So grün ist der Strom in der Stadt Trier und im Kreis Trier-Saarburg

Kostenpflichtiger Inhalt: Verbraucher : So grün ist der Strom in der Stadt Trier und im Kreis Trier-Saarburg

Der Trierische Volksfreund wirft einen genauen Blick auf die erneuerbaren Energien in der Stadt und im Kreis: Wie viel Energie liefern Windräder, Photovoltaik- und Biogasanlagen sowie die Wasserkraftwerke?  Wie viel regenerative Energie wird erzeugt?

Stadt Trier Naturgemäß ist in Städten wie Trier die Ökobilanz bei der Energieerzeugung deutlich schlechter als auf dem Land, wo sich deutlich mehr Windkrafträder drehen, mehr Wasserkraft möglich ist und auch großflächige Solaranlagen Sonnenenergie in Strom umwandeln. 

Rechnet man das von Innogy betriebene Moselkraftwerk hinzu, ergibt sich derzeit ein Anteil von etwa 20 Prozent regenerativ im Stadtgebiet erzeugter Energie am Stromverbrauch. Dem Verbrauch von 538 000 Megawattstunden (MWh) steht die Produktion von 102 000 MWh grüner Energie gegenüber. Produziert wird diese von 798 Photovoltaikanlagen (davon 603 privat), neun Wasserkraftanlagen und vier Biogasanlagen sowie dem Moselkraftwerk. Im vergangenen Jahr produzierte das Moselkraftwerk mit 52 000 MWh fast 60 Prozent aller regenerativ erzeugten Energie in Trier.

„Der Ausbau erneuerbarer Energien ist ein wichtiges Mittel, um den Ausstoß von Treibhausgasen zu verringern“, sagt Oberbürgermeister Wolfram Leibe. Bereits 2007 habe der Stadtrat sich nach einem Einwohnerantrag dafür ausgesprochen, dass die Stadtwerke Trier (SWT) eine Stromversorgung aus erneuerbaren Energien in einem Umfang von mindestens 50 Prozent gewährleisten sollen und das diese Energie möglichst regional erzeugt werden soll.“ Dies kann allerdings nur gelingen, indem die SWT „grünen“ Strom hinzukauft, zum Beispiel aus österreichischen Wasserkraftwerken.

Solarenergie in Form von Anlagen zur Stromerzeugung (Photovoltaik) und Wärme (Solarthermie), Windkraft und Biogas stehen laut Oberbürgermeister im Fokus. „Bereits 1994 haben engagierte Trierer Bürger gemeinsam mit dem Rathaus den Solarverein gegründet, der einige tausend vor allem solarthermische Anlagen realisiert hat. 1999 installierten Trierer Bürgerinnen und Bürger das erste Trierer Bürgerkraftwerk auf einem Dach der Trierer Handwerkskammer. Inzwischen gibt es einige weitere solidarisch finanzierte und realisierte Anlagen vor allem auf städtischen Dachflächen.“

Die städtische Gebäudewirtschaft überprüft aktuell die Eignung von über 500 eigenen Dachflächen auf ihre Eignung als Solarstromgewinnflächen. Über das Solardachkataster kann jeder Hausbesitzer sich in Trier eine sehr exakte, kostenlose Wirtschaftlichkeitsberechnung auf Basis seiner Dachflächen berechnen lassen. Die Energieagentur der Region Trier berät ebenso wie Verbraucherzentrale und andere Einrichtungen über das „Anzapfen der Sonne“.

Kreis Trier-Saarburg Die Ökobilanz im Kreis Trier-Saarburg ist insgesamt bereits jetzt positiv. Die Summe der grün produzierten Energie (658 000 Tausend kWh) lag bereits im Jahr 2016 um fast drei Prozent über dem Verbrauch (641 000 Tausend kWh).  Angesichts des stagnierenden bis leicht zurückgehenden Stromverbrauchs setzt sich diese Tendenz fort. Da im vergangenen Jahr der Anteil der überwiegend aus Windkraft erzeugten grünen Energie auf 684 000 MWh  gestiegen ist, lag der Überschuss sogar bei sechs Prozent. Insgesamt gibt es 123 Windkraftanlagen im Kreis Trier-Saarburg, 4026 Solaranlagen, 21 Biogas- und eine Deponiegasanlage sowie 17 Wasserkraftwerke.

„Der Klimaschutz erfordert eine intensive Auseinandersetzung mit den erneuerbaren Energien“, sagt Landrat Georg Schartz. Diese finde unter anderem in der Energiegesellschaft RTS AöR des Kreises (Regionalwerke Trier-Saarburg) statt, die vor allem in Sachen Photovoltaik tätig sei. „Außerdem ist der Kreis als Gesellschafter beteiligt bei der Energiepartner Hermeskeil GmbH, die in Hermeskeil ein Nahwärmenetz für das Rathaus, die Integrierte Gesamtschule und die Grundschule betreiben. Das Thema wird Schwerpunkt für künftiges Handeln des Kreises in den Bereichen Bauen und Umwelt sein.“

Der Landkreis setzt vor allem auch bei eigenen Bauprojekten auf eine innovative Energieversorgung. Ein Beispiel dafür ist nach Angaben der Verwaltung der Neubau der Treverer-Schule und der Grundschule Schweich als Integratives Schulprojekt. Die Energieversorgung wird über einen Eisspeicher sowie über Photovoltaik erfolgen, so dass komplett auf die Verbrennung von Gas, Öl und Holz verzichtet werden kann. Weitere Beispiele seien moderne Blockheizkraftwerke im Gymnasium Saarburg und im Schulzentrum Schweich sowie Holzhackschnitzelheizungen in der IGS und im Gymnasium Hermeskeil.

Verbandsgemeinde Hermeskeil   Der Wind im Hochwald verhilft der Verbandsgemeinde Hermeskeil zu einer positiven Bilanz. Mehr als die Hälfte der 58 000 MWh grüner Strom im Jahr 2018 wurde mit Windkraft erzeugt (29 473 MWh). Insgesamt ergibt sich bei einem Verbrauch von knapp 54 000 MWh ein Überschuss von sieben Prozent. Neben den 14 Windenergieanlagen sorgen 496 Solaranlagen (15 409 MWh) für Ökostrom. Mit sieben Biogasanlagen (13 045 MWh) ist die VG Hermeskeil zudem Spitzenreiter in diesem Segment.

Verbandsgemeinde Konz  Bei einem Stromverbrauch von etwa 114 000 MWh liegt der Anteil der grün produzierten Energie bei 37 225 MWh. Das entspricht einem Anteil von etwa 32 Prozent. Das ist keine Überraschung, da die Stadt Konz, ebenso wie die Stadt Trier, keine großen Möglichkeiten hat, grüne Energie zu produzieren. Immerhin gibt es in der VG Konz 694 Solaranlagen, vier Windkraftanlagen und jeweils ein Wasserkraft- und Biomassekraftwerk. Den größten Anteil an der grünen Stomerzeugung hat mit 18 196 MWh die Windenergie.

Verbandsgemeinde Saarburg-Kell Auch in der noch jungen VG Saarburg-Kell ist die Ökobilanz positiv: Mit dem an der Saar und im Hochwald produzierten Öko-Strom kann der komplette Strombedarf der Einwohner gedeckt werden. Und es bleiben noch etwa 22 Prozent oder 40 000 MWh übrig.

Insgesamt sind dort im vergangenen Jahr 181 960 MWh grüner Strom erzeugt worden. 18 große Windkraftanlagen (75 013 MWh) hätten alleine schon die Hälfte des Energiebedarfs von etwa 149 000 MWh gedeckt. Das Innogy-Kraftwerk an der Staustufe Serrig lieferte zusätzliche 49 000 MWh Strom aus Wasserkraft. Weitere sieben kleinere Wasserkraftwerke erbrachten eine Leistung von 24 842 MWh. 21 300 Megawattstunden kamen von den 928 Solaranlagen auf den Feldern und Dächern. Mit fünf Biogasanlagen liegt die VG Saarburg-Kell zudem in diesem Segment nach Hermeskeil auf Platz 2 (11 803 MWh).

Verbandsgemeinde Schweich In der VG Schweich scheint die Sonne besonders hell. Das belegt die Energiebilanz für das Jahr 2018. Die Energieagentur Region Trier nennt die Produktion von 45 394 Megawattstunden Solarstrom. Auch die Zahl von 765 Anlagen ist im Kreis der Spitzenwert.

Auch der absolute Spitzenreiter als Einzelkraftwerk liegt in dieser Verbandsgemeinde. Es ist das kontinuierlich stromproduzierende Innogy-Wasserkraftwerk an der Schleuse Detzem. 91 000 MWh sind von dort in das Stromnetz eingespeist worden. Die Werte aus der Wasserkraft variieren bei Flusskraftwerken übrigens jährlich, je nach dem Wasserstand der Flüsse. Bei Niedrigwasser ist die Stromproduktion deutlich geringer.

Bei einem Jahresverbrauch von etwa 112 000 MWh werden in der VG Schweich also etwas 30 Prozent mehr grüner Strom erzeugt als benötigt. Dazu tragen drei weitere Wasserkraftwerke (8474 MWh) und eine Biogasanlage (662 MWh) bei. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 145 530 MWh Strom aus erneuerbaren Energiequellen erzeugt.

Verbandsgemeinde Trier-Land Mit Wasser, Sonne, Wind und Biogas wurden im vergangenen Jahr in der VG Trier-Land 165 000 Megawattstunden Strom erzeugt, bei einem Verbrauch von etwa 86 000 MWh. Das entspricht fast dem Doppelten der benötigten Energie und ist der Spitzenwert im Kreis Trier-Saarburg.

Besonders Windkraft ist dafür verantwortlich. Die 48 Anlagen haben 2018 insgesamt 132 592 MWh Strom erzeugt. In der Energiebilanz des vergangenen Jahres kommen  653 Solaranlagen (18 122 MWh), sechs Biogasanlagen (12 952 MWh) und drei kleinere Wasserkraftwerke (1366 MWh) hinzu.

Verbandsgemeinde Ruwer Der Wind spielt in der Energiebilanz der VG Ruwer eine entscheidende Rolle. Denn ohne die 39 Windkraftanlagen wäre der aktuelle Anteil von 77 Prozent grüner Energie nicht möglich.

Der Verbrauch von etwa 125 000 MWh Strom steht 96 376 MWh mit regenerativen Energiequellen erzeugter Energie gegenüber. auf die Windenergie entfallen davon mehr als 90 Prozent (88 484 MWh). 

Weitere Energiebringer sind 490 Solaranlagen (7577 MWh), das Gaswerk der Deponie Mertesdorf (395 MWh), ein Biogaswerk (6 MwH) und ein Wasserkraftwerk (3 MwH).

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