Sommerfrische in der Tufa

TRIER. "Frischen Sommerwind" will die Tuchfabrik mit ihrem Programm für die Monate Mai bis Juli in die Stadt bringen. Das gilt nicht nur für die Veranstaltungen, sondern auch für das komplett neu gestaltete Programmheft.

Viele Jahre hat das hosentaschenformatige, in bescheidenem schwarz-weiß gedruckte Tufa-Programm seine Dienste getan. Nun ist es passé. Die Konkurrenz sei größer und bunter geworden, sagt der Vorsitzende des Tuchfabrik-Trägervereins, Ralf Kotschka. Da wolle man nicht nachstehen, vor allem bei der Werbung ums begehrte jüngere Publikum. Design für die Digital-Generation

In frischen Farben kommt das Programmheft nun daher, größer im Format, mit peppigem Barcode-Strich-Design für die Digital-Generation. Nicht nur optisch hat die Agentur "Bob-Design" das Produkt optimiert, auch inhaltlich finden sich mehr Einsteiger-Informationen, zum Beispiel ein detaillierter Gebäudeplan. Die Tufa-Macher haben mit einigem Schrecken festgestellt, dass ein Teil ihres Zielpublikums das Haus und seine Angebote längst nicht mehr kennt. Das Programm, neu nach Sparten aufgeteilt, soll deshalb verstärkt unter die Leute gebracht werden. Am Samstag will der Vereins-Vorstand eigenhändig auf dem Hauptmarkt eine Verteil-Aktion starten. Neu ist auch der E-Mail-Newsletter, den sich Interessenten demnächst über die Homepage www.tufa-trier.de bestellen können. "Wir wollen auch Leute außerhalb der Stadt stärker ansprechen", sagt Vorstandsmitglied Karl-Heinz Breidt. Trotz der verbesserten Optik sollen die 20 000 Exemplare, die weiter im Zweimonats-Rhythmus erscheinen, komplett werbefinanziert und damit für die Tufa kostenneutral bleiben. Im Gegensatz zur Verpackung ist der Inhalt des Tufa-Programms bis zum Sommer überwiegend von Altbewährtem geprägt. Jens Förster kommt zur Reprise seines "Paarhufer"-Programms (6. Mai), das Max-Tuch-Theater recycelt seine Erfolgsprogramme (21. Mai und 17. Juli), Palma Kunkel schaut wieder mal in Trier vorbei (24. Juni), ebenso wie das Kölner Kabarett "Männerkulturen" (13. Mai). Die Reverenz ans Fußball-WM-Jahr erweist die Tufa mit einer Lesung von Kult-Kickautor Gerd Dembowski (28. Mai), die Honneurs zum Fünfundsechzigsten von Bob Dylan machen Walter Liederschmitt und die "Double-Dylans" aus Frankfurt (24. Mai). Ihre Tufa-Premiere feiern dagegen die hoch gehandelte schwedische Jazz-Sängerin Rigmor Gustafsson (11. Mai) und das Sextett "Klezmer Alliance" (14. Mai). "Kultur selber machen", so könnte das Motto einer Reihe von Veranstaltungen mit regionalem Bezug heißen. Das geht vom Vorentscheid um den "Rockbuster"-Bandwettbewerb (6. Mai) über die Kinder- und Jugend-Tanzmatinee (21. Mai), das AMG-Schülermusical "Switched" (7., 8., 10. Juni) und die Theater-Jugendclub-Produktion "Dracula" (27. Mai, 21., 23. und 24. Juni) bis zu den vielfältigen Tufa-Tanztagen (19. und 20. Mai).Performance und Open Air

In der Galerie werden neben der Jahresausstellung der Gesellschaft für Bildende Kunst (6. bis 28. Mai) im Juni Fotoarbeiten von Markus Ackermann zu sehen sein. Auch Ausstellungen in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Trier sind geplant. Für gänzlich neue Akzente könnten zwei Veranstaltungen ungewöhnlicherer Art sorgen: Am 3. Juni lädt die Europäische Kunstakademie zu einer Performance in den kleinen Tufa-Saal ein. Der Bildhauer Pierre Weber wird gemeinsam mit einem Cellisten und einem Lichtkünstler sein "Stummes Orchester" zum Klingen bringen. Und am 19. Juli traut sich die Tufa gemeinsam mit dem Exhaus und dem Palais e.V. sogar aus dem Haus: Auf dem Sportplatz der Fachhochschule Schneidershof soll ein Open Air unter dem Motto "Freiluft06" an alte Traditionen anknüpfen. Live-Bands, Comedians, DJs und Filme könnten die Trierer ins Freie locken - "möglichst massenweise", wie Ralf Kotschka hofft.