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Sie erwecken Instrumente zu furiosem Leben

Sie erwecken Instrumente zu furiosem Leben

Flöte, Violine, Klavier und Violoncello haben sich im Rokokosaal des Kurfürstlichen Palais zum Stelldichein getroffen. Und auch das älteste Musikinstrument der Menschheitsgeschichte ist beim Preisträgerkonzert des Regionalentscheids von "Jugend musiziert" würdig vertreten gewesen.

Trier. Gefühlvoll löst die Violine aus den Alltagsgedanken der Woche heraus. Charlotte Spöhr, die beim Regionalentscheid volle 25 Punkte erreicht hat, verleiht dem Instrument mit ihrem Spiel diese Fähigkeit. Das "Allegro risolutu" aus der Feder von Anton Dvorák stimmt auf einen abwechslungsreichen Konzertabend ein, bei dem der musikalische Nachwuchs der Region unter Beweis stellt, dass er sich auch in der nächsten Wettbewerbsrunde von "Jugend musiziert" berechtigte Hoffnungen machen kann.
Traurige und beschwingte Klänge


Insgesamt 29 Jungen und Mädchen aus den Landkreisen Trier-Saarburg, Bernkastel-Wittlich, Bitburg-Prüm und Vulkaneifel sowie der Stadt Trier sind zum Landesentscheid in Mainz qualifiziert. Eine Auswahl von ihnen lässt zuvor im Kurfürstlichen Palais in Trier ihre Instrumente für ein breiteres Publikum erklingen. Dem Violoncello fällt dabei zunächst der traurige Part zu: Lou Müller streicht eine ergreifend-melancholische Ballade von Marc-Didier Thirault ein. Aber die große Schwester der Violine ist auch für beschwingte Klänge bestens geeignet. Lea Reutlinger spielt zum Tanz auf mit der "Tarantelle opus 24" (Daniel van Goens). Die gezupften Passagen regen geradezu zum Mithüpfen an.
Blockflöten und Perkussion entführen in die Zeit des Mittelalters. Ein namentlich unbekannter Komponist hat "Tre fontane" hinterlassen. Überzeugend umgesetzt wird das Werk von Georg Lenz, Frederike Hoogers, Louisa Sieveke und Franziska Tasarek auf verschiedenen Blockflöten sowie Anna Kreutz an der Trommel.
Die modernsten Beiträge des Abends werden mit dem ältesten "Instrument" vorgetragen. Noch bevor der Mensch musikalische Klangkörper aus Holz oder Knochen baute, nutzte er bereits die ihm naturgegebene Stimme. Aus der Mode gekommen ist diese trotz zahlloser musiktechnischer Neuentwicklungen nie. Was sich damit anstellen lässt, führen Nadine Benischek und Emiliy Valerius vor. Beide haben sich dem Popgesang verschrieben und eifern erfolgreich weltberühmten Vorbildern nach. "Focus on me" (Konzentriert euch auf mich), schmettert Benischek so eindrücklich, dass sich das Publikum dieser Aufforderung nicht entziehen kann. Das Stück stammt von Ariana Grande und bei dieser Interpretation des großen Originals brandet zu Recht Applaus auf. Valerius grüßt mit "Hello" von Adele. Die Regional-Jury von "Jugend musiziert" hat die junge Frau mit ihren Gesangskünsten bereits überzeugt - 25 von 25 Punkten. Im Fernsehen wirbt sie nun bei der "Sat 1"-Sendung "The Voice Kids" ebenfalls um Zustimmung.Extra

80 Jungen und Mädchen aus der Region (ehemaliger Regierungsbezirk Trier) haben an "Jugend musiziert" teilgenommen (der TV berichtete). 29 von ihnen sind für den Landesentscheid qualifiziert, darunter elf mit der Höchstpunktzahl. Beim Konzert im Kurfürstlichen Palais wurden an alle Teilnehmenden des Wettbewerbs Urkunden überreicht - 47 Jugendliche nahmen diese selbst in Empfang. Die Sparkasse Trier unterstützte die Aktion mit einem 1000-Euro-Spendenscheck an die Karl-Berg-Musikschule. ten