Skatepark statt verdreckter Wildnis

Skatepark statt verdreckter Wildnis

Die Trierer Stadtteile Ehrang-Quint, Biewer und Pfalzel wollen für ihre Jugend einen Skatepark auf dem Gelände des Schulzentrums am Mäusheckerweg bauen. Darauf haben sich die drei Ortsbeiräte in einer gemeinsamen Sitzung verständigt.

Trier-Ehrang/Quint/Pfalzel/Biewer. Als Paradiese für Skateboard- und BMX-Sportler gelten die betonierten "Landschaften" aus Ebenen, Stufen, Mauern und Halbröhren. So ein Gebilde soll auch am Mäusheckerweg entstehen, worauf sich dieser Tage die Ortsbeiräte Ehrang-Quint, Biewer und Pfalzel in einer gemeinsamen Sitzung einigen.
Das ungewöhnliche Treffen dreier Beiräte gleicht mehr einer Bürgerversammlung, da auch dem engagierten Publikum umfangreiches Rederecht eingeräumt wird. Die Sitzung leitet der Ehranger Ortsvorsteher Thiébaut Puel, der das Motto nennt: "Pfalzel, Ehrang, Biewer - alles ein Kaliber!"
Idee stammt von Kindern


Der Pfalzeler Jörg Jansen hatte das Schulzentrum als Standort für einen Skatepark vorgeschlagen. Die Idee stamme von seinen Kindern, die selber dort zur Schule gehen.
Das vorgeschlagene Areal liegt am unteren Ende des Schulgeländes, in unmittelbarer Nachbarschaft der wegen Sanierungsbedarfs geschlossenen Sporthalle (der TV berichtete). Derzeit bietet die rund 500 Quadratmeter umfassende, ungepflegte Fläche keinen schönen Anblick: völlig verbuscht und mit Unrat übersät.
Jörg Jansen ist überzeugt: "Mit dem Bau eines Skateparks an dieser Stelle entsteht ein gemeinsamer Mittelpunkt für Ehrang, Pfalzel und Biewer. Auch das Schulzentrum selbst wird aufgewertet."
Schulleiter Karl-Josef Hammann vom Friedrich-Spee-Gymnasium stimmt dem zu: "Wir führen derzeit ein Dasein an der Schnittstelle dreier Stadtteile, die in Trier als Außenbereich wahrgenommen werden." Sein Wunsch sei daher, dass das Schulzentrum zum lebendigen Mittelpunkt von Ehrang, Biewer und Pfalzel werde. Allerdings spricht Hammann auch von einem Sanierungsstau und von zahlreichen Wünschen der Schulgremien, die "von der Stadt seit Jahren auf die lange Bank geschoben werden".
Da stehe ein Skatepark erst ganz am Ende - es fehle noch die Zustimmung aller Schulgremien. Zunächst müsse eine Meinungsbildung stattfinden. Zudem bittet er um Verständnis, dass er die Gelegenheit nutze, um einmal auf die Probleme des Schulzentrums hinzuweisen.
Marita Lenz, Leiterin der Realschule plus, sieht keinen Widerspruch zum schulischen Sanierungsbedarf, sondern eine sinnvolle Aufwertung des gesamten Schulgeländes am Mäusheckerweg. Dazu passt auch der Hinweis aus dem Ortsbeirat Ehrang, dass das Skateprojekt nicht nur für die Mäushecker-Schüler gedacht sei, sondern für alle Jugendlichen aus den drei Stadtteilen.
Zentrale Lage


Eine Zuhörerin fragt, wer den Dreck beseitige, der beim Betrieb einer solchen Skaterbahn hinterlassen werde. Da kann der Trierer Skatebahnexperte Axel Reichertz beruhigen: "Unsere Erfahrungen mit den Anlagen vor der Basilika, auf dem Petrisberg oder in Schweich zeigen, dass die Nutzer sich schon wegen ihrer Sicherheit selbst um die Sauberkeit kümmern." Wer wolle schon Scherben oder Blechdosen auf seiner Bahn. Auch die Beiratsgremien haben wegen des Müllproblems keine Bedenken: "Das Grundstück kann durch die Anlage nur sauberer werden." Am Ende sind sich drei Ortsbeiräte einig, dass sie diesen Skatepark wollen. Und einen zentraleren Punkt zwischen den drei Stadtteilen gebe es nicht. Günstig sei auch die anstehende Sanierung der Halle, in die sich das Projekt planerisch und haushaltsmäßig eher einbinden lasse.Extra

Was entstehen könnte: Axel Reichertz, BMX-Sportler aus Pfalzel, ist Mitinitiator und Förderer der Trierer Skater-Szene. Er kennt die bestehenden Anlagen, die er selbst mitgestaltet hat. Laut Reichertz könnte am Mäusheckerweg eine rund 500 Quadratmeter umfassende Anlage plus eine Aufenthaltsfläche mit Baumbestand entstehen. Reichertz hat das Areal erkundet und kann dazu schon entsprechende Grundrisse präsentieren. Zur Frage nach zerstörerischem Vandalismus an diesem relativ unbeaufsichtigtem Ort sagt er: "Diese Anlagen bestehen im Wesentlichen aus Beton, sind also stabil und nicht kaputt zu kriegen." Die Kosten würden sich auf rund 250 Euro pro Quadratmeter belaufen. Inzwischen gebe es Fachfirmen, die auf den Bau dieser Anlagen spezialisiert seien. Die Bauzeit betrage rund acht Wochen. Den geplanten Standort nennt Reichertz "ideal, weil er ausreichenden Platz bietet und von allen drei Stadtteilen gleichermaßen gut erreichbar ist." f.k.

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