So ist die Polizei in der Region aufgestellt

Kostenpflichtiger Inhalt: Organisationsstruktur : So ist die Polizei in der Region aufgestellt

Polizei ist Polizei, ist doch einfach – könnte man denken. Der Aufbau  ist allerdings kompliziert. Ein Überblick über das Geflecht der Ordnungshüter in der Region.

Die Struktur der Polizei in der Region scheint auf den ersten Blick ganz leicht verständlich zu sein: In jedem größeren Ort gibt es eine Polizei, die für das jeweilige Gebiet zuständig ist – könnte man meinen. Ganz so leicht ist es allerdings nicht. Andreas Schenk, Pressesprecher beim Polizeipräsidium Einsatz, Logistik und Technik (PP ELT) in Mainz, das Einheiten in Wittlich-Wengerohr hat, sagt lachend: „Für Außenstehende können die Strukturen der Polizei durchaus kompliziert wirken. Sogar für uns selbst ist es manchmal nicht ganz einfach, sofort durchzublicken.“


Das TV-Verbreitungsgebiet deckt sich fast komplett mit dem Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Trier. Es ist eines von fünf Polizeipräsidien im Land. Die zugehörigen Dienststellen des Präsidiums reichen entlang der belgischen und luxemburgischen Grenze von Prüm über Trier bis nach Saarburg und im östlichen Dienstbezirk von Daun über Zell bis Idar-Oberstein und Baumholder. Neben der allgemeinen Verwaltung ist es unter anderem für die personellen und rechtlichen Angelegenheiten, die Liegenschaft, den Haushalt oder auch die Pressearbeit zuständig. Außerdem gibt es in Trier das Team der Zentralen Prävention, das dort zum Beispiel Beratung zur Verkehrssicherheit oder zum Einbruchs- und Gebäudeschutz anbietet.

Foto: TV/Scheidweiler, Jonas


Dem Präsidium als Nächstes untergeordnet sind die Polizeidirektionen (PD). Dem Polizeipräsidium Trier unterstehen zwei Polizeidirektionen: eine in Wittlich und eine in Trier. Die Direktionen sind ebenfalls für das Personal zuständig, aber auch für die Lageeinschätzung in ihren jeweiligen Bereichen, da die Zuständigkeitsfläche kleiner gefasst ist als die des Präsidiums.

Mitglieder eines Spezialeinsatzkommandos (SEK) der Polizei simulieren in Frankfurt am Main einen Terroranschlag. Am Wittlicher Standort in Wengerohr sind ebenfalls Spezialeinheiten angesiedelt. Foto: dpa/Boris Roessler


Die Polizeidirektionen sind wiederum zuständig für die Polizeiinspektionen (PI). Davon gibt es mehrere, im Bereich des Polizeipräsidiums Trier sind es 14. Die Dienststellen sind rund um die Uhr besetzt und zuständig für alle polizeilichen Sachverhalte. Geht also ein Notruf in der Zentrale in Trier ein, schickt die zuständige regionale Polizeiinspektion ihre Einsatzkräfte raus. Darunter fallen beispielsweise die Aufnahme von Verkehrsunfällen oder Straftaten, aber auch die Durchführung von Verkehrskontrollen oder Einsätzen auf Demonstrationen.


Einige Polizeiinspektionen haben  angegliederte Polizeiwachen (PW), die als unterstützende Außenstellen fungieren und die gleiche Funktion haben. Die Wachen beziehen sich auf dasselbe Gebiet wie die jeweilige Inspektion, der sie angehören. Sie sind im Gegensatz zu den Inspektionen allerdings nicht rund um die Uhr geöffnet, sondern nur tagsüber. Im Bereich des Trierer Präsidiums gibt es vier Wachen: Trier, Konz, Traben-Trarbach und Gerolstein.

Die Wasserschutzpolizei in Trier arbeitet bei Einsätzen auch oft mit der Feuerwehr zusammen. Vor rund einem Jahr suchten die Einsatzkräfte nach einem untergegangenen Schwimmer in der Mosel bei Trier. Foto: Friedemann Vetter


Auf der gleichen Ebene wie die Polizeiinspektionen gibt es noch die Kriminalinspektionen (KI) mit Sitz in Wittlich und Idar-Oberstein. Sie unterstehen der Zentralen Kriminalinspektion in Trier. Die Beamten der Kriminalinspektionen sind für mittlere bis schwere Kriminalität zuständig. Sie übernehmen die Fälle und Einsätze, die aufgrund der Schwere nicht mehr in den Zuständigkeitsbereich der Inspektionen fallen. Unter die mittlere bis schwere Kriminalität fallen Dinge wie Tötungsdelikte, Sexualstraftaten oder Rauschgiftdelikte. Die Zentrale Kriminalinspektion kümmert sich außerdem zum Beispiel um organisierte Kriminalität oder politisch motivierte Verbrechen.


Auf dem Gelände des Flughafens Hahn befindet sich der Hauptstandort der Hochschule der Polizei (HdP). In Wittlich-Wengerohr gibt es eine Außenstelle. Neben der Ausbildung finden dort regelmäßige Fortbildungen und Übungen statt, um die Beamten auf dem neuesten Stand zu halten.


Am Wittlicher Standort in Wengerohr sind neben der Hochschule der Polizei noch die Bereitschaftspolizei (Bepo) und die Spezialeinheiten des Landes Rheinland-Pfalz angesiedelt, die dem Polizeipräsidium Einsatz, Logistik und Technik in Mainz angegliedert sind. Die Spezialeinheiten bestehen aus dem Mobilen Einsatzkommando (MEK) und dem Spezialeinsatz- und Personenschutzkommando (SEK). Die Polizisten der Bepo können jederzeit in ganz Deutschland eingesetzt werden, zum Beispiel bei Spielen der Fußball-Bundesliga. Das Mainzer PP ELT mit 14 landesweiten Standorten ist  auch für die Wasserschutzpolizei zuständig, die einen ihrer Standorte in Trier hat. Ein Beispiel für deren Zuständigkeit ist die Suche nach vermissten Personen.

Verkehrsunfälle kommen im Alltag der Polizei häufig vor. Aber auch um die Unfallprävention und Verkehrskontrollen kümmern sich die Beamten, unter anderem in der Polizeiautobahnstation in Schweich. Foto: Fritz-Peter Linden


In Schweich gibt es die Polizeiautobahnstation (Past), die sich zum Beispiel um die Unfallprävention und die Kontrolle des Personen- und Güterverkehrs kümmert. Die Autobahnpolizei arbeitet dabei eng mit dem Zoll und der Bundespolizei zusammen.


Die Bundespolizei hat ebenfalls eine Station in Trier, in Prüm und am Flughafen Hahn. Sie kümmert sich unter anderem um die Grenzsicherung und um die Sicherheit an Bahnhöfen und auch Flughäfen.

In den nächsten Wochen wird der TV die Polizeiarbeit am Standort Wittlich-Wengerohr in einer Serie genauer betrachten. Wittlich ist neben Trier der größte Standort der Polizei in der Region.

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