1. Region
  2. Trier & Trierer Land

So will die Stadt Trier die City sperren - 18 weitere Poller geplant

Kostenpflichtiger Inhalt: Bürger werden einbezogen : So will die Stadt Trier die City sperren - 18 weitere Poller geplant

Die Stadt will die ­Zufahrten zur Fußgängerzone stark reglementieren. Bevor es losgeht, werden die Anlieger nach ihrer Meinung gefragt.

Der erste Poller ist bereits in der Glockenstraße installiert worden. „Wir haben bislang keine Rückmeldung dazu“, sagt Baudezernent Andreas Ludwig. Er wertet das als positives Signal für die Akzeptanz der Anlage, die ab 11 Uhr zum Beispiel dem Lieferverkehr die Zufahrt zur Fußgängerzone versperrt. Bevor es mit der konkreten Planung für die weiteren 18 Anlagen weitergeht, sollen nun die Trierer Bürger ihre Anregungen geben.

Die Bürgerbeteiligung „Die Reglementierung der Fußgängerzone birgt eine großes Verärgerungspotenzial“, ist Ludwig überzeugt. „das wollen wir möglichst im Voraus vermeiden.“ Er verweist auf gute Erfahrungen bei der Bürgerbeteiligung zu den Zebrastreifen. Zum Pollerkonzept der Stadt sind deshalb ab sofort online über www.trier-mitgestalten.de alle Informationen des aktuellen Planungsstands abrufbar. Bis 17. Februar sind zudem Kommentare und Wünsche dort und auch per Briefpost und E-Mail möglich (siehe Info). „Wir erwarten Hinweise auf Aspekte, an die wir bislang vielleicht noch nicht gedacht haben.“

So könnte die Polleranlage am Viehmarkt aussehen. Foto: Stadt Trier

Das Konzept Bei einer Pressekonferenz haben Baudezernent Andreas Ludwig und der Projektveranwortliche, Matthias Swoboda, am Montag die aktuelle Version des Pollerkonzepts vorgestellt. Demnach könnten in zwei Jahren acht versenkbare Poller die Ein- und Ausfahrt außerhalb der gesetzlichen Lieferzeit (werktags 19 bis 11 Uhr) versperren. An sechs Straßen und Gassen wäre tagsüber keine Zufahrt möglich, sondern nur noch die Ausfahrt. In der Jesuitenstraße ist ein manuell bedienbarer Poller vorgesehen. Und die Straßen Sieh um Dich, Jakobsspitälchen, Stockstraße und Moselstraße würden dauerhaft für Fahrzeuge gesperrt. „Das sind Zufahrten, die wir bislang auch bei Festen in der Fußgängerzone wegen möglicher terroristischer Gefahren blockieren“, erläutert Matthias Swoboda.

Das Ziel Das wilde Parken und befahren der Fußgängerzone außerhalb der Lieferzeiten soll durch die festen und mobilen Sperren in Zukunft verhindert werden. „Wir wollen Trier als Einkaufsstadt attraktiver machen und alle Fahrzeuge herausholen, die da nicht hingehören“, bringt Baudezernent Andreas Ludwig das Ziel des Pollerkonzepts auf den Punkt, das im Trierer Stadtrat in den vergangenen Jahren besonders von Thomas Albrecht (CDU) und Rainer Lehnart (SPD) immer wieder thematisiert worden ist. Wegen der hohen Kosten wurde darauf verzichtet, alle Poller so anzulegen, dass sie auch terroristischen Attacken mit großen Fahrzeugen sicher standhalten würden.

Rettungsfahrzeuge, Feuerwehr und Polizei können die Poller jederzeit absenken und so im Notfall auf dem schnellsten Weg zu ihrem Ziel in der Fußgängerzone gelangen. Die Ausfahrt erfolgt für alle Fahrzeuge per Signal über einen in der Straße verlegten Sensor (Induktionsschleife). Wie eine Regelung für Privatfahrzeuge und Taxis aussehen wird, die zum Beispiel gehbehinderte Menschen zur Arztpraxis bringen, ist eine der Fragen, die diskutiert werden soll.

Die Kosten Wie teuer die Umsetzung des Konzepts sein wird, ist noch nicht klar. „Die Kosten können zwischen 800 000 und 1,4 Millionen Euro liegen“, sagt Baudezernent Andreas Ludwig. Ursache für diese Ungenauigkeit sind die umfangreichen Tiefbauarbeiten, die für die automatischen Poller notwendig sein werden. Nicht vorhersehbare Kabel und Leitungen haben bereits die Kosten für den Musterpoller in der Glockenstraße deutlich in die Höhe getrieben. Statt der ursprünglich kalkulierten 45 000 Euro kostete die Anlage 60 000 Euro.

Der erste vollautomatische Poller ist ab sofort in der Glockenstraße in Funktion. Die Protagosnisten für das Thema im Stadtrat waren Thomas Albert (CDU) und Rainer Lehnart (SPD). Oberbürgermeister Wolfram Leibe (links) und Baudezernent Andreas Ludwig (rechts) überreichten beiden aus diesem Anlass eine besondere Erinnerung. Foto: Rainer Neubert

So geht es weiter Nach der Auswertung der Bürgerbeteiligung fasst der Stadtrat zunächst den Grundsatzbeschluss. Nach exakter Kostenermittlung erfolgen Baubeschluss und Ausschreibung der Leistungen. Umgesetzt werden soll das Konzept dann in einem Schritt. Ludwig: „Wenn alles gutgeht, passiert das im Jahr 2021.“