Sommer, Sonne, Erdbeerkirmes

Was hat Zewen in der Vergangenheit so berühmt gemacht? Natürlich seine Erdbeeren - und auch die damit untrennbar verbundene Erdbeerkirmes. Trotzdem: Eine Erdbeerkönigin wurde bislang noch nie gekürt. Aber damit soll ab diesem Jahr ein für alle Mal Schluss sein.

Trier-Zewen. (LH) Wenn am kommenden Samstag, 4. Juli, um 19.30 Uhr der Startschuss zur Zewener Erdbeerkirmes fällt, dann wird es einen völlig neuen Programmpunkt im Verlauf des offiziellen Festgeschehens geben: Zewen kürt - was liegt näher? - eine Erdbeerkönigin, übrigens zum ersten Mal in der Ortsgeschichte. Jahrzehnte brauchte es, bis jemand auf die Idee kam - und sie dann in die Tat umsetzte.

Das war Helmut Mertesdorf, der Maria-Elisabeth Grünhäuser als Ortsvorsteherin ablöst. "Ich hätte schon viel eher darauf kommen können, denn so ein Amt liegt doch auf der Hand", gesteht er ein. Ob es an den möglichen Kandidatinnen lag? Mertesdorf zwinkert und sagt: "Ich weiß es nicht!" Aber soviel weiß Mertesdorf schon: Aurélia I. (Grundhöfer) war gleich begeistert von der Idee, die Erdbeerkrone zu tragen.

Auch der in Sachen Kirmes emsige Kulturring zeigte sich angetan von der Idee. Bereits seit Kindertagen ist die Schülerin des Angela-Merici-Gymnasiums eng verbandelt mit den süßen Früchtchen. Denn: Die Eltern, Hans-Peter und Edith Grundhöfer, unterhalten im Zewener Ortsteil Oberkirch einen Bauernhof mit Hofladen sowie einen Verkaufsstand in der Zewener Straße - und bauen natürlich auch eine große Fläche mit Erdbeeren an. "Ich verkaufe sie lieber, als ich sie pflücke", gesteht die Fünfzehnjährige ein. Viele Kirmes-Besucher schwärmen von Erdbeervariationen, etwa der original Zewener Erdbeerbowle. Knapp 300 Liter seien im vorigen Jahr an den Mann und die Frau gebracht worden, stets frisch zubereitet, weiß Helmut Mertesdorf, seit vielen Jahren am Erdbeerbowlenstand an vorderster Stelle mit dabei. "Kein Wunder, wenn ein erfrischendes, belebendes Getränk mit so viel Liebe zubereitet wird." Beim Amt der Erdbeerkönigin ist ihm wichtig, dass es keine "Eintagsfliege" wird.

Doch zu dieser Befürchtung besteht kein Anlass. Würde Aurélia I. auch offizielle Termine wahrnehmen? "Auf jeden Fall", sagt die junge Frau. Die dürften auch kommen, wenn der Titel erst mal bekannt geworden ist. "Vielleicht kommt eine Einladung aus Übersee." Ein langes, erdbeerfarbenes Kleid werde sie bei der Krönungszeremonie anziehen. Ebenso klar wie das Kleid ist die Krone, die die erste offizielle Botschafterin in Sachen Zewener Erdbeeren tragen wird. Hinter "Erdbeer"-Büchern verkriechen muss sich Aurélia Grundhöfer nicht, denn sie sei bereits bestens im Bilde, was Erdbeeren angeht. Vielleicht wird sogar noch mehr aus der ersten Erdbeerkönigin als nur eine regional tätige Repräsentantin. Schließlich gibt es ja auch eine Deutsche Erdbeerkönigin. Warum soll die nicht mal aus Trier kommen?

Die Erdbeerkirmes wird vom 4. Juli bis 6. Juli gefeiert. Offizieller Beginn nach der Festmesse (18 Uhr) ist um 19.30 Uhr in der "Erdbeermeile" Fröbelstraße. Königinnen-Vorstellung 20.45 Uhr. Sonntag und Montag öffnen die Stände um 11 Uhr. Danach vielfältiges Programm unter Beteiligung der Zewener Ortsvereine.