1. Region
  2. Trier & Trierer Land

Sieger des Deutschen Kita-Preises 2020 gekürt: Bündnis für Familienbildung aus Trier verpasst Auszeichnung, geht aber dennoch nicht ganz leer aus

Finalist bei bundesweitem Wettbewerb : Keine Kita-Preis-Trophäe, aber 1000 Euro für Trierer Bündnis Fidibus

Per Livestream im Internet sind am Dienstagabend die Träger des Deutschen Kita-Preises 2020 gekürt worden. Das nominierte Trierer Bündnis Fidibus zählt zwar nicht zu den Siegern. Die Verantwortlichen sind dennoch stolz.

Das Trierer Bündnis „Fidibus - mobile inklusive Familienbildung für alle“ hat die Auszeichnung mit einem Deutschen Kita-Preis 2020 knapp verpasst. Die Sieger des bundesweiten Wettbewerbs in den Kategorien „Kita des Jahres“ und „lokales Bündnis für frühe Bildung des Jahres“ wurden am Dienstagabend gekürt. Weil eine Preisverleihung in Berlin wegen der Corona-Pandemie nicht möglich war, wurden die Gewinner in einer live im Internet übertragenen Sendung verkündet.

Kita des Jahres ist die Pinguin Kindertagesstätte Aurich (Niedersachsen). Bei den lokalen Bündnissen landete eine Initiative aus Bamberg (Bayern) vorn. Beide dürfen sich über 25 000 Euro Preisgeld freuen. Jeweils 10 000 Euro gehen an vier zweitplatzierte Kitas und Bündnisse. Pro Kategorie waren je zehn Finalisten im Rennen um die Trophäen. Die Preise werden vom Bundesfamilienministerium und der Deutschen Kinder-und Jugendstiftung vergeben, um damit besondere Qualität in Kitas und in der frühkindlichen Bildung zu würdigen. Bundesweit gab es dieses Jahr mehr als 1500 Bewerber.

Im Trierer Bündnis Fidibus sind neben dem gleichnamigen Verein mehrere Kitas aus Trier und Umgebung vernetzt. Partner sind die Jugendämter der Stadt Trier und des Kreises Trier-Saarburg. Im Zentrum in der Gratianstraße 5-7 bietet Fidibus Projekte beispielsweise zu Musik- und Sprachförderung, Kinderrechten und Gebärdensprache an und organisiert Eltern-Cafés. Obwohl es im Kita-Preis-Finale nicht für eine Trophäe gereicht hat, geht das Bündnis nicht leer aus: Als Anerkennung erhalten alle nicht platzierten Finalisten 1000 Euro.

„Das mit dem Preis ist natürlich schade. Aber auch ohne Trophäe ist es eine enorme Anerkennung unserer Arbeit“, sagte die Fidibus-Vorsitzende Silvia Willwertz kurz nach der Siegerehrung. Die Übertragung habe sie mit Vorstandskollegen im Zentrum verfolgt – wegen der Corona-Abstandsgebote leider ohne Bündnispartner und Eltern, die vor den eigenen Computern mitgefiebert hätten. „Wir können wirklich stolz darauf sein, dass wir bundesweit unter den zehn Besten sind“, findet Willwertz. Die Folgen der Corona-Krise hätten auch ihren Verein hart getroffen: „Wir haben Einnahmeausfälle ohne Ende. Die 1000 Euro sind daher wohl leider schnell weg.“

Für die gerade in Krisenzeiten so wichtige Arbeit der Kitas und Bündnisse vor Ort hatten sich während der etwa einstündigen Liveübertragung der digitalen Preisverleihung mehrere Prominente wie „Tatort“-Kommissar Axel Prahl und Ex-Schwimm-Star Britta Steffen in kurzen Grußbotschaften bedankt. Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) erklärte, dass die Gesellschaft besonders in den zurückliegenden Monaten gespürt habe, „wie wichtig es ist, gute Kitas zu haben und Menschen, die anderen durch ihre Arbeit den Rücken freihalten“. Elke Büdenbender, Schirmherrin der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung bestätigte allen für den Preis nominierten Einrichtungen: „Noch nie ist Ihre Arbeit so schmerzlich vermisst worden.“

Der Deutsche Kita-Preis wurde vor drei Jahren ins Leben gerufen. Die Bewerbungsphase für die Auszeichnungen 2021 läuft bereits und endet am 15. Juli. Im vergangenen Jahr hatte das Hochwälder Familiennetzwerk Hafen aus Hermeskeil das Finale erreicht und in der Kategorie „Lokale Bündnisse“ einen zweiten Platz belegt.

Alle Preisträger 2020 sind auf www.deutscher-kita-preis.de nachzulesen. Dort sind auch kurze Filme abrufbar, in denen die Arbeit aller Final-Teilnehmer beschrieben wird.