Sozial und unternehmerisch

Gleich mehrfach hat sich der nestwärme e.V. mit den Gründerinnen Petra Moske und Elisabeth Schuh in der internationalen Liga der besten sozialen Unternehmen etabliert. So wurde er auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos zum dritten Mal ausgezeichnet.

Trier/Davos/Bonn. (ako) Die Geschichte des Vereins, der sich für Familien mit schwerst und chronisch kranken Kindern einsetzt, begann 1999 mit einer Spendenaktion in der Region Trier.

Der Trierische Volksfreund stand Pate. Heute leistet nestwärme in Deutschland, Luxemburg, Österreich und der Schweiz konkrete Hilfs-, Betreuungs- und Beratungsarbeit. Weltweit ist der Name ein Synonym für "social entrepreneurship", wie Unternehmen und Organisationen mit besonders sozialer Zielsetzung genannt werden.

Auf dem jüngsten Weltwirtschaftsforum in Davos wurde die Nestwärme-Mitgründerin und erste Vorsitzende Petra Moske zum dritten Mal als eine der fünf besten "social entrepreneurs" ausgezeichnet. Der Verein hat es nun ins Finale des bundesweiten "Aspirin Sozialpreises" geschafft, an dem sich knapp 150 innovative und gemeinnützige Sozialprojekte im Gesundheitsbereich beteiligten.

"Nestwärme ist kein Bittsteller", betont Petra Moske, "sondern wir bewegen etwas auf professionelle Weise und mit unternehmerischem Biss." Es gehe darum, soziales Engagement und Geborgenheit mit Selbstverantwortung zu verbinden. "Wir gehen gezielt auf Politiker und Unternehmen zu, damit sie in unsere Arbeit investieren und sie unterstützen." Schließlich übernehme der Verein eine für die Gesellschaft wichtige Aufgabe und finanziere sie aus den selbstakquirierten Mitteln. Seit 1999 erhielten mehr als 22 000 betroffene Familien dank der Leistungen wie ambulante Kinderintensivpflege oder integrative Kinderkrippe Hilfe.

Weitere 10 000 Familien wurden mit telefonischer oder Vor-Ort-Beratung unterstützt. Allein die Wertschöpfung, die mehr als 1200 Freiwillige in jährlich rund 260 000 Ehrenamtsstunden erarbeiten, das entspricht 1,05 Millionen Euro.

Vor diesem Hintergrund hat die erneute Auszeichnung Petra Moske tief berührt. Den Preis erhielt sie von Nobelpreisträger Muhammad Yunus, die Laudatio hielt der brasilianische Schriftsteller Paulo Coelho. "Es war wie ein Adelsschlag zu hören, dass er das Nestwärme-Projekt wunderbar findet, weil es davon zeuge, dass man sich nicht unterkriegen lassen darf", erzählt Moske.

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