Sicher durch den Winter schlittern

Sicher durch den Winter schlittern

TRIER. (utz) Kalte Nächte, einsam im kaputten Auto hinter einer Schneewehe - das muss nicht sein. Was Autofahrer tun können, um nicht in diese Situation zu kommen, weiß die Polizei.

Alle Jahre wieder kommt der Winter. Straßen verwandeln sich in Rutschbahnen, Schnee und Eis blockieren den Verkehr. Damit es nicht zu einem Verkehrschaos kommt, sind bei den städtischen Winterdiensten und bei den Straßenmeistereien die Vorbereitungen in vollem Gange. Auch die Presseabteilungen der Polizei haben wieder alle Hände voll zu tun, um gebetsmühlenartig zu wiederholen, wie sich vorbildliche Autofahrer in der dunklen Jahreszeit verhalten sollen. Auch Klaus Schnarrbach von der Polizeiinspektion Bitburg kennt diese Gebete - und ihre Wirkungslosigkeit. Denn trotz aller Warnungen werden auch dieses Jahr Autos beim Wintereinbruch in den Gräben landen. Deshalb rät Schnarrbach dazu, frühzeitig die Winterreifen aufziehen und nicht bis zur ersten Schneeflocke warten. Denn die kommt nicht allein, und die Autowerkstätten haben Hochbetrieb. Zudem: Auch schon im Herbst kann es gefährlich glatt werden. Die Vorteile: Auf winterlichen Fahrbahnen ist der Bremsweg mit Sommerreifen wesentlich länger als der mit Winterreifen - bei 40 Stundenkilometern sind es zwölf Meter mehr. Sommerreifen drehen durch und das Anfahren wird häufig zum Abenteuer. Aber gute Winterreifen allein genügen nicht. Schon gar nicht, wenn der Fahrer keinen Durchblick hat. Deshalb heißt es schon bei herbstlicher Dämmerung oder auch bei Regen, Nebel und Schnee: die Beleuchtung einschalten. Natürlich müssen die Scheinwerfer richtig eingestellt und von Schmutz befreit sein. Gut und schön, mag da mancher Autofahrer denken. Wenn ich alle technischen Voraussetzungen geschaffen habe, kann ich ja feste aufs Gaspedal treten. Hundertprozentige Sicherheit gibt die Technik allein aber nicht. Auch vorsichtige Fahrweise gehöre dazu, sagt Schnarrbach. Seitenwind, Graupelschauer, Nebel, gefrierende Nässe, schlechte Sichtverhältnisse und Aquaplaning gehören zu den typischen Gefahren. Immer wieder enden Schlitterpartien in Massenkarambolagen, weil der Sicherheitsabstand zum vorausfahrenden Auto nicht stimmt. Der muss nämlich größer als sonst sein, denn bei Regen oder gar Eisglätte verlängert sich der Bremsweg um ein Vielfaches: Bei trockener Straße beträgt der Anhalteweg bei 50 Stundenkilometern 27 Meter, bei nasser Fahrbahn schon 31 Meter und bei Schnee- und Eisglätte 78 Meter. "Wenn das Auto dann doch auf einmal ins Rutschen kommt, reagieren die Fahrer in Panik oft falsch”, sagt Klaus Schnarrbach, "lenken und bremsen sollte man nur vorsichtig, abrupte Manöver können das Auto unkontrollierbar rutschen lassen”. Oft unterschätzt wird auch das Aquaplaning, das "Schwimmen” des Autos auf einem Wasserfilm. Wenn das Auto "schwimmt”: Lenkung gerade halten, auskuppeln und warten bis die Räder wieder greifen. Auf gar keinen Fall bremsen, denn dann schlingert das Auto. Zum wichtigsten Utensil eines Abends kann auch ein Fläschchen Türschloss-Enteiser werden. Das sollte man am besten in der Handtasche aufbewahren - denn im Auto hat es noch niemanden vor einer unangenehmen Nacht vor dem zugefrorenen Schloss bewahrt.

Mehr von Volksfreund