn nach Kölner Vorbild durch die Sitzungssäle ziehen. Die interne Diskussion, wer den Bauern, wer die Jungfrau und wer den Prinzen mimt, sei hinter den Kulissen bereits voll entbrannt.
Doch Peters, als Abiturient des Friedrich-Wilhelm-Gymnasiums (FWG) im Besitz eines großen Latinums, bezeichnet das Dreier-Szenario als "ultima ratio", also "allerletztes Mittel". Und ganz so düster wie noch vor einigen Wochen sieht es nicht mehr aus an der Kandidatenfront.
Im Frühjahr hatte die ATK als Dachorganisation von 19 Karnevalsvereinen den Verlust des längst feststehenden Prinzenpaares für die die kommende Session hinnehmen müssen. Die designierte Tollität aus Reihen der Stadtgarde Augusta Treverorum sehe sich aufgrund beruflicher Veränderungen nicht in der Lage, das strapaziöse närrische Ehrenamt zu bekleiden, mithin stehe auch die als Prinzessin vorgesehene Gattin nicht zu Verfügung.
Der TV-Aufruf "Neuer Prinz gesucht" (4. Mai) fruchtete durchaus. "Aber diejenigen, die sich meldeten, könnten frühestens in der Session 2015 zur Verfügung stehen", berichtet Peters. Dann aber herrscht keineswegs Mangel. 2015 soll ein Prinzenpaar aus den Reihen der KG Onner ons (die dann 150-jähriges Bestehen feiert) das Narrenzepter schwingen, für 2016 haben sich die Roten Funken beworben. Nun scheint doch wieder Bewegung in die Regentensuche für 2014 zu kommen. Nach Ende der Sommerferien habe es laut Peters "einige Interessensbekundungen" gegeben. Was da jeweils dran sei, werde sich erst in den nächsten Wochen herausstellen, "wenn wir mit den Leuten gesprochen haben". Nächster Schritt wäre dann die offizielle Nominierung eines Prinzenpaares (oder Einzelherrschers) durch die ATK.
Eine Prognose wagt Peters noch nicht, "doch mein Bauchgefühl sagt mir, dass die Trierer gute Chancen haben, dass ihnen das Dreigestirn erspart bleibt". Was zumindest Georg Heinen aufatmen lässt: "Den Rosenmontagszug zu organisieren ist ja schon närrisch genug." Sollte sich ein Prinzenpaar finden, wird es bei der Sessionsauftaktfete am 11. November vorgestellt; Inthronisierung folgt in der ATK-Gala am 18. Januar in der Europahalle.Extra

Ein Prinzenpaar (oder Alleinherrscher wie 2013 Ralf Geib) repräsentiert eine Session lang den Trierer Karneval. Auf dem Programm stehen rund 250 Termine vom Amtsantritt in der ATK-Gala bis Aschermittwoch. Für das Ehrenamt müssen der oder die Herrscher oder deren Sponsoren tief in die Tasche greifen: Die Regentschaft mit ihren Verpflichtungen kostet zwischen 20 000 und 30 000 Euro (vor allem für Orden). Die Regenten kommen im Allgemeinen aus den Reihen der Karnevalsvereine. rm.