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Sie drücken Grauen und Hoffnungslosigkeit aus

Sie drücken Grauen und Hoffnungslosigkeit aus

TRIER. Zwölf Jahre NS-Zeit hinterließen eine Kunstvernichtung in unvorstellbarem Ausmaß. Vier Studenten der FH-Trier haben sich aus Anlass des Nationalen Gedenktages an die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar neu mit dem Thema auseinander gesetzt. Ihre Werke hängen noch bis Donnerstag im Bischöflichen Dom- und Diözesanmuseum. Besucher können sich an der Wahl der besten Exemplare beteiligen.

Neben vielen anderen wurden auch die Künstler Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. Vier Gruppen wurden damals ausgegrenzt, verfemt oder verfolgt: So genannte Entartete, rassistisch Abgelehnte, politisch anders orientierte sowie Angehörige bestimmter Minderheiten. Im Rahmen der Ausstellung- und Veranstaltungsreihe "Verfemte Künstler" aus Anlass des Nationalen Gedenktages haben sich vier FH-Studenten des Fachbereichs Kommunikationsdesign in einem Plakatwettbewerb mit diesem Thema auseinander gesetzt. Organisiert wird die Reihe von der Katholischen Hochschulgemeinde (KHG) und der Evangelische Studenten- und Studentinnengemeinde (ESG). "Man denkt vielleicht oft, dass Künstler nicht so von dem Terror betroffen gewesen waren wie zum Beispiel die Juden", sagt Michael Bollig, Hochschulpfarrer der KHG Trier und Mitorganisator des Projektes, "aber wenn man sich in das Thema einarbeitet, stellt man fest, wie schlimm es gewesen sein muss, wenn jemand seines ganzen Schaffens und damit letztlich seiner Existenz und seines Lebenswerts beraubt wurde." Dieses Gefühl der Selbstzerstörung versuchten die Studenten in ihren Bildern nachzuempfinden. "Die Recherche war wesentlicher Bestandteil meiner Arbeit", sagt Arno Bales. "Danach kam das Verarbeiten der Eindrücke und Informationen, und dann war die eigene Kreativität gefragt, um etwas Eigenes daraus zu gestalten." Für Susanne Krämer war wichtig, keine Angst vor dem Thema zu haben. "Keiner sollte sagen, das war alles früher, das interessiert mich nicht mehr", so ihre Meinung. Insgesamt zwölf Plakate hängen in den Ausstellungsräumen des Museums. Viele sind sehr düster, oft haben die Künstler eine Kombination aus schwarz und weiß mit blutroten Schlagworten in Runenschrift gewählt. Besucher können noch bis Donnerstag, 29. Januar, am Eingang des Museums ein Votum abgeben, welches Plakat ihnen am besten gefällt. Bischöfliches Dom- und Diözesanmuseum (am Dom), Windstraße 6, Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag von 9 bis 17 Uhr, Sonntag von 13 bis 17 Uhr.