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So soll der Palastgarten in Trier sicherer werden

Kostenpflichtiger Inhalt: Sicherheit : Erholung am Tag, mulmiges Gefühl in der Nacht: So soll der Palastgarten sicherer werden

In der Dunkelheit einmal quer durch den Palastgarten? Das ist für viele Trierer undenkbar, weil alleine die Vorstellung Angst auslöst. Doch was tun? Der Stadtrat will Licht ins Dunkel bringen.

Sonne tanken, im Schatten der Bäume lesen oder dösen, picknicken, Fußball spielen, zwischen Hecken und Wasserflächen spazieren gehen: Der Palastgarten zwischen Kurfürstlichem Palais und den Kaiserthermen ist vor allem im Sommer als Erholungsmöglichkeit mitten in der Stadt sehr beliebt. Doch das ändert sich, sobald die Dunkelheit kommt. Dann lösen die großen Hecken und Bäume Grusel bei vielen Passanten aus, das Licht der Laternen ist zu schummrig, die Angst vor Übergriffen mitunter groß.

Das könnte anders sein, glaubt die CDU-Stadtratsfraktion und fordert deshalb ein Beleuchtungskonzept, um den „Angstraum Palastgarten“ zu beseitigen. Vor allem bei Anbruch der Dunkelheit werde der Palastgarten immer mehr von Trierern gemieden, da es trotz stetiger Bemühungen der Polizei und des Ordnungsamtes dort immer wieder zu Straftaten komme.

Ist das wirklich so? Der TV hat bei der Polizei nachgefragt. „Eine Recherche der Anzahl der im Palastgarten erfassten Straftaten ist anhand der polizeilichen Kriminalstatistik nicht möglich“, teilt Polizeisprecher Karl-Peter Jochem mit. Aber: „Anhand uns vorliegender Lagebilder können wir jedoch sagen, dass die Zahl in den Jahren 2017 und 2018 im mittleren zweistelligen Bereich gelegen hat.“ Dabei handelt es sich vor allem um Drogendelikte, Diebstahl „und in geringem Maße Rohheitsdelikte“ – also zum Beispiel Körperverletzung.

Im vergangenen Jahr stieg dann die Zahl der registrierten Straftaten. Die Erklärung: „Aufgrund von Hinweisen aus der Bevölkerung und der polizeilichen Auswertungen zu diesem Bereich setzte das Polizeipräsidium Trier im Mai 2019 eine Ermittlungsgruppe unter Federführung der Kriminaldirektion Trier ein, die vorrangig Maßnahmen im Bereich des Palastgartens durchführte“, erläutert Jochem. Und wo mehr kontrolliert wird, können mehr Kriminelle erwischt werden. Jochem: „Dadurch stieg die Anzahl der dort festgestellten Straftaten im Jahr 2019 auf einen unteren dreistelligen Bereich.“ Ob es sich beim Palastgarten nun generell um einen besonders gefährlichen Ort handelt, kann die Polizei nicht pauschal beantworten. Das unterliege der ständigen Lagebewertung und könne sich auch kurzfristig ändern.

Theresia Görgen von den Linken weist bei der Debatte im Stadtrat am Dienstagabend darauf hin, dass nicht jeder Angstraum automatisch ein Gefahrenraum sein muss – und umgekehrt. Einig sind sich die Kommunalpolitiker in zwei Dingen: dass mit einer besseren Beleuchtung des Palastgartens auch das subjektive Sicherheitsgefühl gesteigert werden kann und sollte. Und dass im Fachausschuss über weitere öffentliche Angst-, Gefahren- und Unfallräume in Trier beraten werden soll, wie es ein Änderungsantrag der Linken-Fraktion vorschlägt. Die Entscheidung fällt einstimmig. Katharina Haßler-Benard (FDP): „Ich begrüße das als Frau ausdrücklich – auch wenn ich weiß, dass Licht nicht hundertprozentig vor Kriminalität schützen kann.“