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So lief der Impfstart in den Seniorenheimen

Hohe Impfbereitschaft : So lief der Impfstart in Seniorenheimen in Trier, Saarburg und Lorscheid

In der Stadt Trier und dem Kreis Trier-Saarburg haben die Impfungen in den ersten Pflegeeinrichtungen begonnen. Wann das Impfzentrum im Messepark in Betrieb geht, und wie Bürger Termine vereinbaren können.

Bewohner und Personal folgender Einrichtungen sind an Silvester gegen den Covid-19-Erreger geimpft worden: Häuser der Vereinigten Hospitien Trier, Seniorenzentrum der Barmherzigen Brüder Trier, Seniorenzentrum St. Franziskus in Saarburg sowie Senioren- und Pflegeheim Holunderbusch in Lorscheid (Verbandsgemeinde Ruwer). Das haben die Stadt Trier und der Kreis Trier-Saarburg mitgeteilt. Alle Einrichtungen waren beim Land als impfbereit gemeldet und hatten die Voraussetzungen dafür geschaffen, möglichst schnell mit der Immunisierung beginnen zu können.

Dr. Yvonne Russell, Stiftungsdirektorin der Vereinigten Hospitien, hatte mit ihren Mitarbeitern nach eigenen Angaben große Anstrengungen unternommen, um möglichst schnell impfbereit zu sein. „Die Chance, diesem Albtraum für unsere Mitarbeitenden und Bewohnenden ein Stück weit ein Ende setzen zu können, ist uns jede Arbeit absolut wert“, sagte Russell. Für viele der Bewohner und die Mitarbeiter war die Impfung ein sichtbar emotionaler Moment. In den Einrichtungen der Vereinigten Hospitien ist die Impfbereitschaft mit etwa 85 Prozent hoch.

Auch in den anderen Einrichtungen war Erleichterung zu spüren. Matthias Gehlen, Verwaltungsdirektor des Seniorenheims St. Franziskus Saarburg, freute sich, dass die Einrichtung als erste im Kreis an den Start gehen kann. „Wir haben sehr früh hierfür die Voraussetzungen geschaffen und können heute nahezu alle 98 Heimbewohner impfen. Auch die Impfbereitschaft in der Mitarbeiterschaft des Seniorenheims und des Kreiskrankenhauses ist erfreulich hoch“, sagte Gehlen.

Der 99-jährige Albert Fehr, Bewohner des Seniorenzentrum St. Franziskus Saarburg, erhält als erster Heimbewohner im Landkreis Trier-Saarburg die Impfung von Dr. Thomas Poss. Verwaltungsdirektor Matthias Gehlen, Bürgermeister Jürgen Dixius und Landrat Günther Schartz (von links) beobachten die Impfung. Foto: Presseamt Trier

Landrat Günther Schartz besuchte zum Beginn der Schutzimpfungen das Seniorenheim St. Franziskus in Saarburg sowie das Senioren- und Pflegeheim Holunderbusch in Lorscheid. „Das ist ein großer Schritt in der Bekämpfung der Pandemie und zurück zu einer lang ersehnten Normalität“, betonte der Landrat und stellte klar: „Nur durch Impfungen wird es uns letztendlich gelingen, Corona zu bekämpfen.“ Der 99-jährige Albert Fehr war der erste, der vom Ärztlichen Direktor des Kreiskrankenhauses, Thomas Poss, die Impfung erhielt. „Wenn ich mich in meinem Alter impfen lasse, dann können das andere auch“, sagte Fehr nach dem Pieks, den er „gar nicht gespürt“ habe.

Vom Impfbeginn in den Vereinigten Hospitien machte sich Triers Oberbürgermeister Wolfram Leibe gemeinsam mit dem Ordnungs- und Sicherheitsdezernenten Thomas Schmitt vor Ort ein Bild. Leibe: „Das ist für uns ein besonders wichtiges und hoffnungsvolles Zeichen, dass es in den Pflegeeinrichtungen noch im alten Jahr losgeht.“ Alte Menschen seien besonders durch das Corona-Virus gefährdet und in vielfacher Hinsicht von der Pandemie betroffen, vor allem in einer Pflegeeinrichtung. „Deswegen haben wir voller Ungeduld auf diesen Tag gewartet.“ Dezernent Schmitt bezeichnete es als wichtiges Zeichen, dass die ersten Impfdosen noch 2020 verabreicht werden. „Im neuen Jahr wird es dann aufwärts gehen.“

Landrat Schartz, Oberbürgermeister Leibe und Ordnungsdezernent Schmitt freuten sich über die große Impfbereitschaft in den Einrichtungen und appellierten an die Menschen in Stadt und Kreis, sich impfen zu lassen, sobald dies möglich ist. „Je mehr Leute sich impfen lassen, desto größer ist der Schutz für alle.“ Alle drei appellierten gerade an die über 80-Jährigen, sich ab 4. Januar einen Impftermin zu besorgen. Familienangehörige und Freunde sollten den älteren Menschen bei der telefonischen oder Online-Terminvergabe helfen.

Vereinigte Hospitien, das Seniorenzentrum der Barmherzigen Brüder und das Seniorenzentrum St. Franziskus verabreichten die Impfdosen in Eigenregie mit eigenen Ärzten, Apothekern und medizinischem Personal an Bewohnerinnen und Bewohner sowie Mitarbeitende. Dagegen impfte im Lorscheider Pflegeheim Holunderbusch ein Impfteam des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), das die Impfkoordinatoren des Kreises Trier-Saarburg eigens dafür zusammengestellt hatten.

Der Impfstoff für alle vier Einrichtungen, insgesamt 975 Dosen, war bereits am Vortag vom zentralen Impfstofflager des Landes Rheinland-Pfalz ins Trierer Impfzentrum geliefert worden. Es war der erste Impfstoff, der in das gemeinsam von Kreis und Stadt betriebene Impfzentrum im Trierer Messepark geliefert wurde. Am Mittwochabend hatte die Trierer Feuerwehr die Impfdosen und die erforderliche Ausstattung aus dem Impfzentrum direkt in die Einrichtungen geliefert. Vor Ort wird der Impfstoff mit Kochsalzlösung gemischt, auf Spritzen gezogen und kann dann injiziert werden.

Ab Januar soll ein mobiles Impfteam in Pflegeeinrichtungen in der ganzen Region impfen. Ab 7. Januar wird dann nach Auskunft des Landes Rheinland-Pfalz in allen 31 rheinland-pfälzischen Impfzentren der reguläre Betrieb beginnen. Zunächst sollen sich die gemäß der Corona-Impfverordnung des Bundes priorisierte Gruppe der über 80-Jährigen impfen lassen können. Impftermine für diese Gruppe können ab dem 4. Januar entweder telefonisch über die Nummer 0800/5758100 oder online über www.impftermin.rlp.de reserviert werden.