Kommunalpolitik: Solo für Rieger

Kommunalpolitik : Solo für Rieger

Der Schweicher Stadtbürgermeister hat bei der Kommunalwahl keinen Gegenkandidaten. Rat und Verwaltung haben ein großes Arbeitspensum.

Lars Rieger (41) ist seit knapp vier Jahren ehrenamtlicher Stadtbürgermeister von Schweich. Und es sieht ganz danach aus, dass der CDU-Mann diesen Job mindestens weitere fünf Jahre machen wird. Der gebürtige Dresdner, der 2015 als Nachfolger von Otmar Rößler (FWG) gewählt worden war, ist bei der Kommunalwahl am 26. Mai der einzige Kandidat für dieses Amt. SPD und Freie Wähler (FWG), die neben der CDU im Schweicher Stadtrat vertreten sind, stellen keinen Bewerber aus ihren Reihen.

Die Erfolgsaussichten seien äußerst gering. Man wolle erst junge Leute aufbauen und dann bei der nächsten Wahl einen aussichtsreichen Kandidaten präsentieren, sagt SPD-Fraktionschef Achim Schmitt. Ähnlich argumentiert Johannes Lehnert, Ortsvorsteher von Issel und Fraktionsvorsitzender der FWG: „Es ist schwierig, jemanden zu finden. Nur um einen Kandidaten zu haben, der kaum eine Chance hat, dafür sind wir uns zu schade.”

Lars Rieger ist von seinem Arbeitgeber, einer Bank in Luxemburg, zu 50 Prozent freigestellt. Ein halbes Gehalt zahlt die Stadt Schweich. Die Stadt Schweich hat gut 8000 Einwohner. In Rheinland-Pfalz müssen Städte mindestens 10 000 Einwohner haben, bevor sie einen hauptamtlichen Stadtbürgermeister haben dürfen.

Halbtags eine Stadt in der Größe von Schweich zu regieren, das sei schwierig, sagt Rieger. Nur durch die Opferung von Freizeit und einem guten Zeitmanagement sei das zu leisten. Auch wenn er ohne Gegenkandidat ist, möchte der Stadtbürgermeister in den kommenden Wochen Wahlkampf machen und in den Straßen von Schweich von Tür zu Tür gehen.

In der ablaufenden fünfjährigen Legislaturperiode ist viel Arbeit auf den Stadtrat zugekommen. 30 Mal hat der Rat getagt, die Zahl der Ausschusssitzungen beträgt ein Vielfaches. Etliche Dutzend Bauanträge, davon nicht wenige für Mehrfamilienhäuser, sind ein Indiz für die hohe Anziehungskraft von Schweich als Wohnort. Die Infrastruktur wächst überproportional stark. Die Kehrseite dieser Medaille ist die starke innerstädtische Wohnverdichtung und die Zunahme des Verkehrs. Die Öffnung der Bonhoeffer Straße mit der Durchfahrt zu den Schlimmfuhren beziehungsweise der Bernhard-Becker-Straße zieht sich ebenso hin wie die Realisierung der geplanten Kreisverkehre in diesen Bereichen.

Das Sanierungsprojekt Alt-Schweich sei gut angelaufen, sagt Rieger. Die Friedhofswege wurden erneuert, Parkplätze in der Bergstraße und bald auch in der Zellenpfütz angelegt. Auch von Privatpersonen werde das Förderprogramm Ländliche Zentren gut angenommen. Froh ist er über das neue Haus des Sports: „Nach anfänglichen Problemen hat die Umsetzung hervorragend geklappt. Wir sind im Kostenrahmen geblieben, hervorzuheben ist die Eigenleistung der Vereine im Gegenwert von 100 000 Euro.”

In Schweich wird fleißig gebaut: der Parkplatz in der Bergstraße ist das erste umgesetzte städtische Projekt der Sanierung in Alt-Schweich, der Bahnhof wird barrierefrei ausgebaut, der provisorische Kreisel beim Baugebiet Ermesgraben soll später noch ausgebaut werden. Der Bau von Häusern, hier entsteht ein Mehrfamilienhaus in der Isseler Straße, hat in Schweich Konjunktur. Fotos (4): Albert Follmann. Foto: Albert Follmann
In Schweich wird fleißig gebaut: Der Parkplatz in der Bergstraße ist das erste umgesetzte städtische Projekt der Sanierung in Alt-Schweich (Bild unten rechts), der Bahnhof wird barrierefrei ausgebaut (Bild unten links), der provisorische Kreisel beim Baugebiet Ermesgraben soll später noch ausgebaut werden (Bild oben rechts). Der Bau von Häusern (Bild oben links, hier entsteht ein Mehrfamilienhaus in der Isseler Straße) hat in Schweich Konjunktur. Foto: Albert Follmann
In Schweich wird fleißig gebaut: der Parkplatz in der Bergstraße ist das erste umgesetzte städtische Projekt der Sanierung in Alt-Schweich, der Bahnhof wird barrierefrei ausgebaut, der provisorische Kreisel beim Baugebiet Ermesgraben soll später noch ausgebaut werden. Der Bau von Häusern, hier entsteht ein Mehrfamilienhaus in der Isseler Straße, hat in Schweich Konjunktur. Fotos (4): Albert Follmann. Foto: Albert Follmann
Lars Rieger, Stadtbürgermeister von Schweich. Foto: Privat

Fortschritte gab es bei der Neugestaltung des Bahnhofsumfelds. Demnächst soll von der Ortsentlastungsstraße bis zur Bahnhofstraße eine Durchfahrtmöglichkeit für Busse geschaffen werden. Der barrierefreie Ausbau des Schweicher Bahnhofs liegt in den letzten Zügen.

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