Spannung in Trier-Land: Holstein und Zengerling in der Stichwahl zum Bürgermeister

Wahl : Spannung in Trier-Land: Holstein und Zengerling in der Stichwahl

Michael Holstein (FWG) und Lothar Zengerling (CDU) machen bei der Bürgermeisterwahl in der Verbandsgemeinde Trier-Land am 17. Juni das Rennen unter sich aus.

Wohl noch nie ist Wolfgang Reiland an einem Wahlabend so gelassen in die Verbandsgemeindeverwaltung gekommen wie am Sonntag. Denn der Bürgermeister der VG Trier-Land ist nur noch Wahlleiter. Zur Wahl selbst steht er nicht. Es sind fünf Männer, die seinen Posten übernehmen wollen – und die Wolfgang Reiland teilweise seit vielen Jahren kennt. Mit CDU-Kandidat Lothar Zengerling hat er die Schulbank gedrückt, Matthias Wagner (SPD) ist seit vielen Jahren Mitarbeiter seiner Verwaltung. Michael Holstein (Freie Wähler) gehört dem Verbandsgemeinderat rund zwei Jahrzehnte an und war auch schon einmal als Beigeordneter Stellvertreter des Bürgermeisters. Nur die Einzelbewerber Horst Mahncke und Patrik Kartes kennt er noch nicht so gut. Doch das werde sich je nach Wahlausgang ändern.

Die Aussage bezüglich des Kennenlernens stammt von 17.40 Uhr. Knapp zwei Stunden ist klar, dass aus dem Kennenlernen wohl nichts wird. Denn schon die ersten ab 18.09 Uhr eintrudelnden Ergebnisse zeigen, wo die Reise hingeht. In Newel-Lorich, Trierweiler-Udelfangen sowie in Ralingen-Edingen und Welschbillig-Hofweiler liegen Zengerling, Holstein und Wagner vorne.

 Nach 19 von 34 Wahllokalen hat sich an diesem Bild nichts Wesentliches geändert Zu diesem Zeitpunkt ist Wagners Heimatgemeinde Langsur-Metzdorf schon ausgezählt. Kordel, Heimatort von Michael Holstein, und Welschbillig, Heimat von Lothar Zengerling, fehlen noch. Um 18.30 Uhr kommt Michael Holstein ins Wahlstudio in der VG-Verwaltung. Zu diesem Zeitpunkt führt er mit rund 400 Stimmen Vorsprung vor Wagner und Zengerling, denn gerade ist das Ergebnis des zweiten Kordeler Wahlbezirks reingekommen. Gegen 18.40 Uhr kündigt Schellengeläut das Kommen von Horst Mahncke an. Sieben Minuten später steht fest, welche Namen in zwei Wochen auf dem Wahlzettel stehen: Michael Holstein (34,9 Prozent) und Lothar Zengerling (31,2 Prozent). Nur 24 Stimmen hinter dem Christdemokraten liegt Matthias Wagner (30,8 Prozent). Der Sozialdemokrat ist angesichts der knappen Entscheidung „einfach nur enttäuscht.“ Er habe noch bis Sonntagmittag Wahlkampf gemacht, um Wähler von sich zu überzeugen. Wagner, der in einigen Wahllokalen sehr gute Ergebnisse erzielt hat, kann jedoch das Ergebnis in Langsur nicht verstehen. In der gesamten Ortsgemeinde Langsur liegt Wagner zwar mit 40,7 Prozent vorne. Im Ortsteil Langsur rangierte er jedoch knapp hinter Holstein und Zengerling nur auf Platz 3.

Lothar Zengerling sagt, dass es wie erwartet drei starke Kandidaten gegeben habe. Gleichwohl habe er nicht gedacht, dass es so knapp ausgeht. Der Christdemokrat glaubt, dass die seiner Meinung nach geringe Wahlbeteiligung ein Hauptgrund für das Ergebnis gewesen sei. „Ich hatte mit einer höheren Wahlbeteiligung gerechnet.“ Das Ergebnis besonders in Welschbillig und Ralingen habe gezeigt, dass er bei den Bürgern ein großes Vertrauen genieße, die ihn kennen. Zengerling will nun erst einmal die Lage analysieren und die Wähler überzeugen, dass er mit seiner Berufs- und Lebenserfahrung der Richtige für die VG sei.

 Der erstplatzierte Michael Holstein ist einfach nur froh über das Ergebnis. „Die letzten Wochen waren sehr spannend. Ich habe viele Eindrücke gewonnen.“ Er sei zufrieden, dass die Wahlbeteiligung mit 43,1 Prozent doch vergleichsweise hoch gewesen sei. Der Kordeler möchte in den kommenden 14 Tagen alles geben. Er wird sich zeitnah mit seinen Kollegen von den Freien Wählern zusammensetzen, um die Strategie für die kommenden beiden Wochen abzusprechen. Wie die aussehen wird, will er nicht verraten. Auf die Frage, ob er vielleicht nur die Orte besucht, wo viele CDU-Wähler sind oder die, wo viele den SPD-Kandidaten gewählt haben, antwortet er salomonisch, dass ihm alle Bürger in der VG wichtig sind.

 Horst Mahncke (1,8 Prozent) ist nicht enttäuscht. Er habe die Nichtwähler ansprechen wollen und vertritt die Auffassung, dass die drei Erstplatzierten ihre Parteigänger mobilisiert hätten. Kandidat Patrick Kartes (1,3 Prozent) war am Sonntag nicht erreichbar.

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