Solidarisch in alle Welt

TRIER/WITTLICH. (red) Bei dem einen oder der anderen taucht schon die Frage auf, ob es wirklich der richtige Schritt ist. Die Rede ist von 19 jungen Frauen und Männern aus dem Bistum Trier, die mit einem Treffen in Wittlich die Vorbereitung auf ihren Freiwilligendienst im Ausland begonnen haben. Ab dem Sommer werden sie für mindestens 13 Monate einen sozialen Dienst für Frieden und Versöhnung im Ausland leisten.

Fünf gehen nach Bolivien, eine nach Brasilien, zwei nach Afrika, drei in das westeuropäische Ausland, sieben in das osteuropäische Ausland und eine in die USA. Was bisher eher vage als Engagement im Ausland durch die Köpfe geisterte, wird nun konkret. Neue Fragen tauchen auf. Bei Verena zum Beispiel. Bisher hatte sie mit behinderten Men-schen noch nichts zu tun. Nun fragt sie sich, ob für sie die vorgesehene Beschäftigung mit behinderten Menschen die richtige ist. In der Vorbereitungsphase, die bis zum Sommer geht, hat sie Gelegenheit, das zu prüfen. Denn zur Vorbereitung gehört die Hospitation in dem Tätigkeitsbereich, der auch im Ausland auf die Freiwilligen zukommt. Zusätzlich ist für die Freiwilligen, die ihren Dienst im europäischen Ausland leisten, ein Besuch in ihrem Projekt vorgesehen. "Man weiß nie, ob die Chemie stimmt", sagt Peter Nilles, Geschäftsführer von SoFiA. SoFiA heißt: Soziale Friedensdienste im Ausland. Der Verein kümmert sich um die Vorbereitung des Dienstes. Die Vorbereitungsphase umfasst verschiedene Elemente: Vorbereitungswochenende, Vorbereitungstreffen, ein zehntägiges Seminar bei der Arbeitsgemeinschaft für Entwicklungshilfe, Treffen mit den Mentoren und, so weiß Peter Nilles, "noch ganz viele Dinge, die jeder für sich regeln muss". Das halbe Jahr der Vorbereitung sei jedenfalls gut gefüllt. Und schon beim Vorbereitungswochenende in Wittlich ahnt mancher, was auf ihn zukommt. "Jetzt muss ich mir erst mal einen Plan für die Vorbereitung machen", sagt Marco, der seinen Dienst im Jugendzentrum Tuzla in Bosnien leisten soll. Die Vorbereitungszeit ist nicht nur notwendig, um sich impfen zu lassen und die notwendigen Visa zu besorgen. "Das Wichtigste ist, dass die Freiwilligen die Zeit brauchen, um auch innerlich beim Dienst im Ausland anzukommen. Mit jeder Hürde, die genommen wird, steigt die Identifikation mit dem Dienst. Und wer vorher viel in den Dienst investiert hat, gibt nachher auch nicht so schnell auf", sagt Peter Nilles. Er weiß, dass für viele Freiwillige die Anwerbung eines Solidaritätskreises eine besondere Hürde ist. Dieser soll den Dienst im Ausland unterstützen: Finanziell durch Spenden und ideell als Adressatenkreis für die Rundbriefe, in denen die Freiwilligen über ihre Arbeit und ihre Erlebnisse im Gastland berichten. "Es ist nicht einfach, ,betteln' zu gehen", weiß Peter Nilles. Mancher Freiwillige mache allerdings auch die Erfahrung, dass die Bereitschaft zur Unterstützung weit größer ist, als er das vorher vermutet hat. So beginne für viele die Erfahrung von Solidarität, die sie im Ausland suchten, bereits in Deutschland. Informationen über die Möglichkeiten eines Sozialen Friedensdienstes im Ausland gibt es bei SoFiA unter Telefon 06 51/7105-388 oder im Internet unter www.sofia-trier.de