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Sicherheit mit Unterhaltungswert

Sicherheit mit Unterhaltungswert

TRIER. 160 Jahre Trierer Feuerwehr, 100 Jahre Rettungsdienst und 30 Jahre Notarztdienst: Die vereinigten Trierer Helfer für den schlimmsten Fall hatten am Wochenende Grund zum Feiern.

So ernst der Zweck der beteiligten Organisationen wie Feuerwehr, DRK, Malteser, THW, Polizei, Bundeswehr und Co. auch sein mag - die Trierer Katastrophenschützer verstanden es, ihre oft schwere Arbeit auf unterhaltsame und spannende Art darzustellen. Tausende Besucher aus nah und fern dankten es.

Zur Feier des Dreier-Jubiläums warteten Feuerwehr und Rettungsdienste im Messepark mit einem Programm auf, das den Rahmen eines "normalen" Feuerwehrfestes sprengte. Auch wenn Stadtpatron Petrus ab Samstagnachmittag nicht mehr so recht mitspielte. Wenigstens über die große Eröffnungsparty mit viel Prominenz hatte er noch seine schützende Hand gehalten (siehe Bericht unten).

Auch am Samstagvormittag, bei noch dünn gesäten Besucherreihen, war die Witterung hochsommerlich. Doch dies änderte sich dramatisch am Nachmittag, als Blitz, Donner und Stark-regen auf inzwischen tausende Besucher einprasselten. Doch die ließen sich nicht erschüttern und zogen sich unter Stände oder in die Messehalle zurück. Koordinator Hans Hau gegen 15 Uhr: "Wir wissen zwar nicht, wie viele Leute hier sind. Aber ich musste schon Essen nachbestellen. Die Vorräte für heute waren aufgebraucht." Der "Regen-Ansturm" erfreute in der Halle die Fachaussteller, obwohl deren Angebote - vom Feuerlöschmittel über Gasmessgerät bis Notfallmedizin-Ausrüstung - kaum auf den Privatkunden gezielt haben dürfte.

Warum auch: Von der Ausstellung angesprochen war die zahlenstark vertretene Fachwelt: Etwa die Feuerwehren und Rettungsdienste aus der Region. T-Shirt-Träger aus Eifel, Mosel, Hunsrück, Luxemburg bekundeten auf Trikots die Zugehörigkeit zu ihrer örtlichen "Truppe", darunter etwa DRK, MHD, THW. Vielen Menschen fallen für den Notfall nur die zwei Begriffe "Polizei und Feuerwehr" ein. Aber im Notfall spielen mehr Organisationen zusammen. Beispielsweise arbeiten in der Integrierten Rettungsleitstelle Trier, die für die gesamte Region die Einsätze koordiniert, DRK und Feuerwehr Hand in Hand. Dieses Zusammenspiel der Kräfte wurde den Besuchern im Messepark mit spannenden Schauübungen demonstriert: Brände mit Menschenbergung und anschließender Versorgung der Opfer. Da zeigte auch der Nachwuchs von Jugendfeuerwehr und Maltesern, was er gelernt hat. Fortgeschrittenere Katastrophenschützer sind die Höhenretter der Feuerwehren, die mit Abseilübungen aus 30 Metern Höhe in ihr Können demonstrierten, wobei auch der Rettungshubschrauber Air Rescue 3 aus Luxemburg spektakulär assistierte.

Spaß und Unterhaltung standen an diesem Wochenende natürlich Vordergrund, etwa mit einem breiten Spielangebot für Kinder und Familien. Gleichzeitig wurde nie zuvor in Trier das gesamte Spektrum des modernen Katastrophenschutzes so kompakt demonstriert - vom schweren Gerät bis hin zur Notfallmedizin. Mit diesem Thema befasste sich am Freitag und Samstag ein medizinischer Fachkongress mit Fortbildungsmöglichkeiten in Erster Hilfe und Intubationstraining sowie Mega-Code-Training für die am Ort weilenden Fachhelfer.

Aber auch für die Kinder hatten die Katastrophenschützer nicht nur Unterhaltungsspiele parat: Gezeigt wurde den jungen Gästen auch, wie man mit einen Feuerlöscher einen Brand im Keim ersticken kann. Oder wie man im Notfall die Feuerwehr anruft, und dabei Straße, Hausnummer und Art des Notfalls nennt - auch wenn der Schreck groß ist.