So verliert man den Glauben

Verwaltung

Zum Artikel "Disziplinarverfahren endet überraschend" vom 16. Juni:
Das Ergebnis des Disziplinarverfahrens hat viele Monate auf sich warten lassen, obwohl der Sachverhalt hinsichtlich des Dienstvergehens klar zu beweisen war und der betroffene Verbandsbürgermeister Busch das Vergehen eingeräumt hatte. Da an der Angelegenheit ein großes öffentliches Interesse bestand, konnte man schon vermuten, dass vonseiten der Kreisverwaltung Trier- Saarburg nach Winkelzügen gesucht wurde, um einer klaren Bewertung des Dienstvergehens nach Disziplinarrecht auszuweichen. Die Maus, die jetzt geboren wurde, ist ein Novum, denn mir ist kein Fall bekannt, dass bei einem schweren Dienstvergehen zwar Klage erhoben, jedoch keine Strafe gefordert wird. Ein solches Verhalten der Kreisverwaltung (KV) kann man als redlicher Beschäftigter der KV und der untergeordneten Verbandsgemeinden (VG) und deren Bewohner nicht nachvollziehen. Hier trifft der Spruch zu, "Wasche mir den Pelz, aber bitte mache mich nicht nass".

Wenn das Disziplinarrecht so gebeugt wird, verliert man den Glauben an die Rechtsstaatlichkeit, und der Verantwortliche hierfür, Landrat Schartz, sollte die Konsequenzen daraus ziehen und vom Amt des Landrates zurücktreten. Der Verdacht, leitende Beamte einer Behörde würden anders behandelt als der normale Mitarbeiter, ob Beamter oder Tarifpersonal, darf auf keinen Fall aufkommen.

Konrad Theis
Trier