Shop in Shop

TRIER. Das Musikhaus Reisser wird es auch in Zukunft in Trier geben. Inhaber Georg Kern schloss eine Kooperation mit dem Münchener Unternehmen Bauer & Hieber. Profitieren soll von dem Zusammenschluss der Kunde, betonen die beiden Geschäftsführer.

Groß war die Zahl der Gratulanten, als die geschäftliche Kooperation zwischen dem Trierer Musikhaus Reisser und der Bauer & Hieber GmbH in München offiziell gefeiert wurde. "Es werden die Vorteile eines Großkonzerns mit den Vorteilen eines kleinen, inhabergeführten Fachgeschäfts verbunden", freut sich Georg Kern, Inhaber von Musikhaus Reisser, über das Zustandekommen der Vereinbarung. Hinter Bauer & Hieber stünden als Gesellschafter Schott Musik International in Mainz, ein großer Musikverlag in Europa, und Musik-Groß-Sortiment Halbig aus Reichertshofen bei München, ebenfalls ein Branchen-Schwergewicht. Bisher bediente das zuletzt ins Schlingern geratene Trierer Traditionshaus die Sparten Instrumente, Klavier und Noten. Das solle sich - zumindest nach außen - nicht groß ändern, unterstrich Kern. Die Zauberformel dabei lautet "Shop in Shop". Das bedeutet: Eine Firma (Bauer & Hieber) betreibt in einem anderen Geschäft (Reisser Musikhaus) ein eigenes, selbstständiges Geschäft. Georg Kern: "In Kaufhäusern hat sich dieses System schon seit Jahren durchgesetzt. Nur bei den Einzelhändlern noch nicht." Die neue Kooperation bedeute, dass die Sparten Noten und Klassik-CDs eigenständig von Bauer & Hieber betrieben werden. Für Geschäftsführer Bodo Bochnig (Bauer & Hieber) und Georg Kern liegen die Vorteile für die Kunden klar auf der Hand - weil das Angebot an Noten künftig viel umfangreicher werde und zudem eine gut sortierte Klassik-CD-Abteilung wieder Einzug bei Reisser halte.Notenabteilung an Bauer & Hieber

Trotz positiver Bewertung gibt es für Georg Kern einen "kleinen Wehmutstropfen". Kern musste die Notenabteilung an Bauer & Hieber abgeben. Andererseits habe sich das Notenangebot durch den Shop-in-Shop-Einstieg verdreifacht. "Das hätten wir uns alleine nicht leisten können, so ein Wahnsinns-Notenlager", kann sich Kern dennoch begeistern. Bodo Bochnig zu dem eigenen Engagement: "Wir wollen vorwärts marschieren, wo andere zurückgehen." Hans-Peter Schlechtriemen, Vorsitzender der City-Initiative Trier, wünschte viel Erfolg. Kulturdezernent Ulrich Holkenbrink war sich sicher, dass der Zusammenschluss gut sei für die "Musikstadt" Trier.

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