Shampoos, Tüten und viel Müll

Shampoos, Tüten und viel Müll

Mit seiner Aktion zur Fastenzeit "Sieben Wochen miteinander Plastikfasten" geht der Diözesanverband Trier des Katholischen Deutschen Frauenbunds das Problem Plastikmüll an. Das Projekt wurde mit einer Ausstellung im Café Zur Steipe vorgestellt.

Trier. "Wenn ich auf dem Markt eine Paprika kaufe, kostet sie etwa 50 Cent. Im Supermarkt bekomme ich dafür gleich drei, die zusammen in Plastik eingeschweißt sind. Für meinen Einpersonenhaushalt brauch ich aber gar nicht so viele, und dann wird wieder viel weggeworfen", erklärt Cornelia Schwab vom Katholischen Frauenbund, "sogar Zeitschriften sind heute oft eingeschweißt, dabei ist dieses dünne Plastik sehr schwer zu recyceln."
Es sind vor allem viele kleine Stellen, an denen die Gesellschaft viel Plastik verbraucht. Darauf und auf die Folgen dieser Entwicklung möchte der Katholische Deutsche Frauenbund Trier mit seiner Aktion zur Fastenzeit "Sieben Wochen miteinander Plastikfasten" aufmerksam machen. "Der Plastikmüll sammelt sich durch die Strömung auch in den Ozeanen und gelangt durch die Fische wieder in unsere Nahrungskette", sagt Schwab. Tatsächlich ist das sogenannte "Great Pacific Garbage Patch", der "große pazifische Müllhaufen", mindestens so groß wie der US-amerikanische Bundesstaat Texas.
"Wir sollten uns nicht in Sicherheit wiegen, weil es die Gelben Säcke gibt", erklärt Petra Hauprich-Wenner, Referentin des Frauenbunds, auch Weichmacher und Mikroplastik, also winzige Plastikteilchen zum Beispiel in Shampoos, seien neben den Müllbergen ein Problem. In ihrer Fastenaktion möchten sie schrittweise und mit dem täglichen Leben im Einklang die Nutzung von Plastik einschränken. Ein einfacher Schritt sei zum Beispiel der Umstieg auf wiederverwendbare Stofftaschen beim Einkaufen oder To-Go-Becher zum Kaffee trinken. Neu sind diese Vorschläge zwar nicht, aber immer noch wichtig, denn das Plastikproblem bleibt. "Gestern habe ich mir ganz spontan eine Jeans gekauft", erzählt Hauprich-Wenner noch, "aber ich hatte keine Tragetasche bei mir. Weil ich aber die Plastiktüte nicht wollte, habe ich einfach den Gürtel, der bei der Hose war, darum gewickelt und ihn als Tragegriff benutzt."
Vielleicht ist also auch einfach ein bissen Kreativität gefragt. nia
Extra

10 000 Stück pro Minute - so viele Plastiktüten verbrauchen die Deutschen, hat der Katholische Deutsche Frauenbund errechnet. Im Jahr sind das 71 Tüten pro Bundesbürger, die nicht biologisch abgebaut werden können und die Umwelt belasten. Dazu kommen andere Gebrauchsgegenstände aus Plastik wie Zahnbürsten, Brotboxen oder auch Mikroplastik in Kosmetikprodukten. Insgesamt sind es 115 Kilo Verbrauch pro Kopf und Jahr. nia

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