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Spagat zwischen Trier und dem Reich der Mitte

Spagat zwischen Trier und dem Reich der Mitte

TRIER. Mit 19 wurde Isabelle Butz zum Star einer "Wetten, Dass"-Show: Mehr als 16 Millionen Zuschauer sahen 1999 ihren Spagat zwischen zwei Autos. Diese Nummer beherrscht die auf Bundes- und Europaebene erfolgreiche Kampfsportlerin auch heute noch. Das bewies sie jetzt in der chinesischen "Wetten Dass"-Variante vor mehr als 100 Millionen Zuschauern.

Man begegnet sich immer zweimal, sagt der Volksmund. Und obwohl dieser erwiesenermaßen auch viel Unsinn redet, hat er im Fall von Isabelle Butz Recht. Der Auftritt in "Wetten, Dass" war 1999 eine Art Initial-Zündung. Die zierliche Blondine, Kickbox-Meisterin und Expertin für Freestyle-Karate, hat seitdem viele Titel auf nationaler und internationaler Ebene gesammelt und ist bundesweit mit spektakulären Show-Auftritten aufgefallen.Am Sonntag aus Peking zurückgekehrt

Die zweite Begegnung mit "Wetten, Dass" liegt erst wenige Tage zurück. Isabelle Butz und Günter Kiebel, ihr Trainer und Manager, sind am Sonntag aus Peking zurückgekehrt. In China heißt "Wetten Dass" frei übersetzt "Riskierst du die Herausforderung", da in der Volksrepublik ein Wettverbot gilt. Seit Oktober 2004 läuft die Asien-Variante des ZDF-Dauerhits im staatlichen Kanal CCTV-3. Isabelle hat auch heute kein Problem mit dem Spagat zwischen zwei Autos. In China funktionierte die Nummer tadellos. Die geschätzten 100 Millionen Zuschauer werden es zu schätzen wissen. Außerdem traf sie Peter Maffay, machte Werbung für Trier und erhielt eine Auszeichnung für Verdienste um die Völkerverständigung. "Ich wäre allerdings vor Nervosität fast gestorben", räumt Isabelle heute ein.Bereits mit 20 Vize-Europameisterin

"Die Show in China war ein ganz besonderes Erlebnis", sagt Isabelle Butz im Gespräch mit dem TV. "Es war für uns eine große Ehre, vor einem derart riesigen Publikum auftreten zu dürfen." Die junge Kampfkünstlerin, die bereits mit 20 Vize-Europameisterin im Freestyle-Karate war, sagt auffallend oft "wir" und meint damit den zweiten Bestandteil des Isabelle-Butz-Projekts: Günter Kiebel, der ihr Talent schon 1994 in einem Selbstverteidigungskurs entdeckt hatte und sie seitdem fördert und begleitet. "Vor allem sehen wir es als Auszeichnung an, dass Isabelle ihre Fähigkeiten in einer Demonstration unter Beweis stellen konnte", sagt Kiebel, selbst seit Jahrzehnten ein engagierter und erfolgreicher Kampfsportler. "China ist schließlich nicht irgendein Land, sondern gilt als Wiege der Kampfkunst." Wie kam die Verbindung nach Peking zustande? "Ich habe die Dolce Media GmbH kontaktiert", erläutert Kiebel. Diese Gesellschaft unter der Geschäftsführung von Christoph Gottschalk ist Lizenzinhaberin der Sendung und hat "Wetten Dass" nach China gebracht. Angeblich laufen auch Verhandlungen mit Malaysia, Singapur, Indien und Australien. Nach dem ersten Kontakt ging alles sehr schnell. "Wir bekamen die Einladung und sind am 20. August nach Peking geflogen", sagt Kiebel. Bis zur Rückkehr acht Tage später drehten sie die Spagat-Wette und zwei Kampfkunst-Demonstrationen, wurden für ihren Beitrag zur Völkerverständigung geehrt und hatten sogar noch Zeit, ein wenig Werbung für Trier zu machen. "Wir hatten Oberbürgermeister Helmut Schröer schon vor unserem Abflug kontaktiert", erklärt Günter Kiebel. Das ideal für das Reich der Mitte geeignete Werbemittel war schnell gefunden: Karl-Marx-Wein, der Rote mit dem milde lächelnden Zecher Marx auf dem Etikett. Auch er gelangt auf diesem Weg, von einigen gedolmetschten Erläuterungen begleitet, in mehr als 100 Millionen chinesischer Haushalte. Das nächste Großprojekt wartet bereits. Isabelle Butz hat sich für die Weltmeisterschaft in den USA qualifiziert.