Sozialwohnungen Filsch: Baumängel bei der Fassade, Baufirma muss zahlen

Kostenpflichtiger Inhalt: Sozialwohnungen Filsch : Baumängel an der Fassade: Einzug erst im Frühjahr

Die gute Nachricht für die Stadt Trier: Die Kosten für die Behebung der Baumängel soll das Bauunternehmen tragen. Die schlechte Nachricht: Der Einzugstermin verzögert sich weiter.

Ein bisschen ist es so wie mit einem Geschenk, das man nicht auspacken darf. Oder ein leckeres Gericht – essen verboten. Denn die 43 Wohnungen in der großen Wohnanlage in der Carl-Carstens-Straße, die zwar direkt an Trier-Tarforst grenzt, aber zur Gemarkung des Stadtteils Filsch gehört, sind fix und fertig uns zum Einzug bereit.

Die ersten Mieter werden wohl allerdings erst im Frühjahr 2020 kommen. „Ich werde regelmäßig darauf angesprochen, wann es endlich so weit ist. Das Interesse an den Wohnungen ist sehr groß“, betonte Joachim Gilles, Ortsvorsteher von Filsch, in der jüngsten Sitzung des städtischen Sozialausschusses.

Die Stadt hatte den mit öffentlichem Geld geförderten Bau bei der Firma Kleusberg in Auftrag gegeben. Der Generalunternehmer mit Sitz im rheinland-pfälzischen Wissen (Landkreis Altenkirchen) errichtet Wohnanlagen und Kitas aus vorgefertigten Container-Modulen. Die Bauteile werden aufeinander gesetzt, miteinander verbunden. Anschließend wird eine Dämmung aus Steinwolle und schließlich die Fassade aufgebracht.

Verzögert hatte sich die Sache von Anfang an. Erst kam die Stadt mit der Planung nicht voran. Dann dauerte der eigentliche Bau ebenfalls länger als geplant. Weil bei der Anbringung der Außendämmung im Sockelbereich des Gebäudes – die so genannte Perimeterdämmung unterhalb der Erdoberfläche – offenbar Fehler gemacht wurden, geht nun noch mehr Zeit ins Land.

Im Frühsommer hatten Stadt und die Firma Kleusberg ein Schiedsgutachten in Auftrag gegeben, um zu klären, wodurch der Baumangel entstanden und wer verantwortlich ist. Die Expertise habe die „Mängel bei der Ausführung der Fassade bestätigt“, sagte nun die städtische Beigeordnete Elvira Garbes, federführend zuständig für die Wohnanlage, bei der Sitzung des Sozialausschusses am Dienstagabend.

Das Gutachten habe zudem ergeben, dass die Baufirma Kleusberg für den Baumangel und dessen Behebung verantwortlich sei. Die Ausbesserungsarbeiten liefen und sollen voraussichtlich Ende Oktober abgeschlossen sein.

Einziehen können die Bewohner dann allerdings immer noch nicht. Denn wenn die Fassade endlich fertig ist, müssen noch die Grünanlagen und Wege rund um die Wohnanlage hergerichtet werden. Auch ein kleiner Spielplatz ist geplant. Die beauftragte Firma hat dafür vier bis fünf Monate Arbeitszeit veranschlagt. Je nach Witterung in der kalten Jahreszeit könnte es dabei zu weiteren Verzögerungen kommen.

Ob die Wohnungen nicht schon bezogen werden könnten, bevor außen herum alles fertig sei, wollte Ortsvorsteher Gilles von Elvira Garbes wissen. Das sei leider nicht möglich, erklärte die Sozialdezernentin. Um die Fassade erneuern zu können, hätten zum einen bereits fertige Terrassen und Wege wieder zurückgebaut werden müssen. Zum anderen sei das Erdgeschoss barrierefrei – und auch deswegen vor der kompletten Fertigstellung keinesfalls vermietbar.

Die Kosten für die Behebung der Baumängel nannte die Dezernentin bei der Ausschusssitzung nicht. Die zusätzlichen Ausgaben müsse allerdings die Baufirma Kleusberg übernehmen. Und auch der Mietausfall, der der Stadtkasse durch den stark verspäteten Bezug der Wohnungen entsteht, sei der Baufirma „zuzuordnen“. Wie hoch die Summe ist, die die Stadt von Kleusberg im Gegenzug für die ausgefallene Miete fordert, sei noch nicht beziffert.

Die Firma Kleusberg äußerte sich am Mittwoch auf Anfrage des Trierischen Volksfreunds nicht zu der Angelegenheit.

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