Sorgfältig prüfen!

Im Juli vergangen Jahres hat Schuldezernent Ulrich Holkenbrink eine Arbeitsgruppe gegründet, in der sich Experten mit der Trierer Schullandschaft auseinander setzen. Hauptthemen: Der 30-Millionen-Euro-Sanierungsstau und "demografische Trends und Szenarien der künftigen Schulentwicklung".

Dabei geht es angesichts fallender Geburtenrate und sinkender Schülerzahlen nicht um Abhilfe für aus allen Nähten platzende Schulen, sondern eher um deren Schließung und Zusammenlegung. Dass Holkenbrink gleichzeitig vehement für einen teuren Schulneubau in Tarforst kämpft, hat allerdings ebenfalls einen guten Grund. Denn in den dortigen hohen Grundstückspreisen sind Entwicklungsgelder enthalten, die laut Bebauungsplan in einen Schulneubau fließen sollen. Die Bauherren haben den Schulneubau somit quasi "mitgekauft". Sollte sich bei erneuter Prüfung der Zahlen herausstellen, dass die Keune-Schule - die übrigens ohne Probleme auf vier Züge aufgestockt werden könnte - zusammen mit der stark renovierungsbedürftigen alten Tarforster Schule auf Dauer ausreichen würde, muss von dieser politischen Verpflichtung allerdings Abstand genommen werden. Und dabei dürfen nicht nur die Tarforster und Petrisberg-Kinder eine Rolle spielen, sondern die Kinder und Geburtenzahlen im gesamten Stadtgebiet. Sonst baut und unterhält der Steuerzahler für viel Geld eine neue Schule, während wenige Kilometer weiter alte Schulen geschlossen werden - zum Beispiel die bereits in den vergangenen Jahren geschrumpfte Grundschule in Alt-Kürenz. Und auch wenn Geld nicht so einfach von einem in den anderen Topf verschoben werden kann: Der Investitionsstau an den 23 Trierer Grundschulen liegt bei 4,4 Millionen Euro. Wird in Tarforst kein unbedingter Bedarf für einen Schulneubau festgestellt, sollten die Entwicklungsgelder besser in Erhalt und Renovierung der bereits bestehenden Schulen fließen. c.wolff@volksfreund.de

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