1. Region
  2. Trier & Trierer Land

Hallenbau: So geht’s weiter mit Triers Sportstätten

Kostenpflichtiger Inhalt: Hallenbau : So geht’s weiter mit Triers Sportstätten

Zum Jahresende soll die neue Halle am Mäusheckerweg fertig sein, der Sanierungsbeginn der Wolfsberghalle ist auf 2021 verschoben.

Noch ist der Kubus komplett eingerüstet. Aber zwischen den Verstrebungen des Baugerüstes sind schon die langen Fensterbänder zu sehen, die ahnen lassen, wie modern die Fassade der neuen, großen Sporthalle am Mäusheckerweg in Trier-Ehrang aussehen wird.

Die alte Halle, die insbesondere durch die legendären Erstliga-Spiele der Trierer Basketballer Anfang der 2000er Jahre einen gewissen Kultstatus erlangt hatte, war seit 2014 wegen Baumängeln geschlossen.

Nach Jahren des Planens und Umplanens riss die Stadt im Oktober 2018 den Altbau ab. Zwei Monate später begannen die Arbeiten für das Ersatzgebäude.

Der Rohbau ist mittlerweile fertig. In dieser Woche sollten die Trockenbauarbeiten beginnen – also etwa an den Bodenbelägen oder den Zwischenwänden. Auch die Installation von Strom-, Wasser- und Heizungsleitungen sei bereits im Gange, wie das städtische Presseamt auf Nachfrage des Trierischen Volksfreunds mitteilt.

10,3 Millionen Euro kostet die neue Halle, vier Millionen davon übernimmt der Bund als Zuschuss.

Als im Dezember 2018 die Bauarbeiten starteten, hoffte Triers Baudezernent Andreas Ludwig, die Halle im Juni 2020 eröffnen zu können. Im September des vergangenen Jahres teilte Ludwig dem städtischen Sportausschuss dann mit, dass es länger dauere. Neuer Fertigstellungstermin: September 2020.

Dabei sei es auch geblieben, teilt das städtische Presseamt nun mit. Allerdings bedeutet „Fertigstellung“ nicht, dass die Halle ab diesem Termin von Schulen und Vereinen genutzt werden kann. Zuerst müsse die Sportstätte noch „grundgereinigt“, anschließend der Bau „abgenommen“ werden. Unter anderem überprüfe dabei der Tüv, ob die Arbeiten fachgerecht ausgeführt worden sind und den Sicherheitsanforderungen entsprechen. „Wenn alles nach Plan läuft, kann das Gebäude Ende des Jahres von Schulen und Vereinen genutzt werden“, erklärt das Presseamt.

Die neue Halle wird dann auf einer Gesamtgrundfläche von 58 mal 52 Metern eine in bis zu drei Felder aufteilbare Sportfläche bieten. Dazu kommen 204 Sitzplätze auf festen Tribünen und – bei weiterem Bedarf – 336 Sitzplätze auf mobilen Tribünen.

Bei Veranstaltungen wie Konzerten bietet die Halle Kapazitäten für bis zu 1150 Besucher.

Der Neubau am Mäusheckerweg ist allerdings nur eins von vier aktuellen Sporthallen-Projekten in Trier: In Euren und Feyen sind in den vergangenen Monaten neue Zweifeldhallen als Ersatz für die alten, maroden Bezirkssporthallen entstanden. Gesamtbausumme: Rund 10,4 Millionen Euro. Beide Sportstätten sollen noch in diesem Frühjahr fertiggestellt werden – die Halle in Euren im April, die in Feyen im Mai.

Bauchschmerzen machen dürfte der Stadt noch die Sanierung der großen Dreifeldhalle am Wolfsberg, unterhalb von Trier-Mariahof.

Noch im Mai 2019 – kurz vor der Kommunalwahl – hatte der Trierer Stadtrat mit einer Mehrheit aus CDU, SPD, Grüne, UBT und Linke beschlossen, dass auch diese marode Sporthalle ersetzt werden solle. Geschätzte Baukosten für den Neubau: 9,5 Millionen Euro. Die Stadt wollte dafür vom Land Zuschüsse aus einem Fördertopf, der für die Sanierung von Schulen vorgesehen ist – was das Land ablehnte.

Nach der Kommunalwahl rechnete die Trierer Stadtverwaltung daher noch mal nach. Und siehe da: Die Sanierung der alten Halle erwies sich plötzlich nicht nur aus baufachlicher Sicht als möglich, sondern auch als wirtschaftlicher als ein Neubau – der damit vom Tisch war.

Nach der neusten Rechnung soll die Hallensanierung gut 7,1 Millionen Euro kosten. Die Zeit drängt: Denn für die Umsetzung des Millionenprojekts erhält die Stadt finanzielle Hilfe aus dem Kommunalen Investitionsprogramm K.I. 3.0 des Landes. Und Projekte, die aus diesem Topf finanziert werden, müssen spätestens Ende 2022 fertig sein.

Dabei sind die konkreten Sanierungspläne noch gar nicht fertig. Das Verfahren „zur Findung der Fachplaner“ sei derzeit in Vorbereitung, teilt die Stadtverwaltung mit. Weil aber schon ein entsprechendes Gutachten vorliege und auch eine Entwurf für die Sanierungsarbeiten, sollen alle Baupläne Ende Juni 2020 fertig sein – rechtzeitig vor der Sommerpause des Stadtrats, der den Baubeschluss erst dann fassen kann.

Im letzten Quartal 2020 sollen die Teile der alten Halle abgerissen werden, die nicht erhalten bleiben können oder sollen. Anfang 2021 könnte dann die Komplettsanierung beginnen. „Derzeit gehen wir von einer Sanierungsdauer von 18 bis 20 Monaten aus“, prognostiziert die Stadtverwaltung. Die frisch sanierte Halle könnte dann ab dem zweiten Halbjahr des Schuljahres 2022/23 – also ab etwa Februar 2023 – genutzt werden.