Spannender als vermutet

Trotz höchster Geheimhaltungsstufe: Etappenweise werden weitere Bewerber für die beiden neuen Posten im Trierer Stadtvorstand bekannt. Nun bestätigte die Leiterin der Europäischen Kunstakademie, Gabriele Lohberg, auf Anfrage des TV ihre Kandidatur für das Amt der Wirtschafts- und Kulturdezernentin.

Trier. Damit zeichnet sich nach Thomas Egger und Martin Fontanari eine dritte hochkarätige Aspirantin für das neu geschaffene Dezernat ab. Die promovierte Kunsthistorikerin Lohberg kam 1996 aus Davos nach Trier und baute das Angebot der Europäischen Kunstakademie konsequent aus. Sie vervielfachte die Teilnehmerzahlen und verankerte das Haus im alten Schlachthof durch unkonventionelle Projekte wie Fußball- und Motorradausstellungen bei einer breiten Öffentlichkeit.

Die 55-Jährige hat ihre Bewerbung nicht von sich aus öffentlich gemacht, weil sie nach eigenem Bekenntnis "bis zuletzt darüber nachgedacht hat, sie zurückzuziehen". Der Verlauf des Prozesses habe den Eindruck vermittelt, "dass man ohne Parteihintergrund da ohnehin keine Chance hat". Aber nun habe sie sich doch entschlossen, "weil ich ja nichts zu verlieren habe". Die Kombination mit dem Wirtschaftsressort macht ihr keine Sorgen, schließlich sei sie "seit 13 Jahren Geschäftsführerin eines Unternehmens".

Mit der Kultur-Frau Lohberg, dem Juristen Egger und dem Touristiker Fontanari stehen drei gänzlich unterschiedliche Bewerberprofile im Auswahlprozess. Und die beiden Kandidaten-Pools für die neuen Dezernate könnten weitere Überraschungen beinhalten.

Das offizielle Prozedere setzt sich fort mit einer großen Gesprächsrunde am Samstag, 10. Oktober, zu der Oberbürgermeister Klaus Jensen von den Fraktionen ausgewählte Bewerber einlädt. Mehrere Kandidaten für beide Posten wollen UBM und SPD in der Vorstellungsrunde sehen. Und obwohl Fraktionschef Egger Wirtschaftsdezernent werden will, hat auch die FDP noch einen weiteren Bewerber für dieses Amt geladen. "Man muss sich der Konkurrenz schließlich stellen", sagt Egger. Über ihre Wunsch-Kandidaten für diese erste Gesprächsrunde will sich das Ampel-Bündnis bei einem Treffen am heutigen Donnerstag besprechen. Ob der grüne Stadtrat Reiner Marz dazu antreten muss oder seine Kandidatur um das Sozial- und Bildungsdezernat seitens der Ampel ohne weiteres Vorgespräch durchgewinkt wird, steht daher noch nicht fest.

Die CDU hat gleich drei potenzielle Kandidaten fürs Ressort Wirtschaft und Kultur eingeladen, aber keinen für das Sozial- und Bildungsdezernat - ein weiteres Zeichen dafür, dass sie die Kandidatur des amtierenden CDU-Bürgermeisters Georg Bernarding unterstützen wird.